Schon 36 Gegentore - der SuS Olfen offenbart Abwehrschwächen

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Der SuS Olfen hat bereits 36 Gegentore kassiert. Das sind 2,6 pro Spiel. Vor allem die Zunahme in der Saison ist kein guter Trend. Dabei hatte der SuS Olfen sogar extra defensiv aufgestellt.

Olfen

, 11.11.2019, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der höchsten Niederlage in der Amtszeit von Trainer Michael Krajczy herrscht beim Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen Ratlosigkeit. Das 1:6 in Epe legte eine Olfener Schwäche offen: die Abwehr.

Schon 36 Gegentore - da sind sich in Olfen alle einig - sind nach 14 Spieltagen entschieden zu viele. Drei Teams, Adler Weseke (38), Wüllen (38) und Alstätte (46) haben mehr Gegentore kassiert. Ginge es also nach kassierten Toren, stände der SuS Olfen auf einem der vier Abstiegsplätze.

So viele Gegentore kassierte Olfen zuletzt vor vier Jahren

Zum letzten Mal so hoch hatte der SuS vor über vier Jahren verloren. Am 21. August gegen Deuten gab es für Olfen eine 1:8-Klatsche. Seitdem hat Olfen in keinem Ligaspiel mehr als fünf Gegentore bekommen. Selbst im Abstiegsjahr hat kein Gegner den Olfen so hoch verhauen. Für Michael Krajczy, der seit Sommer 2017 den SuS coacht, war die Höhe der Niederlage auch eine neue Erfahrung.

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„Wir kassieren viel zu einfache Gegentore“, sagte Krajczy noch am Sonntagabend. „Naive Fehler“ und „persönliche Fehler“ summierten sich bei der Pleite in Epe. Ein Muster? Nicht erkennbar. Der spielende Co-Trainer Matthias Potthoff sah auch Fehler im Kollektiv. „Das Erste muss Sven Schlestein sich ankreiden, das zweite Gegentor muss ich auf mich nehmen. Da war ich eine Sekunde zu langsam und der Gegner eher am Ball. Beim Dritten ist unser Rückraum nicht wach“, so Potthoff.

Krajczy bestätigte auch den Eindruck, dass seine Verteidiger hinten zu wenig Aggressivität zeigten. Ohne Gegentor war Olfen erst ein Mal geblieben, beim 1:0-Auswärtssieg in Lippramsdorf. In elf Spielen mussten Olfens Keeper sogar zwei oder öfter hinter sich greifen.

SuS Olfen: Gegentore haben deutlich zugenommen

Teilt man die bisherigen 14 Saisonspiele in zwei Hälften, ergibt sich eine Verschlechterung der Bilanz: 11 Gegentore in den ersten sieben Partien, 25 in den darauffolgenden sieben. „Wir haben mit Sicherheit auch nachgelassen“, sagte Potthoff, „in Summe so, dass der Gegner 20 bis 30 Minuten das Spiel machen kann.“

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Besorgniserregend ist auch, dass Krajczy in Epe noch bewusst defensiv aufgestellt hatte. „Wir haben schon Beton angerührt“, sagte er. Vor der Viererkette mit Robin Maikötter, Sven Schlestein, Matthias Potthoff und Jonas Frings hatte Krajczy im Mittelfeld in Michael Karwot, Darius Brüggemann und Gordon Zyla drei Spieler aufgeboten, die für das defensive Mittelfeld infrage kommen. Und trotzdem hat es nicht funktioniert.

Potthoff: „Dürfen uns keine sechs Stück einschenken lassen.“

Krajczy: „Es ist auch eine Qualitätsfrage des Gegners. Machst du die Fehler, werden sie bestraft.“ Potthoff sieht das ähnlich. „In der Kreisliga ist der Stürmer im Zweifel nicht in der Lage, den Fehler sofort zu nutzen.“

Und dann ist da das Problem mit den vielen Ausfällen. Matthias Potthoff verpasste die Gegentore vier bis sechs, weil er krankheitsbedingt vorzeitig ausgewechselt wurde. „Unsere Ausfälle kriegen wir in der Form nicht kompensiert“, sagte Krajczy. Für Potthoff keine Ausrede: „Wir haben unter besonderen Umständen gespielt. Trotzdem darfst du dir nicht sechs Stück einschenken lassen.“

SuS Olfen steht jetzt vor einem wegweisenden Spiel

Sonntag ist dann der VfB Alstätte zu Gast in Olfen, der aus der Parallelstaffel des Kreises Ahaus/Coesfeld den Aufstieg geschafft hat. Noch ein kriselndes Team, das schon 46 Gegentore kassiert hat, Sonntag das Kellerduell mit Hoxfeld 0:2 verloren hat und Schlusslicht ist. Eine sichere Abwehr wäre dann ein Grundbaustein zum Klassenerhalt für den SuS Olfen. „Den Vorsprung haben wir verballert und sind jetzt mittendrin. Ein Sieg wäre ein erster Schritt, um den Vorsprung wieder herzustellen“, sagte Potthoff.

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