Der westfälische Fußballverband und seine „drastische Maßnahme“ gegen die Corona-Gefahr

Amateurfußball

Seit Freitagvormittag ist offiziell, was letztlich keine Überraschung mehr war: Der Amateurfußball-Spielbetrieb ist vorerst eingestellt.

Schwerte

, 13.03.2020, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viel Zeit zur Pflege des Kunstrasens, wie hier im Waldstadion Zuhause der SG Eintracht Ergste, haben die Verantwortlichen der heimischen Fußballvereine. Mindestens für die nächsten fünf Wochen sind alle Spiele ausgesetzt.

Viel Zeit zur Pflege des Kunstrasens, wie hier im Waldstadion Zuhause der SG Eintracht Ergste, haben die Verantwortlichen der heimischen Fußballvereine. Mindestens für die nächsten fünf Wochen sind alle Spiele ausgesetzt. © Manuela Schwerte

Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) hat entschieden, den Spielbetrieb bis einschließlich 19. April einzustellen. Dies betrifft die in der Zuständigkeit des FLVW liegenden Ligen von der Oberliga bis einschließlich Bezirksliga.

Reaktion auf die aktuelle Entwicklung

Damit reagiert der Verband nach einer NRW-weiten Abstimmung mit den Fußballverbänden Mittelrhein (FVM) und Niederrhein (FVN) auf die aktuelle Entwicklung rund um den Coronavirus.

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Auch auf Kreisebene ruht der Ball für die heimischen Mannschaften. Denn die Verantwortlichen des Kreises Dortmund, die sich am Donnerstag noch eine Sonderregelung ausgedacht hatten und Spiele ohne Zuschauer austragen lassen wollten, haben sich ebenso der FLVW-Regelung angeschlossen wie der Kreis Iserlohn.

„Wir sahen keine andere Möglichkeit“

„Es ist uns bewusst, dass es eine drastische Maßnahme ist. Wir sahen aber im Sinne der Verantwortung für unsere Aktiven und Fans keine andere Möglichkeit“, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. „Nur gemeinsam können wir die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.“ Dazu müsse auch der Fußball beitragen.

Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch alle Freundschafts- und Pokalspiele, Spielrunden und Turniere (sowohl in der Halle als auch auf dem Feld) von der Einstellung betroffen.

Ein sportlicher Saisonabschluss bleibt Zielsetzung

Die Zielsetzung eines sportlichen Saisonabschlusses bleibe aber unberührt. „Ein entsprechendes Konzept wird aktuell entwickelt“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Verbandes.

Inwieweit Vereine ihren Trainingsbetrieb aufrechterhalten, ist den Verantwortlichen selbst überlassen. „Alle Vereine sind weiterhin aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen und Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind oder Symptome aufweisen“, heißt es seitens des FLVW.

Tägliche FLVW-Neubewertung der Lage

Dessen Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders sagt: „Uns ist durchaus bewusst, wie viel organisatorischer Aufwand diese Entscheidung für unsere Kreise und Vereine bedeutet. Wir hoffen, dass wir nach der genannten Zeitspanne den Spielbetrieb wieder aufnehmen und die Saison zu Ende führen können.“

Zudem weisen die FLVW-Verantwortlichen darauf hin, dass die eingerichtete Task Force eine tägliche Neubewertung der Lage vornimmt.

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