Rik Amann: Unter „normalen“ Umständen wären die Leistungen besser ausgefallen

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 23.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann: Unter „normalen“ Umständen wären die Leistungen besser ausgefallen

© SuS Olfen

Am vergangenen Samstag machten sich die Hammerwerfer des SuS Olfen, vermutlich das letzte Mal in diesem Jahr, auf zu einem Wettkampf. Das LAZ Soest richtete einen Werfertag aus. Natürlich auch nur mit Hygieneauflagen. Dazu gehörte auch, dass nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern starten durfte.

So wurde bereits zwei Wochen vor dem Wettkampf ein Meldestopp verhängt, da die maximale Teilnehmerzahl erreicht war. Da hatten die SuS-Hammerwerfer um Trainer Franz-Josef Sträter Glück, dass sie sich bereits im Vorfeld für den Wettkampf entschieden hatten und auch schon gemeldet hatten.

SuS Olfen zeigt im letzten Saison-Wettkampf gute Leistungen

Für den letzten Wettkampf der Saison hat die gesamte Vertretung des SuS nochmals sehr gute Leistungen gezeigt. Doch in diesen Zeiten sieht man meiner Meinung nach solche guten Leistungen immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Ein lachendes Auge deshalb, weil es keine Selbstverständlichkeit ist, dass in so einem Jahr mit solchen Voraussetzungen diese Leistungen erreicht werden. Aber auch ein weinendes Auge, weil es einem wieder zeigt, welche Leistungen dieses Jahr mit „normalen“ Umständen zu erreichen gewesen wären.

Wenn man bedenkt, dass ein Krafttraining - das für uns Werfer enorm wichtig ist - in diesem Jahr quasi ausgefallen ist und dass einige hundert Würfe, die wir im Frühjahr absolviert hätten, fehlen, dann fehlen am Ende auch einige Meter in der Endabrechnung bei Wettkämpfen.

Es geht um die Athleten

Natürlich kann man argumentieren, dass dieses Problem alle betrifft und sich davon niemand ausnehmen kann, doch darum geht es nicht. Natürlich macht es einen Wettkampf nicht unbedingt sofort unfair, wenn alle die gleichen Einschränkungen haben, aber genau das war ja nicht der Fall. Jedes Bundesland, jede Region, ja sogar beinah jede Stadt hatte seine eigenen Regeln.

Doch worum es mir viel mehr geht, sind die Athleten selber. Denn egal ob der Wettkampf nun fair oder unfair ist, so freut man sich als Athlet doch mehr, wenn man vielleicht 50 Meter wirft, anstatt nur 43 Meter. Deshalb auch ein weinendes Auge, wenn man beispielsweise eine neue Bestleistung mit 38 Metern wirft, aber weiß: Man hätte in einem „normalen“ Jahr 45 Meter geworfen.

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, der mir in diesem Jahr ganz und gar nicht gefällt: die Linie, die einige Vereine und Verbände in Bezug auf die Durchführung und Absage von Wettkämpfen und Meisterschaften eingeschlagen haben.

Es stellt sich die Frage nach dem Wert von Wettkämpfen

So zum Beispiel auch der Deutsche Rasenkraft- und Tauziehverband, welcher die Nachwuchsmeisterschaften zunächst aufgrund von Corona abgesagt hatte. Doch plötzlich tauchen Ergebnislisten dieser Meisterschaften auf. Denn von heute auf morgen wurde entschieden, dass diese Meisterschaften doch stattfinden.

Doch anstatt die angehörigen Vereine zu benachrichtigen, wurde die Sache nicht groß verbreitet, was dazu führte, dass einige Vereine nicht teilgenommen haben, weil sie nicht mal wussten, dass es diese Meisterschaften gibt. Da stellt sich natürlich die Frage, welchen Wert solche Wettkämpfe und auch Bestenlisten in diesem Jahr überhaupt noch haben.

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In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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