Peter Lodde und „Kiki“ Kneuper führten den VfL Schwerte durch die ersten fünf Verbandsliga-Spielzeiten nach dem Aufstieg 2000. Es gab auch Duelle gegen Oliver Ruhnert und Jörg Silberbach.

Schwerte

, 17.07.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die ersehnte Rückkehr in die Verbandsliga nach 28 Jahren hatte der VfL Schwerte unter Trainer Peter Lodde im Jahr 2000 geschafft, der Auftakt in die neue Ära ging zunächst aber in die Hose.

Am 13. August empfingen die Blau-Weißen im ersten Verbandsliga-Spiel den SC Hassel auf dem Schützenhof, mussten aber eine klare 0:4-Schlappe gegen das von Lothar Huber trainierte Team hinnehmen. Eine Ampelkarte gegen Ralf Taube (39.) war der Knackpunkt der Partie. Um es vorweg zunehmen. Lothar Huber, heutiger Trainer des VfB Westhofen, führte den SC Hassel auch souverän zur Meisterschaft.

Oliver Fürstenau mit dem ersten Verbandsliga-Tor

Im zweiten Spiel gelang dem VfL mit 1:1 beim SV Langendreer der erste Punktgewinn und das erste Tor. Oliver Fürstenau erzielte in der 56. Minute zur 1:0-Führung das erste Verbandsliga-Tor. Der erste Sieg folgte dann eine Woche später mit 3:1 gegen den SV Holzwickede.

Die Schwerter spielten eine gute erste Saison und konnten sich auf Anhieb in der neuen Klasse etablieren. Am Ende sprang Platz acht mit einer Bilanz von zwölf Siegen, fünf Remis und elf Niederlagen heraus. Bester Torschütze für den VfL war David Flamme mit 15 Treffern.

Die zweite Spielzeit lief sogar noch besser, obwohl erneut das Auftaktspiel verloren ging. Im Lokalderby beim TuS Iserlohn, welches von Franz-Josef „Kiki“ Kneuper trainiert wurde, unterlag der VfL durch ein Tor in der 90. Minute mit 1:2. Co-Trainer der Iserlohner war Harald Rose.

Tabellenspitze erobert

Die Lodde-Elf kam aber schnell auf Touren und legte vier Siege in Folge hin. Ende September wurde sogar der Tabellenführer TSG Sprockhövel auf dem Schützenhof mit 2:1 bezwungen. Eine Woche später, am 7. Oktober 2001 eroberte der VfL sogar die Tabellenspitze durch einen 3:1-Sieg beim TuS Erndtebrück. Dabei hatten die Ruhrstädter die Gunst der Stunde genutzt, denn Sprockhövel hatte an diesem Sonntag in der 15 Mannschaften umfassenden Liga spielfrei. Die Tabellenführung wurde mit einer 0:3-Schlappe gegen die SF Siegen 2 zwar schnell verspielt, aber zur Saisonhalbzeit lag der VfL immerhin auf dem zweiten Platz.

Mit 0:1 ging auch das vierte Duell gegen den TuS Iserlohn verloren. Im Verlauf der zweiten Serie ging den Schwertern dann auch etwas die Luft aus. Mit 13 Siegen, fünf Remis und zehn Niederlagen schloss die Mannschaft als Siebter dennoch einen Rang besser ab als im Vorjahr. David Flamme und Matthias Krause teilten sich die interne Torjägerkanone mit je zwölf Treffern. Meister wurde die TSG Sprockhövel, die von Jörg Silberbach trainiert wurde. Silberbach wurde über ein Jahrzehnt später auch Coach am Schützenhof.

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Bereits Anfang des Jahres 2002 hatte Peter Lodde signalisiert, dass er auch eine weitere Spielzeit beim VfL dranhängen würde. „Eine Herzensentscheidung“ wäre es für ihn trotz steigender beruflicher Verpflichtungen und Familie. Die fünfte Saison unter Lodde stand aber unter keinem guten Stern. Mit einem 0:0 beim DSC Wanne-Eickel begann sie. Der erste Sieg sollte erst am sechsten Spieltag mit 3:2 gegen den TuS Erndtebrück gelingen. Immerhin feierte Lodde im November mit 3:1 den ersten Sieg gegen den TuS Iserlohn und „Kiki“ Kneuper. Doch der VfL wurde in den Abstiegskampf verstrickt. Bis zum Saisonende standen die Schwerte mit dem Rücken zur Wand.

