Ein turbulentes Endspiel und ein Siegtor mit Beigeschmack

hzFußball-Stadtmeisterschaft 2017

Die Fußball-Stadtmeisterschaft kurz vor dem Saisonstart fällt in diesem Jahr wegen Corona aus - Anlass genug für uns, auf die Stadtmeisterschaften der vergangenen Jahre zurückzublicken.

Schwerte

, 15.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Königreich für einen neutralen Schiedsrichter-Assistenten – weil es diesen aber nicht gab, hatte der 4:3-Endspielsieg des VfL Schwerte gegen den Geisecker SV am 29. Juli 2017 einen Beigeschmack.

Der Ball war wohl im Seitenaus

Was war passiert? Alexander Bahr, seinerzeit der wohl beste Fußballer in den Reihen des VfL, hatte vor rund 350 Zuschauern in Schwerte-Ost den Treffer zum 4:3-Sieg erzielt, der den Blau-Weißen letztlich den Titel bescherte.

René Alkan hieß der Flankengeber, der sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt hatte. Vor dessen Hereingabe hatte der Ball aber – ziemlich deutlich sichtbar für die Zuschauer auf der Tribünenseite des EWG-Sportparks – wohl die Seitenauslinie überschritten.

An der Linie standen damals keine neutralen Assistenten, sondern es wurde je einem Vertreter der beiden beteiligten Vereine die Fahne in die Hand gedrückt. Der VfLer ließ die Fahne in der betreffenden Szene unten und war somit ein nicht unerheblicher Wegbereiter des Endspielsiegs für die Mannschaft von Trainer Jörg Silberbach.

Verdienter Sieg für den VfL Schwerte

Dass diese im Finale die deutlich bessere Mannschaft war und deshalb unter dem Strich auch verdienter Stadtmeister 2017 wurde, gehört aber auch zur fußballerischen Wahrheit anno 2017.

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Mit dem VfL und Geisecke hatten sich im Finale die beiden Vereine gegenüber gestanden, die zum damaligen Zeitpunkt das Ranking der Stadtmeistertitel gemeinsam angeführt hatten.

Jeweils zehn Mal war der „Pott“ in den Jahren zuvor zum Schützenhof und zum Buschkampweg gewandert. Mit dem 4:3-Endspielsieg übernahmen die Blau-Weißen die alleinige Führung in dieser Rangliste, die sie auch heute noch anführen.

Geisecker Nervenstärke vom Elfmeterpunkt

Auf dem Weg ins Endspiel hatte der spätere Turniersieger zunächst im Viertelfinale das Team des Ausrichters ETuS/DJK Schwerte ausgeschaltet (3:1 im strömenden Regen) und im Halbfinale auch dem Ligarivalen SC Berchum/Garenfeld mit 2:1 das Nachsehen gegeben.

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Nervenstärke „vom Punkt“ war dagegen der Trumpf, der die „Kleeblätter“ ins Endspiel brachte. Denn sowohl im Viertelfinale gegen den VfB Westhofen als auch im Halbfinale gegen den SC Hennen, damals als Landesligist die klassenhöchste Mannschaft des Teilnehmerfeldes, setzte sich das Team von Trainer Thomas Wotzlawski im Elfmeterschießen durch.

Überraschende Spieler-Auszeichnung

Im Endspiel aber war der VfL das Stoppschild für die Geisecker, von denen sich zwei Spieler aber als „Trostpreis“ über die beiden persönlichen Turnierehrungen freuen durften: Tim Helmdach wurde zum besten Torwart des Turniers gewählt, während die Auszeichnung für den besten Spieler etwas überraschend an Dejvid Radenkovic ging.

Dieser hatte zwar im Endspiel zwei der drei Geisecker Tore erzielt, war zuvor aber nur in zwei Turnierspielen als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen – der kuriose Schlussakkord der 36. Schwerter Fußball-Stadtmeisterschaft in Schwerte-Ost, deren turbulentes Endspiel damals für jede Menge Gesprächsstoff sorgte.

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