Erste Vereine schließen sich unter dem Hashtag #solidaritätfürvinnum dem Herta-Boykott an

hzFußball-Gewalt

Bereits in der Vorwoche soll es einen Vorfall mit Beteiligung von Herta-Spielern gegeben haben. Der damalige Gegner, GW Erkenschwick, schließt sich daher Vinnums Herta-Boykott an.

Vinnum

, 18.09.2019, 20:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Vereine haben nach der Massenschlägerei beim Kreisliga-Fußballspiel zwischen Westfalia Vinnum und dem SV Herta Recklinghausen ihre Verbundenheit mit den Vinnumern im Netz zum Ausdruck gebracht.

Ligakonkurrent GW Erkenschwick aus der Kreisliga A2 Recklinghausen hat unter dem Hashtag #solidaritätmitVinnum gegen Gewalt im Fußball protestiert. „Es geht uns ganz klar nicht darum, hier einen Verein an den Pranger zu stellen“, sagte Trainer Thomas Synowczik der „Recklinghäuser Zeitung“.

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Das Foto mit einem Spruchbanner geht derzeit durchs Netz, hatte Mittwochnachmittag schon über 250 Gefällt-Mir-Angaben und war über 100 Mal geteilt worden. „Leider kommt es in letzter Zeit immer wieder zu solchen unschönen Szenen. Schiedsrichter werden angegriffen, Fans geraten aneinander und auch Spieler gehen aufeinander los“, schreiben die Erkenschwicker auf ihrer Facebook-Seite.

Angeschlossen haben sich unter anderem Ligakonkurrent SV Borussia Ahsen, der Sickingmühler SV aus der Kreisliga B, der DJK TuS Körne und die zweiten Mannschaften des BV Brambauer und des SuS Kaiserau.

Die Erkenschwicker mussten selbst vor einer Woche gegen Herta spielen - und auch da gab es Zwischenfälle. Thomas Synowczik, Trainer von Grün-Weiß, berichtete von einem Faustschlag gegen einen seiner Spieler. „Da haben wir schon überlegt, ob wir nicht einfach mal das Spielfeld verlassen sollten. Leider haben wir uns dagegenentschieden“, sagte Synowczik.

Er bestätigte, dass auch sein Verein 2020 im Rückspiel gegen den SV Herta nicht antreten werde. „Diese Vorkommnisse haben eine Qualität erreicht, die vor ein paar Jahren im Kreis nicht vorkamen“, so Synowczik.

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Obwohl Westfalia Vinnum (13.) im Tabellenkeller derzeit Gegner der Erkenschwicker (14.) ist, sei es den Erkenschwickern darum gegangen, das Sportliche außen vor zu lassen. Denn bisher habe es keinerlei Konsequenzen für Herta-Verantwortliche aus der Schlägerei gegeben. Der Verein hat bisher keinen Ausschluss von Spielern bekannt gegeben. „Die dürfen nächste Woche in der gleichen Besetzung spielen. Wie soll ich das jemandem erklären, der einen Oberschenkelbruch hat?“, fragte Synowczik. Ein Zuschauer hatte die schwere Verletzung in Vinnum erlitten.

Kreischef Hans-Otto Matthey hält Boykott für den falschen Weg

Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen, hält das Vorgehen der Vereine für den falschen Weg. „Wir registrieren das“, sagte Matthey und spricht sich für eine bessere Integration statt eines Boykotts aus.

Synowczik widersprach: „Der Verein war schon einmal auf Bewährung. Man muss sich fragen, ob das reicht.“ Matthey kündigte für Oktober einen runden Tisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Vereinsvertretern der betroffenen Kreisliga an.

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