Michael Scholten: „Was man mit Prokop macht, ist eine Frechheit“

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Abteilungsleiter Michael Scholten spielt beim Rückrundenstart nicht mit den Handballern des SuS Olfen mit. Lob hat er für seinen Coach übrig - und zieht einen Vergleich zum Bundestrainer.

Olfen

, 23.01.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Scholten (47) spielt seit 40 Jahren Handball. Der Abteilungsleiter der Olfener Handballer wird sich am 14. Februar wohl wieder im Amt bestätigen lassen. „Ich glaube nicht, dass es eine Kampfabstimmung gibt. Daher wird man mangels Masse wohl weiter mit mir leben müssen“, scherzt Michael Scholten. Samstag beim Heimspiel gegen den TV Gladbeck II ist der Handball-Chef aber nicht in der Halle.

Denn Scholten ist Karnevalist durch und durch. „Lachende Kölnarena“ heißt die Veranstaltung, für die Scholten Karten am Samstag hat. Aber es wäre verletzungsbedingt sowieso nicht zu einem Einsatz auf dem Feld gekommen. Eine Knieverletzung macht ihm zu schaffen, nachdem er es sich verdreht hatte. „Die Schwellung ist fast weg. Dienstag will ich wieder zum Training kommen. Unter Belastung ist es meistens aber noch mal anders“, sagt Scholten.

Spitzenreiter zur Saisonhälfte

Der Rückrundenauftakt gegen Gladbeck bedeutet gleichzeitig Saisonhalbzeit für die Olfener, die als Tabllenführer mit nur einer Niederlage aus zwölf Spielen voll im Soll sind. Scholten ist mit seinem Trainer Daniel Schnellhardt voll und ganz zufrieden.

„Er hat es geschafft, wieder Stabilität reinzubekommen. Bis auf Riemke und das Pokalspiel haben wir eine gute Kontinuität, werfen sicher 30 Tore oder mehr, schließen mit einer besseren Quote ab, schaffen mehr Tormöglichkeiten, decken besser und spielen bisher sehr dominant“, sagt Scholten.

Mit Daniel Schnellhardt fiel der SuS Olfen nicht in ein Loch

In ein Loch ist der SuS Olfen nach dem Abstieg aus der Kreisliga Industrie nicht gefallen. „Daniel schafft Selbstvertrauen und Zusammenhalt. Er hat viel aufgefangen“, sagt Scholten und zieht sogar einen Vergleich zum Bundestrainer. „Das, was Christian Prokop gelingt, macht er auch - natürlich auf einem anderen Level“, sagt Scholten.

Zu dem nach dem mäßigem EM-Abschneiden kritisierten Bundestrainer hat Scholten eine klare Haltung: „Das, was man mit ihm macht, ist eine Frechheit.“ Zwar habe die deutsche Mannschaft ihr Ziel, das Halbfinale, nach einer schwachen Schlussphase gegen Kroatien verpasst und gegen Spanien habe die DHB-Auswahl auch nicht gut gespielt, Scholten führt das Aus aber auch auf die personellen Probleme zurück. „Fünf Leute aus der Stamm-Sieben sind nicht dabei“, sagt Scholten.

Fehler zu machen ist normal - auch als Bundestrainer

Dass Prokop auch Fehler macht, sei normal. „Handball ist ein fehlerbehafteter Sport. Das fängt vom Zeugwart an und hört beim Trainer auf. Er ist auch nur ein Mensch, der macht Fehler. Und ich habe keinen Trainer bei der EM gesehen, der keine Fehler gemacht hat“, sagt Scholten.

Der DHB habe insgesamt ein ordentliches Bild abgegeben - auch wenn es diesmal nicht zu mehr gereicht habe. Ein Problem in Deutschland aus seiner Sicht: Die Bundesliga ist immer noch die beste Liga der Welt, in die entsprechend viele Spieler aus dem Ausland drängen. „In der Jugendförderung ist es eine Gratwanderung. Die Karabatics von morgen sind halt woanders“, sagt Scholten.

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