Zwischen Existenzangst und Traineramt - Sebastian Middeke in der Coronakrise

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Hinter Sebastian Middeke liegen schwierige Monate. Nun bereitet er als Leiter das Phoenix Spa Olfen auf die Wiedereröffnung vor und plant zugleich die Zukunft von zwei Teams beim SV Meppen.

von Carl Brose

Olfen

, 14.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sebastian Middeke hat aktuell gleich an zwei Fronten mit den Auswirkungen des Coronavirus zu tun. Als Leiter des Phoenix Spa ist er gerade dabei, die Räumlichkeiten für die Wiedereröffnung am kommenden Montag vorzubereiten. Gleichzeitig befindet er sich als Cheftrainer der U17- und U23-Juniorinnen des SV Meppen bereits seit zwei Monaten in einer Spielpause. Zuvor war er noch jeden Samstag und Sonntag an der Seitenlinie im Einsatz.

Durch die Coronakrise musste er aber die Anspannung auf dem Fußballplatz gegen zusätzlichen Stress auf der Arbeit eintauschen. „Das war kein guter Tausch. Als Trainer ist das für mich positiver Stress, dafür brenne ich einfach. Als Leiter des Gesundheitszentrums war das hingegen zuletzt sehr negativer Stress. Die letzten Wochen waren sehr hart für uns“, blickt Middeke zurück.

Sich überschlagende Nachrichten schocken Middeke

Zusammen mit seinen Mitarbeitern sei er geschockt gewesen von den Nachrichten, die sich bis zur Schließung des Spas innerhalb weniger Tage überschlugen. „Wir haben dann aber schnell akzeptiert, dass das zum Wohle der Bevölkerung absolut notwendig ist und haben die Zeit sinnvoll genutzt. Wir haben das Gebäude Stockwerk für Stockwerk überarbeitet und grundgereinigt. Sodass alle ohne Sorgen bald wieder ihren Sport ausüben können“, sagt Middeke.

Unter Auflagen soll das Spa wieder eröffnen. Dabei herrsche vor Ort keine Mundschutzpflicht, dazu wurde das Fitnessstudio so umgestaltet, dass die Mindestabstände eingehalten werden könne. Der Nassbereich inklusive der Sauna bleibt hingegen zu Beginn noch geschlossen.

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Doch mit der Wiedereröffnung schwindet Middekes Stress noch nicht: „Wir haben immer noch Existenzängste, auch nach den Lockerungen der Maßnahmen. Niemand weiß, wohin die Reise geht. Wir bleiben weiter in Sorge.“ Dafür, dass eine erneute Öffnung überhaupt wieder möglich sei, seien zu einem großen Anteil auch die bestehenden Mitglieder verantwortlich gewesen.

„Viele haben sich bei uns gemeldet und haben beispielsweise nicht auf ihre ausstehenden Gutschriften bestanden. Das hat uns sehr geholfen, sonst hätten wir bestimmt schon den Hut ziehen müssen. Aber das bekommen die Mitglieder auch selbstverständlich alles wieder zurück“, so Middeke.

Saison ist für Fußballteams wohl gelaufen

Für seine Fußballmannschaften vom SV Meppen scheint die Saison hingegen gelaufen zu sein. Vieles deutet auf einen Abbruch der Saison hin. Da beide Mannschaften weder auf einem Aufstiegs- noch auf einem Abstiegsplatz stehen, blickt Middeke dem drohenden Ende auch relativ entspannt entgegen: „Wir haben mit der U17 eine richtig gute Saison gespielt als Tabellenvierter und auch mit der U23 das Ziel Klassenerhalt erreicht. Für mich persönlich wäre es jetzt die beste Lösung, das Ganze abzubrechen und in eine Pause zu gehen. Damit wir dann nach der Sommerpause vielleicht wieder starten können, wenn man es bis dahin im Griff hat.“

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Seine Spielerinnen halten sich solange über kleine Challenges fit, bei denen sie in Athletik- und Technikdisziplinen untereinander antreten. Im kommenden Jahr möchte Middeke dann auch seinen großen Traum vom Fußballlehrer in Angriff nehmen. Die nötigen Voraussetzungen für eine Bewerbung hat er durch sein Engagement beim SV Meppen erfüllt.

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