Urlaubsplanung gestaltet sich in der Corona-Krise schwierig als Leistungssportler

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 26.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Urlaub in der Corona-Krise? Leistungssportlern fällt die Planung in diesem Jahr schwer.

Urlaub in der Corona-Krise? Leistungssportlern fällt die Planung in diesem Jahr schwer. © SuS Olfen

Urlaub mitten in der Saison? Normalerweise kaum vorstellbar. Ein paar Wochen vor einem Saisonhöhepunkt in den Urlaub fahren und sein Training für ein, zwei oder sogar drei Wochen unterbrechen, ist für uns Sportler nicht möglich. Denn in diesen Wochen verliert man seine bis dahin hart erarbeitete Form und braucht erst wieder einige Zeit, diese zurück zu erlangen. Somit würde man normalerweise mit einem Urlaub in der Saison seine erfolgreiche Teilnahme an dem Saisonhöhepunkt zunichtemachen. Normalerweise.

Doch was ist in solchen Zeiten schon normal? Letztendlich weiß man ja bis eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften nicht einmal, ob man teilnehmen darf. Dann verschiebt man einen Urlaub, um dann mitgeteilt zu bekommen, dass man doch nicht teilnimmt? Nicht gerade optimal.

Ein anderes Szenario wäre, doch Urlaub zu machen in der Annahme, dass man nicht teilnimmt. Doch was ist, wenn man dann überraschend als Nachrücker doch teilnehmen darf? Teilnehmen ohne Training? Auch nicht wirklich eine gute Idee. Also was tun? Die meisten Athleten einer Jugend-DM gehen noch zur Schule und müssen sich somit an Ferienzeiten richten. Diese eingeschränkte Zeit wird dann durch Saisonhöhepunkte noch weiter eingegrenzt.

Auf Urlaub verzichten ist am naheliegendsten

Die naheliegendste Option wäre da ganz auf einen Urlaub zu verzichten. Doch wir sind keine Profis. Für den Großteil ist es nur ein Hobby. Die Liebe zum Sport ist zwar bei den meisten sehr groß, doch ist sie so groß, dass man auf einen verdienten Urlaub verzichtet? Ich denke, das würde etwas zu weit gehen.

Bei den Profis wird immer von Regenerationszeiten und Belastungssteuerung gesprochen. Genau das brauchen die Jugendlichen auch, wenn nicht sogar noch mehr als die Spitzenathleten. Denn der Großteil der Athleten kann nicht auf Physiotherapeuten, Eisbäder und andere Maßnahmen der Regeneration zurückgreifen.

Somit bleibt am Ende festzuhalten, dass in normalen Jahren ein Urlaub schon schwer einzurichten ist. Doch in diesem Jahr mit der „Late-Season“ ist es nochmal um einiges schwieriger geworden. Da sollten sowohl Athleten als auch Trainer und Betreuer immer dran denken: Nicht nur das Training ist wichtig, sondern auch Urlaub und Regeneration. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nicht immer mehr Training zu besseren Leistungen führt, denn manchmal ist weniger auch mehr.

Um nochmal die letzte Woche aufzugreifen, möchte ich ergänzend sagen, dass es einen kurzen Bericht über die Westfalenmeisterschaften auf der Seite des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen gibt. Da ich aber zu dieser Zeit im Urlaub war, habe ich diesen Bericht in der letzten Woche leider übersehen. Somit ist nun für jeden nachzuvollziehen, welche Gründe für die Absage der U20 bei den westfälischen Meisterschaften zum Tragen kommen.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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Gleich beim ersten richtigen Härtetest warf Rik Amann (U20) den Hammer wieder über 50 Meter. Damit hat er die Qualifikationsweite für die DM erfüllt. Teilnehmen wird er jedoch nicht.

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