Wie Hammerwerfer Rik Amann die Corona-Krise erlebt - Teil 3

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 01.04.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann weiß derzeit überhaupt nicht, wie sein Fitnesszustand ist und wie weit er werfen könnte. Hier übt er die Drehung mit einem Medizinball.

Rik Amann weiß derzeit überhaupt nicht, wie sein Fitnesszustand ist und wie weit er werfen könnte. Hier übt er die Drehung mit einem Medizinball. © Rik Amann

Eine weitere Woche ohne richtiges Training ist nun vergangen. Doch wie geht es momentan weiter? Was für Trainingserfolge lassen sich verzeichnen? Was für Trainingsziele setzt man sich nun?

Mit der Zeit gewöhnt man sich immer mehr an das alternative Training, auch wenn man sich wieder einen geregelten Trainingsalltag wünscht. Sprints auf einem Parkplatz, Stabilisationsübungen zuhause und Medizinballwürfe auf abgelegenen Plätzen stehen für mich momentan täglich auf dem Trainingsplan. Jedoch ist es sehr schwer, bei diesen Übungen den Überblick zu behalten, wo man im Training gerade steht.

Trotz intensivem Training ist es nicht möglich, Prognosen abzugeben, wie gut man wieder ins Training finden würde, sollte sich in naher Zukunft die Lage wieder entspannen. Es ist möglich, dass ich durch das momentane Training einen großen Fortschritt beim Hammerwerfen erzielen kann, jedoch ist es auch möglich, dass man wieder ganz am Anfang der Aufbauphase anfangen muss. Solche Prognosen hinsichtlich der Technik, Kraft, Geschwindigkeit und allen weiteren Zubringer-Werten sind kaum möglich.

Mehrere Hundert Würfe fehlen

Hinzu kommt, dass ein Vergleich mit den letzten Jahren natürlich ausgeschlossen ist. Im Normalfall vergleicht man sich immer mit dem letzten Jahr: Wie weit hat man geworfen, auf welchem Stand war die Technik und wo steht man jetzt? Doch diese Vergleiche sind momentan leider nicht möglich. Hinzu kommt, dass ich zu dieser Zeit im Jahr schon mehrere Hundert Würfe mit dem Hammer hätte absolvieren sollen, die einem im weiteren Saisonverlauf natürlich fehlen.

Auch wenn ich mich mit diesen Worten wiederhole, ist die Situation für viele Sportler momentan natürlich nicht einfach. Doch in Zeiten wie diesen rückt der Sport meiner Meinung nach sehr weit in den Hintergrund - auch wenn viele Fußballvereine in den Medien momentan über ihre Existenzprobleme berichten, sind das doch im Moment unsere geringsten Probleme. Wir sollten lieber alle zusammenstehen und hoffen, dass wir alle gesund aus dieser Krise heraus kommen.

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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