Leistungsträger hört beim SuS Olfen auf - „Er hinterlässt kein Loch, sondern einen Krater“

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Im Sommer ist offenbar Schluss für einen weiteren Führungsspieler des SuS Olfen - Karriereende. Doch so ganz hat der Klub die Hoffnung auf einen Rücktritt vom Rücktritt nicht aufgegeben.

Olfen

, 17.02.2020, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vereinstreu, leidenschaftlich, torgefährlich. Die Bezirksliga-Fußballer des SuS Olfen verlieren wohl im Sommer eine Identifikationsfigur. Sportchef Norbert Sander hofft noch, dass es sich der Spieler, der aufhören will, anders überlegt. Sander: „Aber wenn es so kommen sollte, hinterlässt er kein Loch, sondern einen Krater.“

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Für Olfens Kapitän Marvin Böttcher (29) steht fest: „Ja, ich höre im Sommer auf. Das ist fix.“ Der Fleischer will die Meisterschule besuchen und sich beruflich weiterentwickeln. „Ich bin jetzt das zwölfte Jahr in der Seniorenmannschaft und vier Mal pro Woche am Platz. Da möchte man mal etwas mehr Freizeit haben“, sagt Böttcher.

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Marvin Böttchers Bedeutung für den SuS Olfen bündelte sich am Sonntag beim 4:2-Sieg gegen den Tabellenvorletzten TuS Wüllen in einer Szene. Es lief die 88. Minute, als Stoßstürmer Böttcher einen Gegner bis ins Mittelfeld verfolgte. Er machte noch immer die Meter nach hinten, grätschte dann den Ball fair ab. Sein Trainer Michael Krajczy klatschte euphorisch. „Richtig vorneweggegangen ist Marvin Böttcher“, sagte Krajczy später, „das freut mich richtig, weil er auch eine Durststrecke hatte. Der hat gebrannt und wollte!“

Marvin Böttcher hat sein Karriereende für das Saisonende angekündigt.

Marvin Böttcher hat sein Karriereende für das Saisonende angekündigt. © Jura Weitzel

Marvin Böttcher ist der „emotionale Leader“ beim SuS Olfen

Sein ehemaliger Trainer und jetziger Sportlicher Leiter Norbert Sander gerät bei Marvin Böttcher ins Schwärmen. „Es gibt eigentlich drei Gesichter, die die erste Mannschaft in den letzten Jahren geprägt haben. Das sind Mark Köster, Christian Brüse und Marvin Böttcher. Er ist der emotionale Leader, der immer gewinnen will. Er gibt von der ersten bis zur letzten Minute alles, was er hat“, sagte Sander. Mit Böttcher stieg Olfen zweimal in die Bezirksliga auf, zuletzt 2019 als Spielführer der Grün-Weißen.

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Marvin Böttcher sei von jedem Spieler des Kaders akzeptiert, „wei er eine unheimliche Leidenschaft hat, die er auf den Platz bringt“, so Sander. Böttchers Vereinstreue ist groß. „Er hat nie woanders gespielt - aus Überzeugung für den SuS“, sagte Sander. Böttchers Charakterstärke, sich selbst zurücknehmen zu können, sei extrem selten. Sander: „Marvin ist eine Ikone.“

Überlegt Marvin Böttcher es sich doch anders?

Und eben weil Böttcher so ein „Vollblutfußballer“ ist, hat Norbert Sander die Hoffnungen noch nicht aufgegeben, dass Böttcher weitermacht. Vor ein paar Wochen kam es zum Gespräch. Sander wollte Böttcher zum Bleiben überreden, damit er die jungen Spieler führen kann. Doch Böttcher entschied sich zum Aufhören.

Marvin Böttcher (l.) ist bekannt dafür, dass er ackert und arbeitet. Hier ist er auf dem Weg zur Torvorlage gegen Lippramsdorf.

Marvin Böttcher (l.) ist bekannt dafür, dass er ackert und arbeitet. Hier ist er auf dem Weg zur Torvorlage gegen Lippramsdorf. © Sebastian Reith

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Doch das Comeback schließt er nicht aus. „Es wird nicht ein komplettes Ende sein. Ich halte mich fit und spiele bei der zweiten Mannschaft mit. Wenn Hilfe benötigt wird, helfe ich“, sagte Böttcher am Sonntag am Rande des Bezirksliga-Spiels gegen Wüllen, bei dem er mit dem 1:0 sein viertes Saisontor erzielte.

Marvin Böttcher könnte sich ein Traineramt vorstellen

„Der Klassenerhalt“, ist sein Ziel bis zum Sommer, „für alle, die aufhören, und für den Coach, der drei Jahre alles gegeben hat und uns zum Aufstieg mitverholfen hat.“ Eine Funktion beim SuS Olfen könnte er sich vorstellen. Marvin Böttcher nickt sofort bei der Frage nach einem Amt. „Genau, ich möchte nicht sofort Trainer oder Co-Trainer machen, sondern mir das erstmal angucken“, sagte Böttcher.

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Aber hört Böttcher tatsächlich auf. „Ich zweifle nicht an seiner Entscheidungsfindung und kann es akzeptieren“, so Norbert Sander, „aber ich weiß, was für ein Riesen-SuS-Herz er hat. Der Verstand sagt: Hör auf! Das Herz sagt das Gegenteil. Ich hoffe bis zum letzten Spieltag, dass er merkt: Ich kann nicht ohne! Ich mache weiter!“

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