Wie Hammerwerfer Rik Amann die Corona-Krise erlebt - Teil 5

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 15.04.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rik Amann trainiert momentan mit Gewichten, Isomatte und Medizinball.

Rik Amann trainiert momentan mit Gewichten, Isomatte und Medizinball. © Rik Amann

Während die Politiker in Deutschland über teilweise Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen nachdenken, ist eine Normalisierung des Trainingsalltags für uns Sportler noch in weiter Ferne. Doch wie sieht es eigentlich mit der Kommunikation zwischen Trainer und Athleten momentan aus? Wie lässt sich das Training wenigstens einigermaßen organisieren und planen?

Normalerweise erhalten wir als Trainingsgruppe alle zwei Wochen einen Trainingsplan, auf dem die Trainingsinhalte der nächsten zwei Wochen stehen. So weiß jeder, was an welchem Tag trainiert wird, um die entsprechende Ausrüstung, wie Schuhe, Kleidung und sonstige Materialien, mitzubringen. Doch in den momentanen Zeiten gestaltet sich das alles etwas schwieriger.

Training ist frei gestaltbar

Ein Gruppentraining ist nicht möglich, gewohnte Kraft- oder Wurfeinheiten nicht umsetzbar und an eine gezielte Trainingsplanung ist nicht zu denken. Zur Zeit trainiere ich nach einem alternativen Trainingsplan, bei dem mein Trainer mir sehr viel Freiheiten gibt.

Wie Hammerwerfer Rik Amann die Corona-Krise erlebt - Teil 5

© Rik Amann

„Normalerweise erhalten wir als Trainingsgruppe alle zwei Wochen einen Trainingsplan, auf dem die Trainingsinhalte der nächsten zwei Wochen stehen.“
Rik Amann

Ich bekomme mitgeteilt, welche Trainingseinheiten ich machen soll, und wie oft pro Woche, jedoch kann ich selber entscheiden, was ich an welchem Tag mache. Weiterhin gestaltet sich jedoch die Kommunikation mit meinem Trainer eher schwierig. Wir telefonieren mindestens einmal wöchentlich, um uns über die vergangene Woche auszutauschen und das weitere Training zu planen.

Videoanalysen sind kein gewünschtes Mittel

Jedoch ist es schwer für mich, über die Trainingserfolge so zu berichten, dass mein Trainer genau weiß, wie das Training gelaufen ist. Es ist für mich selber eine Herausforderung, eine Trainingseinheit einzuschätzen und aus ihr zu lernen – so ganz ohne Trainer. Für meinen Trainer ist die Aufgabe nicht leichter. Er muss mir seine Trainingsvorstellungen bezüglich Schwerpunkten und Zielen so erklären, dass ich sie eins-zu-eins umsetzen kann.

Videoanalysen kommen für uns nicht infrage, da der Bewegungsablauf beim Hammerwerfen so schnell und komplex ist, dass es ein Ding der Unmöglichkeit wäre, eine adäquate Rückmeldung über einen Wurf per Videoanalyse zu geben, wenn man den Wurf nicht selber live gesehen hat. Doch auch diese Zeit werden wir alle überstehen und früher oder später zur Normalität zurückkehren können – hoffe ich zumindest.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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