Einem Kreisliga-Trainer bereitet der Re-Start Kopfschmerzen

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2020 wird kein Ball mehr rollen. Bei den hiesigen A-Liga-Trainern sorgt das unisono für Verständnis, bei einem aber auch bereits für Bauchschmerzen.

Schwerte

, 20.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der FLVW-Beschluss vom Mittwoch, dass dieses Jahr kein Fußball mehr gespielt wird, stößt überall auf große Zustimmung. Einer hätte sich die Entscheidung allerdings schon früher gewünscht. Und ein anderer kann sich jetzt voll und ganz auf seinen Beruf konzentrieren.

Westhofens Coach Christoph Pajdzik befürwortet die Entscheidung, hätte sie aber schon vorher gefällt.

Westhofens Coach Christoph Pajdzik befürwortet die Entscheidung, hätte sie aber schon vorher gefällt. © Foto: Manuela Schwerte

Christoph Pajdzik (Trainer VfB Westhofen): „Diese Entscheidung ist das einzig Sinnvolle, was man hätte machen können. Das hätte der Verband aber auch schon vorher so entscheiden können. Hätten wir einen Monat gar nicht spielen und dann kurz vor Weihnachten nochmal angreifen sollen, ohne vielleicht sogar zu trainieren? Das hätte nicht geklappt. Aber wie gesagt: Der Beschluss ist richtig. Etwas anderes wäre aufgrund der Infektionszahlen nicht zu rechtfertigen gewesen.“

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Das Fußballherz sagt was anderes, aber: Holzens Trainer Arne Werner hat vollstes Verständnis für die Verbandsentscheidung.

Das Fußballherz sagt was anderes, aber: Holzens Trainer Arne Werner hat vollstes Verständnis für die Verbandsentscheidung. © Bernd Paulitschke

Arne Werner (Trainer TuS Holzen-Sommerberg): „Zu Beginn des Lockdowns hatte ich ehrlicherweise schon Hoffnung, dass die Zahlen schneller runtergehen. Unser Fußballerherz sagt natürlich auch, dass wir wieder auf den Platz und spielen wollen. Dass der Inzidenzwert jedoch nicht runtergeht, zeigt auch, dass aktuell ein Kontaktsport im Amateurbereich keinen Sinn macht. Wir haben alle einen Hauptjob, der vorgeht, sei es die Ausbildung, das Studium oder die Arbeit. Vielleicht haben wir bis zum Rückrundenstart bessere Zahlen und können wieder loslegen.“

Ergstes Spielertrainer Welf-Alexander Wemmer ist froh, dass er sich nun zumindest voll und ganz auf seinen Beruf in der Pflege konzentrieren kann.

Ergstes Spielertrainer Welf-Alexander Wemmer ist froh, dass er sich nun zumindest voll und ganz auf seinen Beruf in der Pflege konzentrieren kann. © Bernd Paulitschke

Welf-Alexander Wemmer (Spielertrainer SG Eintracht Ergste): „Jetzt sind wir zum Glück nicht mehr in der Warteschleife und haben eine klare Entscheidung. Klar vermisse ich den Fußball und meine Jungs. Aber ich begrüße die Entscheidung des Verbands total. Nun ist die Zeit, den Fokus auf die wichtigeren Dinge im Leben zu legen. Ich kann voll und ganz damit leben und mich dadurch auch noch mehr auf meinen Beruf als Leiter des Sozialen Dienstes im Pflegeheim konzentrieren. Ich bin echt gespannt, wie es im neuen Jahr weitergeht.“

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Hat volles Verständnis, mit Blick in die Zukunft aber auch etwas Bauchschmerzen: Holzpfosten-Coach Benjamin Gottstein.

Hat volles Verständnis, mit Blick in die Zukunft aber auch etwas Bauchschmerzen: Holzpfosten-Coach Benjamin Gottstein. © Bernd Paulitschke

Benjamin Gottstein (Trainer Holzpfosten Schwerte 05): „Das ist absolut nachvollziehbar. Was mir aber Kopfschmerzen bereitet, ist die Ankündigung des frühen Re-Starts im Januar mit verkürzter Vorbereitung. Ganz ehrlich: Wir sind Hobbysportler. Und wir werden ganz sicher nicht fit aus dieser Pause herauskommen. Aus meiner Sicht wird es darauf hinauslaufen, dass irgendwie - wie auch immer - 50 Prozent der Spiele gewertet werden. Alles andere wäre in dieser Saison Zugabe. Für uns macht es das natürlich umso schwieriger.“

Kevin Lehmann, Trainer des SC Hennen 2, findet: Jetzt gibt es Wichtigeres als Fußball.

Kevin Lehmann, Trainer des SC Hennen 2, findet: Jetzt gibt es Wichtigeres als Fußball. © Privat

Kevin Lehmann (Trainer SC Hennen 2): „Es ist die absolut richtige Entscheidung, den Ball für den Rest des Jahres ruhen zu lassen. Wir verzichten gerne auf Fußball, wenn wir in diesen schweren Zeiten auch nur einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung des Virus beitragen und vielleicht sogar Leben retten können. Aus sportlicher Sicht lief die Hinrunde bislang sensationell für uns und es macht riesigen Spaß, mit den Jungs zu arbeiten. Wir hoffen, dass es für uns so positiv weitergeht, wenn wir wieder spielen können und dürfen. Aber jetzt geht die Gesundheit vor.“

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