Dorfverein in bestem Sinne: Der Geisecker SV ist seit 30 Jahren ein Bezirksligist

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Der heutige Vereinsvorsitzende war damals ein junger Stürmer. Im Mai 1989 feierte der Geisecker SV den Aufstieg in die Bezirksliga. Und ist seitdem nie wieder abgestiegen.

Geisecke

, 28.05.2019, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein bisschen schüchtern blickt Martin Gläser auf der Sonderseite im Mai 1989 in die Kamera. 20 Jahre war Gläser damals jung und hatte als Stürmertalent einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass der Geisecker SV den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hat - zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der „Kleeblätter“. Dabei waren die Geisecker ein Jahr zuvor erst von der Kreisliga B in die A-Liga aufgestiegen.

Bezirksliga passt zu den Strukturen des Vereins

30 Jahre später ist Gläser der Vorsitzende des Vereins. Und die Geisecker spielen immer noch in der Bezirksliga - kein einziges Mal sind sie in all den Jahren abgestiegen. In die andere Richtung ging es dagegen 2001. Passend zum 75-jährigen Vereinsbestehen stiegen die „Kleeblätter“ damals unter Trainer Uwe Kallenbach in die Landesliga auf. In dieser Liga hielten sie sich aber nur eine Saison - es ging sofort wieder runter in die Spielklasse, in der sich der Verein auch heute noch gut aufgehoben fühlt.

„Die Bezirksliga passt einfach zu den Strukturen unseres Vereins“, sagt Gläser, für den der Begriff Dorfverein nicht negativ besetzt ist. „Wir sind ein Dorfverein im besten Sinne“, sagt der Vorsitzende.

„Edelfan“ und Mitglied des Freundeskreises

Auch Hubert Weber lächelt dem Leser auf der Aufstiegsseite entgegen. Ein paar Jahre vor besagtem Aufstieg hatte Weber das Amt des Fußballobmanns in Geisecke übernommen. Heute bekleidet der 72-Jährige, der seit mehr als 60 Jahren Vereinsmitglied ist, kein offizielles Amt mehr. Als „Edelfan“ und Mitglied des Freundeskreises ist Weber aber mit unverändert viel Herzblut dabei.

Was „seinen“ Geisecker SV angeht, ist Weber ein wandelndes Lexikon und hat jede Menge Anekdoten parat. Zum Beispiel zum ersten Bezirksliga-Spiel der Vereinsgeschichte: „Das war am 6. August 1989 bei Rot-Weiß Ostentrop. Eigentlich hätten wir zuhause gespielt. Aber wir hatten Schützenfest, deshalb wurde das Heimrecht getauscht. Wir haben 2:0 gewonnen und haben dafür 50 Biermarken vom Schützenverein gekriegt“, erzählt Weber schmunzelnd. Zu den Auswärtsspielen sei man immer mit dem Bus gefahren. „Der war immer voll“, erinnert sich Weber.

Häufig um den Klassenerhalt gezittert

Ob in der Sauerlandstaffel oder in einigen Spielzeiten auch gegen die Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet - Jahr für Jahr stand der Geisecker SV am Saisonende auf einem Nichtabstiegsplatz. „Gerade in der Dortmunder Liga mussten wir häufiger um den Klassenerhalt zittern. Aber am Ende hat es immer gereicht“, blickt Gläser zurück.

Gläsers Karriere als aktiver Spieler der ersten Mannschaft klang schon langsam aus, als die „Kleeblätter“ 2001 in die Landesliga aufstiegen. Aus dieser höheren Spielklasse stiegen die Geisecker jedoch prompt wieder ab. Es folgten 17 Bezirksliga-Saisons am Stück - Kontinuität wurde stets groß geschrieben am Buschkampweg.

Ehemalige Spieler sind heute im Vorstand

Das galt für viele Jahre, in denen Hans Landsiedel als Sportlicher Leiter der „Macher“ war, ebenso wie für die vergangenen zehn Jahre, seit Gläser und Mitstreiter wie Thomas Redel, Heinz Schmidt und Michael Faltin die Führungsgeschicke des Vereins leiten - alles ehemalige Spieler, die heute Verantwortung im Vorstand tragen.

Unter ihrer Regie entstand 2014 aus dem ungeliebten Ascheplatz am Buschkampweg das Kunstrasen-Schmuckkästchen KS-Logistic-Sportanlage. „Der Verein steht super da“, sagt Martin Gläser nicht ohne Stolz. Das hat nicht nur, aber auch mit der ersten Mannschaft zu tun, die seit 30 Jahren in der Bezirksliga spielt. „Und das kann auch gerne noch weitere 30 Jahre so bleiben“, meint der Vorsitzende.

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