Westfalia Vinnum ist da, wo der Klub eigentlich nicht mehr hinwollte

hzFußball-Kreisliga A

Das 2:7 gegen Röllinghausen war ein Tiefschlag für Westfalia Vinnum. Die Zahlen des A-Ligisten sprechen eine eindeutige Sprache. Trainer Michael Nachtigall weiß aber, wo er ansetzen muss.

Vinnum

, 12.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch ist es zu früh, um in Panik verfallen. Ein wenig sollten die Alarmglocken beim Fußball-A-Ligisten Westfalia Vinnum aber dann doch läuten, wenn der Ton noch nicht allzu laut und schrill werden soll. Denn die 2:7-Niederlage gegen SW Röllinghausen zeigte einige Schwächen der Westfalia auf.

„Zwischen unseren Ketten ist zu viel Platz“, analysierte Vinnums Trainer Michael Nachtigall nach dem Spiel. Das war einer der Gründe, warum sechs der sieben Gegentore nach Kontern fielen. Die Westfalia stand nach Ballverlusten hinten zu offen. Allerdings zeigte sich Röllinghausen auch hocheffizient und münzte fast jeden Angriff in einen eigenen Treffer um.

Die Zahlen sorgen bei Westfalia Vinnum für Ernüchterung

Der Blick auf die nackten Zahlen nach den ersten fünf Spielen sorgt ebenfalls für Ernüchterung: vier Punkte aus sechs Spielen, dabei drei Niederlagen in Serie - in der Tabelle macht das Tabellenplatz 13 - ein Punkt vor den letzten drei Mannschaften der Kreisliga A.

Außerdem stellen die Vinnumer mit vier Toren die schlechteste Offensive der Liga (zusammen mit Vestia Disteln II auf Platz 15) und die zweitschlechteste Defensive (nach Schlusslicht Meckinghoven) mit 18 Gegentreffern - im Schnitt drei Tore gegen die Westfalia pro Spiel.

Nachtigall machte nach dem Röllinghausen auf Fehler in fast allen Mannschaftsteilen aufmerksam, die exemplarisch für die genannten Zahlen stehen. Einerseits sagte der Trainer: „Wenn hinten nicht gut verteidigt wird, können die vorne machen, was sie wollen.“ Und andererseits: „Die Verteidigung fängt ganz vorne an.“ Hier komme es darauf an, dass die gesamte Mannschaft an einem Strang ziehe.

Der Einsatz der Nachtigall-Elf stimmt

Immerhin konnte man gegen Röllinghausen der Nachtigall-Elf nicht fehlenden Einsatz vorwerfen. Trotz des 0:3-Rückstands zur Pause kam die Westfalia hochmotiviert aus der Kabine und versuchte, das Ruder nochmals herumzureißen. Und beim Treffer zum 1:3 ging nochmals kurz ein Ruck durch die Mannschaft, der aber durch die erneute Drei-Tore-Führung für die Gäste schnell wieder erstickt wurde.

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Auch Nachtigall sah, dass seine Mannschaft wollte. Der Vinnum-Coach stellte aber fest: „Es bringt nichts, wenn wir das ganze Spiel über laufen und dabei 60 Prozent geben. Manchmal muss man sich auch mal rausnehmen und dafür in bestimmten Situationen 100 Prozent geben“, bemängelte Nachtigall mangelnde Effektivität seiner Mannschaft.

Vinnum muss sich nach unten orientieren

Die ersten sechs Spiele verliefen also insgesamt gesehen nicht nach Plan. Dabei war die Westfalia mit der Zielsetzung in die Saison gegangen, dem Kampf um den Klassenerhalt auszuweichen. Im Augenblick muss sich Vinnum aber erst einmal nach unten orientieren.

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Natürlich kann sich die Lage schnell ändern, sollte die Westfalia in die Erfolgsspur zurückkehren, allerdings wird die kommende Aufgabe beim Tabellendritten Concordia Flaesheim keine einfache. Wichtiger wird wohl das darauf folgende Spiel gegen Kellerkind Disteln sein. Hier sollte Vinnum die drei Punkte zuhause behalten, damit die Alarmglocke ein wenig leiser wird.

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