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Am 27. April gelang erst der erste Heimsieg in 2003 mit 3:1 gegen den SV Sodingen. Im Endspurt konnte der VfL durch Siege gegen Iserlohn (3:0) und die SpVg Marl (5:2) den Klassenerhalt sichern. Platz zwölf mit neun Siegen, acht Remis und elf Niederlagen stand zu Buche. Erfolgreichster Torjäger war erneut David Flamme mit elf Toren.

Aufstiegstrainer Peter Lodde (re.) und „Kiki“ Kneuper coachten den VfL Schwerte in den ersten fünf Jahren in der Verbandsliga-Ära.

Aufstiegstrainer Peter Lodde (re.) und „Kiki“ Kneuper coachten den VfL Schwerte in den ersten fünf Jahren in der Verbandsliga-Ära. © Bernd Paulitschke

Bereits im Februar war die Nachfolge auf der Trainerbank geregelt worden. Der in Schwerte wohnende „Kiki“ Kneuper sollte übernehmen und Peter Lodde als Sportlicher Leiter die Geschicke weiter lenken. Mit zwölf Neuzugängen wurde ein Umbruch eingeleitet. Das erste Saisonspiel gegen die SG Langenbochum endete zwar 0:0, aber es war eine Partie auf gutem Niveau.

Triumph beim Ex-Verein

In der Folge verlief die Saison mit Höhen und Tiefen. Der VfL bewegte sich im grauen Mittelfeld. Ein Höhepunkt war am 10. Spieltag der 2:0-Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer SpVgg Erkenschwick durch zwei Flamme-Tore. Am 20. Spieltag feierte Kneuper mit seinem Team einen Triumphzug an alter Wirkungsstätte, als der VfL beim TuS Iserlohn mit 6:1 gewann. Dabei hatte man bereits in der ersten Minute das 0:1 schlucken müssen. Der Ex-Iserlohner Marco Schink erzielte drei Tore. Das Rückspiel in Erkenschwick endete nach 2:0 und 3:1-Führung durch den Ausgleich in der 90. Minute mit 3:3. Und bei den SF Oestrich-Iserlohn musste sich der VfL nach bravourösen Kampf vor 670 Zuschauern mit 1:2 geschlagen geben. Oliver Ruhnert, heute Sportlichen Leiter beim Bundesligisten Union Berlin, trainierte die Oestricher.

Im Endspurt konnten die Schwerter einen 3:2-Erfolg beim Tabellenzweiten Westfalia Herne und einen 5:3-Sieg gegen Rot-Weiß Lüdenscheid feiern und belegten noch Platz sieben mit zwölf Siegen, acht Remis und zehn Niederlagen. „Es war mein erstes Jahr in Schwerte – ich habe es nie bereut“, meinte Kneuper am Saisonende.

Erfolgreichste Saison

David Flamme war mit 15 Treffern zum vierten mal bester Torschütze, doch in der Saison 2004/05 gab es Differenzen mit Kneuper und so zog es den Torjäger in der Winterpause überraschend zum Nachbarn Geisecker SV. Die Spielzeit wurde trotzdem die erfolgreichste überhaupt für den VfL. An vorderster Front übernahm der Geisecker Matthias Roos (14 Tore) den Part als Knipser.

Zu Beginn verspielte der VfL gegen Hordel (2:2) und Erndtebrück (3:3) jeweils eine Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase. Der erste Sieg gelang gegen Horst-Emscher mit 4:1 bei drei Roos-Toren. Gegen die Ruhnert-Elf aus Oestrich gab es gegen eine 1:5-Klatsche, dennoch stand der VfL mit ausgeglichener Bilanz auf Rang sechs.

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Einen Festag feierten die Schwerter beim 1:0-Sieg gegen den SSV Hagen vor 1100 Zuschauern. „Patti“ Kunze hatte das entscheidende Tor erzielt. Der VfL war in der Rückrunde kaum zu stoppen. Selbst in Oestrich gelang ein 1:1. Erst in Neheim erwischte es die Blau-Weißen in der Nachspielzeit mit 2:3. Am letzten Spieltag machte der VfL gegen die SG Wattenscheid 2 einen 0:2-Rückstand wett und rettete mit dem 3:3 den fünften Rang, mit zwölf Siege, neun Remis und neun Niederlagen– die beste Platzierung seit dem Aufstieg. Mit diesem Erfolg verabschiedete sich „Kiki“ Kneuper als VfL-Trainer – vorerst.

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