Aufstieg des Geisecker SV durch die Hintertür? „Das wäre ein Hammer!“

hzFußball-Bezirksliga

Die Sektkorken knallen zu lassen, wäre verfrüht. Aber es ist kein allzu unrealistisches Szenario, dass der Geisecker SV in der nächsten Saison eine Liga höher spielen darf.

Geisecke

, 05.06.2020, 16:13 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Geisecker SV ist ein Klub, der fast schon zum Inventar der Fußball-Bezirksliga gehört. Seit dem Aufstieg im Mai 1989, also seit mehr als 30 Jahren, spielen die „Kleeblätter“ in der Bezirksliga um Punkte – mit Ausnahme des einjährigen Intermezzos in der Landesliga in der Saison 2001/02.

Landesliga-Rückkehr nach 19 Jahren?

Doch plötzlich scheint es gar nicht ausgeschlossen, dass die Geisecker nach 19-jähriger Landesliga-Abstinenz in diese Spielklasse zurückkehren. Denn möglicherweise steigen sie als Tabellendritter der Saison 2019/20 durchs Hintertürchen noch auf.

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Aber bevor jetzt schon rund um den Buschkampweg die Sektkorken knallen: Dass es so kommt, ist längst noch keine beschlossene Sache.

Noch jede Menge Eventualitäten

Denn in dem komplexen Sachverhalt rund um die Aufstiegsregelung für die überkreislichen Spielklassen auf Ebene des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) gibt es noch jede Menge Eventualitäten.

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Der Versuch, etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Eigentlich war ja schon alles so gut wie entschieden: Nach einer FLVW-Empfehlung wird die Saison abgebrochen, es gibt keine Absteiger und die Hinrundenmeister sowie die aktuellen Tabellenführer (nach Anwendung der Quotientenregel) steigen auf. Was fehlt, ist nur noch die Zustimmung des Verbandstags – eher eine Formsache.

Rückzug zweier Westfalenligisten

Aber der Rückzug von zwei Westfalenligisten hat jetzt für einen neuen Sachverhalt gesorgt. Der SC Roland Beckum und der SV Spexard aus Gütersloh ziehen sich freiwillig aus dieser Spielklasse zurück. So ist noch ein freier Platz in der Westfalenliga zu vergeben.

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Gesetzt den Fall, der Verband würde den besten Zweitplatzierten aller vier Landesliga-Staffeln anhand des Quotienten aufsteigen lassen, wäre das die SpVg Hagen 11.

Sollstärke der Landesliga: 80 Mannschaften

Um dann wiederum die Sollstärke in der Landesliga zu erfüllen, würden weitere Aufsteiger aus den Bezirksligen benötigt. Denn nachdem der Verband zur Saison 2020/21 mit fünf statt bisher vier Staffeln an den Start gehen will, wären 80 Mannschaften nötig, um auf die Sollstärke von 16 Teams je Staffel zu kommen.

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Nach derzeitigem Stand dürften sich bis zu fünf Bezirksligisten noch Hoffnung machen, zusätzlich in die Landesliga nachzurücken – auch die Geisecker?

Darf man auch als Tabellendritter nachrücken?

Das hängt davon ab, welche Regelung die Verbandsverantwortlichen anwenden würden. Die Frage lautet: Rücken grundsätzlich nur Tabellenzweite nach oder dürfen auch die besten Teams anhand der Quotientenregel (Anzahl der Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele), also auch Tabellendritte, aufsteigen?

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Bei letzterer Variante hätten die Geisecker richtig gute Karten. „Wir haben es durchgerechnet: Wir sind mit Abstand der beste Tabellendritte aller zwölf Bezirksligen. Und unter allen Zweit- und Drittplatzierten, sind wir die drittbesten“, klärt Thomas Redel, Sportlicher Leiter der „Kleeblätter“ auf.

Schnieders: Dieses Szenario ist denkbar

FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders will zwar noch nicht ins Detail gehen, bestätigt aber immerhin, dass dieses Nachrücker-Szenario denkbar ist. Dann würden mit Rot-Weiß Lüdenscheid, dem SC Berchum/Garenfeld und gegebenenfalls eben auch den Geiseckern gleich drei Mannschaften aus der Bezirksliga-Staffel 6 aufsteigen – und die Geisecker fast 20 Jahre nach ihrem Aufstieg 2001 wieder um Landesliga-Punkte spielen.

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Und wie reagieren die Vereinsverantwortlichen auf die Perspektive, möglicherweise in den unverhofften Genuss eines Aufstiegs zu kommen? „Das wäre natürlich echt ein Hammer. Aber wir machen uns nicht verrückt – erstmal abwarten“, sagt Thomas Redel.

Vereinsführung ist hin- und hergerissen

Immerhin habe man die Thematik aber schon im Führungsgremium und auch mit Mannschaft und Trainern besprochen. Redel dazu: „Wir sind hin- und hergerissen. Wenn man so ein Geschenk bekommen sollte, muss man es eigentlich auch annehmen – zumal die Mannschaft ja auch wirklich eine überragende Saison gespielt hat. Andererseits wäre es auf jeden Fall ein Abenteuer“, so der Sportliche Leiter.

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Die Antwort auf die Frage, ob es wirklich so kommt, wird jedoch noch länger auf sich warten lassen. Denn Manfred Schnieders erklärt: „Wir bekommen fast täglich Anfragen von Vereinen, was denn passiert, wenn noch weitere Mannschaften für die kommende Saison zurückziehen sollten.“

Erstmal brauche man jetzt den Verbandstagsbeschluss, um offiziell den Saisonabbruch und auch die Aufstiegsempfehlung umsetzen zu können.

Offizielle Verkündung wohl erst am 26. Juni

Aber was passiert dann? Zunächst wird es eine Einspruchsfrist von zehn Tagen geben. Sollte kein Verein diese Möglichkeit wahrnehmen, werde der FLVW voraussichtlich am 26. Juni offiziell die Aufsteiger verkünden.

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Aber auch dann wird die Liste wohl noch nicht vollständig sein. Warum? Weil eben immer noch Mannschaften – wie zuletzt die beiden erwähnten Westfalenligisten SC Roland und SV Spexard – zurückziehen können, und zwar bis zum 15. Juli. Erst dann endet die Meldefrist für die kommende Spielzeit.

Meldefrist könnte sich nach hinten verschieben

Aber auch hier ist sich der Verband noch nicht ganz sicher. „Eventuell verschieben wir diese Frist auch nochmal, weil wir ja immer noch nicht wissen, wann es wieder losgeht“, sagt Schnieders.

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Auf eine endgültige Entscheidung müssen die Geisecker und alle anderen Amateurfußballer also noch warten. Und das, obwohl ja eigentlich schon alles festzustehen schien. Eigentlich.

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