Reitsport hofft auf Lockerung - mit 200 Quadratmetern Platz pro Reiter

Coronavirus

Die FN hat bereits Maßnahmen vorgestellt, wie der Reitsport wieder anlaufen soll. Turniere sind nicht vorgesehen. Der Reitunterricht dagegen schon. Beim RV Lützow ist man im Wartestand.

Vinnum

, 27.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Reitlehrer Michael Potthink ist derzeit noch freigestellt.

Reitlehrer Michael Potthink ist derzeit noch freigestellt. © Reith

Der Reitsport bereitet sich auf die Rückkehr zu einer neuen Normalität vor. In dieser dürften Turniere aber erstmal nicht vorkommen. Klar ist, dass die Reiter zu den Sportbranchen gehören dürften, die von einer Lockerung der Coronavirus-Einschränkungen am ehesten profitieren. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gibt bereits Konzepte heraus, wie der Reitunterricht wieder anlaufen könnte. Der RV Lützow ist vorsichtig optimistisch, hält sich mit Aussagen aber ganz defensiv zurück.

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Drei Seiten mit stichpunktartig aufgelisteten Maßnahmen empfiehlt die FN, um die Wiederaufnahme des Reitunterrichts in Vereinen und Betrieben vorzubereiten. Der Verband schlägt damit einen Weg vor, die Interessen des Reitsports mit behördlichen Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben zu vereinbaren und hofft auf „Unterstützung“ aus der Politik, wie es heißt.

Liste der FN mit Hygiene-Maßnahmen ist 34 Punkte lang

So sollten Reitschüler, die zu einer Risikogruppe gehören, nicht in allgemeine Gruppen integriert werden, sondern Einzelunterricht erhalten. Reiter müssten auch alt genug sein, um die Notwendigkeit der Maßnahmen zu verstehen. Zudem sollten Reiter im Stall, in den Sattelkammern, und auf den Stallgassen einen Mundschutz tragen, fertig ausgerüstet und umgezogen auf die Anlage kommen. Insgesamt umfasst die Liste 34 Einzelpunkte.

„Reiten ist keine Sportart, bei der ein direkter Kontakt zwischen Menschen notwendig ist. Der Sicherheitsabstand kann hier also gut eingehalten werden“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach in einer Pressemitteilung. Dies spreche aus Sicht der FN dafür, den Reitunterricht in kleinen Gruppen bundesweit wieder aufzunehmen – zumal die Einnahmen daraus für Reitvereine und Pferdebetriebe von existenzieller Bedeutung sind.

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Bislang war nur die Notbewegung der Pferde erlaubt. Anders als andere Sportler, die die Anlagen nicht betreten durften, konnten Reiter so die Halle und den Reitplatz betreten. Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen durften sie ihre Pferde reiten, ohne konkretes Training aufzunehmen. Es ging nur um den Auslauf und die Einhaltung von Tierschutzvorgaben.

RV Lützow ist in den Startlöchern

Wie reagiert der größte heimische Reitverein darauf? Franz-Josef Schulte im Busch, Vorstandsmitglied des RV Lützow, sagt: „Wir sind in den Startlöchern und warten. Wir müssen die Vorgaben von der Politik abwarten.“ Er schätzt, dass der Reitsport von einem normalen Alltag noch weit entfernt ist. Im Blick haben die Lützower aber auch den 4. Mai.

Bis 30. April ist auch Reitlehrer Michael Potthink weiter freigestellt. Wenn aber der Reitunterricht wieder möglich ist, werde es auch auf den Anlagen des RV Lützow wieder losgehen, sagt Schulte im Busch.

Reitlehrer Michael Potthink müsste großen Abstand zu Tier und Mensch halten, wenn der Reitbetrieb wieder öffnet.

Reitlehrer Michael Potthink müsste großen Abstand zu Tier und Mensch halten, wenn der Reitbetrieb wieder öffnet. © Malte Woesmann

Wie das Training im Reitsport aussehen könnte, darauf gibt auch der Verband Hinweise: Der Reitlehrer könne bei einer Öffnung der Reitbetriebe pro 200 Quadratmeter Reitfläche einen Reitschüler unterrichten. Es ist nur eine von diversen Maßnahmen.

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Beim RV Lützow wären damit große Kapazitäten vorhanden: Der 60x80 Meter große Turnierplatz bietet theoretisch Raum für 24 Reiter, zwei 20x60 große Dressurvierecke für 12 weitere. „Bei uns könnten die Reiter große Abstände halten. Der Reitlehrer kann ja parallel keine vier Pferde betreuen“, sagt Schulte im Busch, betont aber: „Wir müssen die Vorgaben abwarten.“ Skeptisch ist er bei Turnieren.

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