Wie Hammerwerfer Rik Amann die Corona-Krise erlebt - Teil 9

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 13.05.2020, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hammerwerfer Rik Amann musste seine Rückkehr ins Training zumindest um eine Woche verschieben.

Hammerwerfer Rik Amann musste seine Rückkehr ins Training zumindest um eine Woche verschieben. © Wolfgang Birkenstock

Ein Schritt vor und dann doch wieder zwei zurück. So hat sich die letzte Woche für mich angefühlt.

Erst kam die sehr erfreuliche Botschaft der Regierung, dass nun wieder Sportstätten öffnen und ein eingeschränkter Trainingsbetrieb wieder stattfinden kann. Einige Tage später die Ernüchterung, dass sich die Lockerungen aufgrund der hohen Neuansteckungen bei einem Fleischereibetrieb im Kreis Coesfeld nun doch um mindestens eine Woche verschieben.

Das fühlte sich für mich persönlich erstmal wie eine Niederlage gegen das Coronavirus an, auch wenn ich selber nichts dafür konnte.

Rik Amann: „Normaler Trainingsbetrieb wird kaum möglich sein“

Doch wie geht es nun weiter? Auch ab nächsten Montag wird ein normaler Trainingsbetrieb kaum möglich sein. Es stellt sich weiterhin die Frage, ob die Stadt Olfen alle nötigen Maßnahmen umsetzen kann, sodass die Sportanlagen wieder öffnen dürfen.

Doch was sind eigentlich diese notwendigen Maßnahmen? Reicht es Abstand zu halten oder kommen noch ganz andere Maßnahmen auf uns zu? Ich habe selber nun viele Seiten von verschiedensten Verordnungen gelesen, doch genauso schwer, wie es mir fällt, diese Seiten zu verstehen, fällt es vermutlich den Verantwortlichen, diese Seiten zu verfassen.

Viele Fragen bleiben im Detail offen

Denn es gibt nun mal keine Vorlagen für solch eine Verordnung. Daher bleiben viele Fragen bezüglich mancher Formulierungen offen. Wann zähle ich zum Breitensport und wann zum Leistungssport? Mein Trainingsaufwand geht sicherlich über den eines normalen Hobbyathleten hinaus, einem Bundeskader gehöre ich zurzeit jedoch auch nicht an.

Wer organisiert die Mengen an Desinfektionsmitteln und Masken, die für einen einzigen Verein benötigt werden? Weiterhin sollen aufgrund der Aerosol-Verteilung größere Abstände auf der Laufbahn eingehalten werden. Doch was bedeutet denn in diesem Fall ein größerer Abstand? Reichen die üblichen zwei Meter, müssen es vier sein oder darf sich nur alle hundert Meter ein Athlet aufhalten?

Das sollen von meiner Seite aus keine Anschuldigungen an die entsprechenden Verbände sein, dass sie ihre Arbeit schlecht machen. Sie werden sicherlich selber keine genauen Antworten auf diese Fragen haben. Mir stellt sich da nur die Frage: Müssen wir jetzt schon über Wettkämpfe, welcher Art auch immer, nachdenken oder kommt das nicht ein wenig verfrüht? Sollte nicht die Gesundheit der Sportler ganz oben stehen und erst wieder an Wettkämpfe gedacht werden, wenn wir auf alle diese und weitere Fragen eine Antwort kennen?

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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