Anna Hoja und die große Leere nach der Absage der Beach-Tour

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Erst das abrupte Ende der Hallensaison, dann die Absage der nationalen Beach-Serie - die Schwerter Volleyballerin Anna Hoja traf die Corona-Krise in sportlicher Hinsicht mit voller Wucht.

Schwerte

, 17.04.2020, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Schock poppte Mitte März auf Anna Hojas Handy auf. Auf einer Lehrerkonferenz erreichte sie die Nachricht, dass die Hallensaison im Volleyball aufgrund des grassierenden Coronavirus abgebrochen sei.

Abruptes Ende ist „unfassbar schade“

Krass, dachte sich die 28-jährige Schwerterin. Eigentlich hatte sie sich entschieden, ihre Hallenkarriere beim Zweitligisten Leverkusen nach dieser Saison am letzten Spieltag Mitte April zu beenden.

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Die ehemalige Bundesliga-Spielerin hatte sich auf einen adäquaten Abschied ihrer erfolgreichen Hallenkarriere eingestellt. „Dieses abrupte Ende ist jetzt unfassbar schade“, sagt sie.

Seit November auf den 8. Mai vorbereitet

Der zweite Schock kam dann nur ein paar Tage später. Und der war noch größer. Seit November bereitete sich Hoja mit ihrer Beachvolleyball-Partnerin Stefanie Hüttermann unermüdlich auf den 8. Mai vor. Der Start der Beach Tour 2020, der größten nationalen Beachvolleyballserie in Europa – ausgerechnet in ihrer Wahlheimat Münster.

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Hoja, die seit ein paar Jahren den Beachvolleyball priorisiert und speziell bei der Beach Tour ziemlich erfolgreich ist, hatte keinen Urlaub gebucht, alles auf die Tour mit ihren acht Stopps und das große Saisonfinale am Timmendorfer Strand ausgerichtet. Mittlerweile sind alle Turniere bis auf Timmendorf abgesagt.

Sport spielt jetzt nur eine Nebenrolle

„Aus sportlicher Sicht ist das sehr hart für uns, da wir sehr viel in die Vorbereitung reingesteckt haben“, erzählt Hoja. „Der Sport nimmt aktuell aber auch nur eine Nebenrolle ein.“ Wie es weitergeht, weiß Hoja nicht.

Der Verband hält zumindest noch an der Deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand (3.-6. September) fest.

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Anna Hoja hat jetzt Zeit für Dinge, die sie sonst vernachlässigen muss: Kochen, Zeit mit ihrem Freund, Lesen. Die sportliche Situation frustriert sie aber enorm. Die Deutsch-, Pädagogik- und Sportlehrerin hat sich ein Beachvolleyball-Gedankenverbot auferlegt.

„Ich muss das erst einmal richtig verarbeiten. Das hinterlässt schon eine große Leere.“

Auswirkungen auf die Trainingsmotivation

Der große Rückschlag wirkt sich auch auf die Trainingsmotivation aus. Hoja hält sich mit Training zu Hause und draußen zwar fit. Das ist jedoch kein Vergleich zum gewohnten Pensum. Das letzte Mal im Sand war Anna Hoja vor gut fünf Wochen. Nun sind die Plätze und Hallen gesperrt. Training mit ihrer Partnerin ist nicht möglich.

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Insgesamt ist aktuell nur eines sicher: die Unsicherheit, wie es konkret weitergeht. Hoja ist nun gezwungen, das zu akzeptieren, was sie vor wenigen Wochen noch selbst fast belächelt hat. „Diese Auswirkungen konnte sich ja niemand vorstellen. Uns jetzt sind wir mitten in dieser unvergleichlichen Situation.“

Immerhin: Das eigentlich geplante Karriereende in Leverkusen will Hoja jetzt zumindest nochmal überdenken.

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