Erster Bezirksliga-Rückzug steht bevor: „Ich fände das eine Frechheit“

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Erste fünf Spieltage sind in der Bezirksliga 8 absolviert und der Rückzug des ersten Teams steht schon bevor. Vor allem für den Geisecker SV und den VfL Schwerte wird es jetzt spannend.

Schwerte

, 08.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Saison ist gerade im vollen Gange. Trotzdem wissen die beiden Schwerter Klubs Geisecker SV und der VfL Schwerte noch gar nicht, ob sie in den kommenden beiden Wochen überhaupt zweimal um Punkte spielen.

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Für die Zweitvertretung des Westfalenligisten Lüner SV sieht es aktuell nicht gut aus. Zwei Spiele mussten bereits abgesagt werden. Ob die Mannschaft nun weiterspielt, ist noch nicht final geklärt. In den vergangenen zwei Spielen gegen VfR Sölde und den ASC 09 Dortmund 2 trat das LSV-Team aufgrund von Spielmangel kurzfristig nicht an. Eine dritte Absage würde bedeuten, dass die Lüner aus der Wertung genommen werden und als erster Absteiger feststehen. Die nächsten beiden Spiele sollen ausgerechnet gegen zwei Schwerter Mannschaften stattfinden.

Entscheidung ist vertagt

Doch ob wirklich gespielt wird, steht noch nicht final fest. Eigentlich sollte schon am Dienstagabend nach dem Training die Entscheidung fallen, doch diese wurde nun vertagt, erklärt Peter Marx, zweiter Vorsitzender des Vereins. Freitagmorgen soll dann endgültig feststehen, ob die Mannschaft von Manuel Lorenz auf dem Platz stehen wird oder den freiwilligen Abstieg durch ein erneutes Nichtantreten in Kauf nimmt.

Fünf Spiele, fünf Niederlagen sowie 0:16 Tore

Nachdem die beiden abgesagten Begegnungen jeweils gegen Lünen gewertet wurden, stehen fünf Spiele und fünf Niederlagen sowie 0:16 Tore zu Buche - eine traurige Bilanz. Das hatten sich die LSV-Verantwortlichen anders vorgestellt. „Wir waren schon optimistisch, auch durch den neuen Trainer, der seit März Zeit hatte, die Mannschaft aufzubauen“, erklärt Peter Marx. Viele Ausfällen und noch einige Abgänge, die nicht so schnell zu ersetzen waren, hätten zu der Situation geführt.

Die weitere Entwicklung ist besonders für den Geisecker SV und den VfL Schwerte interessant, denn beide Vereine wären die nächsten Gegner der Lüner. Eventuell können die Geisecker also am Sonntag nicht spielen.

„Mache mir da keinen Kopf“

„Ich bin mir da nicht so sicher, dass sie wirklich zurückziehen. Am Dienstag hatten sie wohl genug Spieler beim Training“, meint Thomas Redel, Sportlicher Leiter des Geisecker SV. „Das ist aber auch nicht mein Problem. Wir gehen davon aus, dass wir am Sonntag spielen. Sonst haben wir eben spielfrei. Wir müssen es dann hinnehmen. Für alle anderen Vereine wäre das nicht so schön. Aber ich mache mir da keinen Kopf. Anderer Verein, andere Baustelle.“

Co-Trainer Dirk Goldschmidt ist gespannt, ob der Lüner SV 2 am Sonntag gegen die Geisecker antritt.

Co-Trainer Dirk Goldschmidt ist gespannt, ob der Lüner SV 2 am Sonntag gegen die Geisecker antritt. © Foto: Manuela Schwerte

Der VfL Schwerte hätte eine Woche später ein Heimspiel gegen Lünen. „Es ist schwierig als Außenstehender die Lage zu beurteilen. Aber ich weiß, dass es nicht einfach ist, eine vernünftige zweite Mannschaft auf die Beine zu stellen“, so Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte. Buchwald weiß aber auch, dass sich die Lage nicht bessern wird, wenn es in Richtung Winter geht. Da sei es vielleicht besser eine Entscheidung herbeizuführen, als das noch wochenlang hinzuziehen. „Dann kann man wenigstens planen“, meint er.

„Fände ich es eine Frechheit“

Der dritte Schwerter Verein, der ETuS/DJK Schwerte, wäre zwar auch betroffen, würde aber erst am 28. Februar auf den Lüner SV 2 treffen. André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK ist von der Entwicklung aber ebenfalls nicht gerade begeistert. „Wenn es so kommt, dass Lünen zurückzieht, fände ich es eine Frechheit – bei einer Bezirksliga-Mannschaft. So etwas weiß ich in der Regel im Vorfeld. Gerade ein Verein wie der Lüner SV, der jahrelang höherklassig spielt. Es hätte schon einen bitteren Beigeschmack“, so Haberschuss.

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Aber ein positive Seite sieht er auch: „Dann wäre zumindest schon mal ein Absteiger weg.“ Denn in dieser Spielzeit müssen gleich vier Mannschaften am Ende den Weg in die Kreisliga antreten. Ein Viertel der Vereine wird es also erwischen und das kann noch ein Hauen und Stechen bis zum Schluss werden.

Nun heißt es erstmal abwarten, wie es am Schwansbell weitergeht und ob am Wochenende genug Spieler für die Partie gegen den Geisecker SV zusammenkommen. Beim Training am Dienstagabend sah die Spielerquote wohl ganz gut aus, so Marx. Trainer Manuel Lorenz habe noch einmal an sein Team appelliert, dass er gerne weiterspielen und die laufende Saison nicht einfach so beenden möchte.

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