Das Ende einer Holzpfosten-Ära: Nils Klems macht Schluss

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Er hat den Futsalsport in Schwerte geprägt wie sonst niemand. Und er personifiziert den Verein Holzpfosten Schwerte 05 wie kaum ein Zweiter. Doch am Monatsende ist Schluss für Nils Klems.

Schwerte

, 04.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Und niemand glaube, es sei eine leichte Entscheidung gewesen, die Nils Klems da für sich getroffen hat. Aber letztlich steht für den 30-Jährigen seit ein paar Wochen fest: „Der Aufwand ist leider zu groß geworden.“

Klems wohnt seit einigen Jahren in Köln und ist in der Domstadt auch privat längst sesshaft geworden. So sei es letztlich eine rationale Entscheidung gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen - auch wenn sich „Mister Futsal“ das selbst noch nicht so richtig vorstellen kann.

„Ich bereue keine Sekunde“

„Vor allem die letzten zwei Jahre waren schon sehr intensiv. Aber ich bereue keine Sekunde auf der Autobahn, keine Minute Schlaf, die mir genommen wurde. Es fällt mir unglaublich schwer, loszulassen, da ich dem Verein Holzpfosten und der Futsal-Abteilung zu emotional verbunden bin“, sagt Klems in Erinnerung an „viele, viele Gänsehaut-Momente“ - mit dem Highlight des Endspiels um die deutsche Futsal-Meisterschaft 2015 in Hagen vor etwa 2000 Holzpfosten-Fans.

Deshalb gebe es nun auch keine halben Sachen, so Klems. „Ich kann dem Verein und vor allem auch mir selber durch die Entfernung nicht mehr gerecht werden, weshalb ich mich jetzt zu einem kompletten Schluss entschlossen habe.“ So wird der Ex-Nationalspieler den „Pfosten“ als Aktiver nur noch in den letzten vier Saisonspielen zur Verfügung stehen, und auch für die Pläne des Vereins, die Futsal-Abteilung zu professionalisieren, kann der Verein nicht mehr auf ihn bauen.

Auch den Job in der DFB-Kommission gibt Klems auf

Über sein Aktiven-Dasein hinaus hatte sich Klems in den vergangenen Jahren auch beim Deutschen Fußballbund (DFB) engagiert, um die Entwicklung in Sachen Futsal voranzutreiben. Auch diesen Job in der DFB-Futsalkommission werde er aufgeben, so der 30-Jährige.

Dass die DFB-Verantwortlichen die ursprünglich für die Saison 2020/21 geplante Einführung einer eingleisigen Futsal-Bundesliga mittlerweile um eine Spielzeit nach hinten verschoben haben, habe bei seiner Entscheidung allenfalls eine Nebenrolle gespielt, sagt Klems. Viel mehr sei es nur konsequent, auch in der Kommission aufzuhören. Allenfalls den Job als Co-Kommentator für den TV-Sender Sport 1 bei Länderspielen könne er sich weiterhin gut vorstellen.

Wie genau es für ihn in sportlicher Hinsicht weitergeht, wisse er noch nicht, sagt Klems. „Sport werde ich aber definitiv weiter machen“, sagt er. Nochmal beim Holzpfosten-Triathlon erfolgreich abzuschneiden, sei zum Beispiel ein sportliches Ziel für die Zukunft.

„Noch einmal 13 sein“ am 30. März

Vorher aber gibt es noch einen anderen Termin, bei dem Nils Klems im Mittelpunkt stehen wird - ob er will oder nicht: Das letzte Saisonspiel am Samstag, 30. März, gegen Mülheim dürfte zu einem ziemlich „großen Bahnhof“ für Nils Klems werden. In Anlehnung an die Rückennummer des Schwerter Vorzeige-Futsalers trommeln die Holzpfosten-Macher unter dem Motto „Noch einmal 13 sein“ schon jetzt fleißig in allen Kanälen, um die Alfred-Berg-Sporthalle zu Nils Klems’ letzten Spiel voll zu kriegen.

Es wird ihnen gelingen. Und dann ist wohl wirklich Schluss mit Futsal für Nils Klems - auch wenn man sich das noch nicht so richtig vorstellen kann.

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