Bei einem Abbruch der Handballsaison: Mögliche Szenarien für die HVE Villigst-Ergste

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Das Corona-Virus hat den Handball im Würgegriff. Der Spielbetrieb der aktuellen Saison ist ausgesetzt. Für den Handballverband Westfalen gilt: Bis zum 19. April ruht der Ball. Mindestens.

Schwerte

, 19.03.2020, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es im Sinne des Sports wünschenswert wäre, wenn die Saison danach fortgesetzt und zu einem Ende gebracht werden kann, versteht sich fast von selbst.

Sicher ist dies aber keineswegs – im Gegenteil. So müssen sich die Funktionäre wohl oder übel mit dem Gedanken beschäftigen, was passiert, wenn die Spielzeit 2019/20 abgebrochen werden muss.

Alles auf Null? Das wäre „ziemlich besch...“

Daraus ergeben sich Fragen. Die HVE Villigst-Ergste ist einer der Vereine, die besonders interessiert an der Beantwortung solcher Fragen sind.

In der Herren-Landesliga 4 stehen die Villigst-Ergster an der Spitze – der Aufstieg in die Verbandsliga ist zum Greifen nah. Wenn jetzt die Saison abgebrochen werden müsste und alles auf Null gesetzt würde, wäre das „ziemlich besch...“, findet HVE-Handballobmann Thorsten Gollnik.

Vereine werden wohl nicht gefragt

Doch auch Gollnik weiß, dass es für den Fall eines Saisonabbruchs keine Lösung gibt, die alle zufriedenstellen würde. „Egal, wie es kommt – Geschrei wird es immer geben“, meint Gollnik und denkt dabei ganz pragmatisch: „Irgendwann werden sie uns schon irgendwas präsentieren. Wir haben ohnehin keinen Einfluss auf die Entscheidung, denn gefragt werden die Vereine dazu sicherlich nicht.“

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Auch Wilhelm Barnhusen, Präsident des Handball-Verbands Westfalen, hat keine Patentlösung parat. Laut Barnhusen arbeitet eine vierköpfige Taskforce aktuell daran, wie es für den kompletten Handball in Deutschland weitergehen kann.

Warten auf Taskforce-Entscheidung

„Wir werden wir erstmal abwarten, was die Taskforce erarbeiten wird“, sagt Barnhusen. Vorher werde es für den westfälischen Handball keine Entscheidung geben.

Was Barnhusen aber sagen kann, ist, dass es einen Paragrafen in den westfälischen Statuten gibt, der sich mit dem Thema Auf- und Abstieg befasst. „In dem Paragrafen steht, dass in besonderen Fällen der Handballverband Westfalen bestimmen kann, wie die Auf- und Abstiegsregelung auszusehen hat“, sagt Barnhusen.

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Wie diese dann explizit aussehen könnte, dazu möchte er aber keine Spekulationen in den Raum werfen.

Vier Szenarien scheinen möglich

Trotzdem sei erlaubt, sich mit einigen möglichen Szenarien zu beschäftigen, falls die Saison wirklich nicht zu Ende gespielt werden kann:

Szenario 1: Die Saison wird annulliert, alles wird auf Null gesetzt – als hätte es die Spiele der laufenden Saison nicht gegeben. Das wäre schlecht für Tabellenführer wie die HVE und gut für Mannschaften, die auf einem Abstiegsplatz stehen – der Sturz in die tiefere Klasse bliebe ihnen erspart.

Szenario 2: Die aktuelle Tabelle ist der Endstand – alle HVE-Beteiligten würde es freuen. Aber wäre diese Alternative gerecht? Nicht alle Teams haben ein gleich schwieriges Restprogramm – und was ist in Ligen, in denen vielleicht nicht alle Mannschaften dieselbe Anzahl an Spielen absolviert haben?

Szenario 3: Die Hinrundentabelle wird zum Maßstab genommen. Das wäre insofern gerechter, dass jeder gegen jeden schon mal gespielt hätte und alle Teams dieselbe Anzahl an Partien absolviert hätten. Auch mit dieser Regelung könnte die HVE sehr gut leben, denn an erster Stelle stand sie auch schon zum Abschluss der Hinrunde.

Szenario 4: Ein Aufstocken der Ligen. Mannschaften, die auf einem Aufstiegsplatz stehen, dürfen aufsteigen. Teams, die auf einem Abstiegsplatz stehen, bleiben drin. In der folgenden Saison müsste man dann die Zahl der Absteiger erhöhen, um auf dann wieder auf das ursprüngliche Soll zu kommen.

Gedankenspiele der Handballfunktionäre

Solche Gedanken werden sich auch die Handballfunktionäre machen. Zu welchem Ergebnis sie kommen?

Wie so viele andere Fragen lässt sich auch diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten.

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