Ende Oktober ist das Stickeralbum des SuS Olfen herausgekommen. Zwei Wochen später hatten die ersten Sammelfreunde schon die ersten Hefte voll. Einer von ihnen ist Ingo Brüggenthies.

Olfen

, 21.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ingo Brüggenthies (56) hat sie alle: Die 505 verschiedenen Sticker des Sammelalbums der Fußballer des SuS Olfen sind fein säuberlich in dem dicken Sammelalbum eingeklebt. Vor einer Woche bereits hat er als einer der ersten in der Stadt Olfen den letzten noch fehlenden Sticker bekommen.

Als die Stickernummer 430, Altherrenspieler Tobias Bobrow, endlich im Besitz von Ingo Brüggenthies war, war es geschafft. „Auf der einen Seite ist es toll, wenn du das Album voll hast. Auf der anderen Seite ist ein bisschen Wehmut dabei, denn jetzt ist die Spannung raus“, erzählt Ingo Brüggenthies.

Alle 505 Sticker zusammen: Ingo Brüggenthies hat das Stickeralbum des SuS Olfen schon voll

Die doppelten Bilder hat Ingo Brüggenthies wieder verkauft oder verschenkt. © Sebastian Reith

Trotzdem: „Für mich war es eine tolle Geschichte, weil ich sehr viele Leute aus dem SuS kenne. Ich merke jetzt auch, dass ich eine ganze Reihe von Leuten gesehen habe, deren Namen ich nicht wusste. Die kannst du jetzt zuordnen. Es ist auch eine schöne Erinnerung für später“, sagt der ehemalige Jugendtrainer, der in dem Sammelalbum auch eine Erinnerung für die Zukunft sieht.

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Mit seinem Sohn Noah (20) hatte Ingo Brüggenthies das Sammelalbum direkt am Erscheinungstag gekauft – und auch gleich kräftig in Sticker investiert. Von den 60 Cent teuren Paketen mit jeweils vier Stickern kauften die Brüggenthies‘ gleich mal 100 Stück. Machte 400 Sticker – bestenfalls 300 verschiedene hatten sie sich erhofft. „Das wäre eine verdammt gute Quote gewesen“, so Brüggenthies.

Ingo Brüggenthies zog sehr viele doppelte Sticker

Doch beim Aufreißen zogen sie auch viele doppelte Sticker – und waren von den 505 angepeilten noch meilenweit entfernt. „Das Verrückte war: Ich dachte, unter den ersten 400 Stickern wird Noah ja wohl dabei sein!“, sagt Ingo Brüggenthies – er irrte sich.

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Immer wieder holten Vater und Sohn dann beim Einkaufen weitere Sticker. Zudem bekamen sie von Freunden, die nicht sammeln, aber im Rewe einkaufen, immer dann die begehrten Sammelbilder, wenn diese über den Einkaufswert von 10 Euro kamen – dann gab es nämlich ein Tütchen Bilder gratis.

Mit einer Liste geht´s ans Tauschen der Sticker

Die doppelten Sticker trug Ingo Brüggenthies in eine Liste ein: Und zusammen mit einer Liste der Sticker, die Vater und Sohn noch fehlten, bildete das die Grundlage zum Tauschen. Damit schaltete er bei Ebay-Kleinanzeigen einen privaten Aufruf, die als Sammelbörse dienen sollte. „Wenn ihr das lest, geht es euch wahrscheinlich wie uns: Ein paar Sticker habt ihr schon, reichlich fehlen euch aber noch. Also lasst uns gegenseitig helfen und tauschen“, schrieb Brüggenthies.

Alle 505 Sticker zusammen: Ingo Brüggenthies hat das Stickeralbum des SuS Olfen schon voll

Wenn Ingo Brüggenthies durch sein Album blättert, gibt es keine freie Stelle mehr. © Sebastian Reith

Doch die Aktion lief schleppend an. Der erste Tauschpartner kontaktierte die Familie über das Internetportal erst nach zehn Tagen. „Nach und nach meldeten sich dann einige Leute aus Olfen, die ich bis zum Schluss als feste Tauschpartner an meiner Seite hatte. Das war super!“, sagt Brüggenthies. Er habe viele nette Leute beim Tauschen kennengelernt.

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Auf einen Schlag wechselte einmal sogar ganzer Satz Sticker den Besitzer. „Wir haben uns am 1. November am Feiertag abends im Dunkeln am Rewe-Parkplatz getroffen. Das hatte was vom Kalten Krieg. Wir standen Auto an Auto, haben die Lichter ausgemacht“, erzählt Ingo Brüggenthies mit einem Grinsen, „wenn hier ein Streifenwagen vorbeikommt, holen die uns sofort aus dem Auto, weil die denken, wir dealen hier mit Drogen.“ Tatsächlich freute sich Ingo Brüggenthies nur über ein Dutzend neue Sticker.

Das Stickeralbum des SuS Olfen ist hochwertig und gut verarbeitet

Zum Schluss verschenkte Ingo Brüggenthies einen Teil der doppelten Bilder. Andere verkaufte er, um einen Teil der investierten Kosten wieder rauszubekommen. Rund 100 bis 120 Euro, schätzt er, hat die Familie ausgegeben. Doch dafür hat sie viel Spaß und ein wirklich schönes Heft bekommen, findet Ingo Brüggenthies. Design und Qualität des Heftes lobt er in höchsten Tönen. Weil die Seiten beschichtet sind, ist es einfach, einen angesetzten Sticker noch einmal vorsichtig abzuziehen.

Alle 505 Sticker zusammen: Ingo Brüggenthies hat das Stickeralbum des SuS Olfen schon voll

Ingo Brüggenthies hat alle 505 Aufkleber des Heftes gesammelt und eingeklebt. Auf der rechten Seite unten links: sein Sohn Noah. © Sebastian Reith

Aktiver Fußballer ist Ingo Brüggenthies nie gewesen, obwohl seine Eltern in Datteln die Hausmeisterwohnung am Sportplatz des TV Datteln innehatten. „Ich habe nur hobbymäßig Fußball gespielt. Meine Eltern haben das Sportlerheim betrieben und dort spielte zweimal die Woche eine Hobbytruppe. Da habe ich mich eingeklinkt, habe aber nie um Punkte gespielt. Der TV Datteln hatte keine Fußballabteilung“, sagte der 56-Jährige, der schon früher regelmäßig Panini-Bilder sammelte – seit der Weltmeisterschaft 2006 eigentlich zu jedem großen Turnier, bis ihm der Preis zu sehr anzog.

Ob er ein Lieblingsbild im Olfener Heft hat? „335“, antwortet Ingo Brüggenthies, wie aus der Pistole geschossen. In keinem Päckchen neuer Sticker fand der Familienvater den Sticker und mussten ihn schließlich ertauschen. Es ist: sein Sohn Noah.

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