Im Hause Tschirbs ist Tischtennis eine Familiensache

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Vater und Sohn gehen bei der TTVg Schwerte ebenso gemeinsam in einem Team auf Punktejagd wie Mutter und Tochter beim TuS Holzen-Sommerberg. Und alle vier sind Tabellenführer.

von Linus Jäger

Schwerte

, 23.12.2018, 18:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wohl in jeder Sportart gibt es diese Familien, die sich mit ganz viel Herzblut ihrer Lieblingssportart widmen. Auch im Schwerter Tischtennis gibt es eine solche Familie: die Familie Tschirbs. Die Rede ist von den Eltern, Stefan und Stéphanie und ihren beiden Kindern, den Zwillingen Amelie und Adrien.

Stéphanie ist genauso wie ihr Ehemann Stefan 50 Jahre alt und spielt seit 35 Jahren Tischtennis. Angefangen haben die beiden allerdings in unterschiedlichen Ländern. Denn Stéphanie ist Französin und begann in ihrem Heimatland mit dem Tischtennis, ehe sie der Beruf nach Deutschland verschlagen hat. Bei Decathlon in Dortmund-Aplerbeck hat sie seinerzeit die Tischtennis-Abteilung aufgebaut, arbeitet aber jetzt als Übersetzerin.

Ihren Mann Stefan lernte sie – wie auch sonst? – beim Tischtennis kennen. Der Bauingenieur steht auch schon seit 35 Jahren an der Platte, auch sein Vater und Bruder waren aktive Tischtennisspieler.

Seit sechs Jahren am Ball

„Bei dieser Tischtennis-Leidenschaft in der Familie war natürlich schnell klar, dass unsere Kinder auch Tischtennis spielen sollen“, sagt Stefan Tschirbs. Seit sechs Jahren spielen die heute 15-jährigen Zwillinge Adrien und Amelie mit dem Schläger und dem kleinen weißen Ball.

Die Schwester, die in die zehnte Klasse des Friedrich-Bährens-Gymnasium geht, spielt in der Jugend für die TTVg Schwerte und im Damenbereich für den TuS Holzen-Sommerberg – zusammen mit ihrer Mutter. Ihr Bruder Adrien besucht die zehnte Klasse der Gesamtschule und ist für die TTVg Schwerte aktiv. Zusammen mit seinen Eltern leitet er zudem TTVg-Kindertraining, ehe danach die ganze Familie zum Training zusammenkommt.

Alle ungefähr das gleiche Niveau

„Wir trainieren zwei bis dreimal die Woche, aber mittwochs zusammen“, erzählen sie. Gibt es denn auch Familienduelle? Und wer gewinnt dann diese speziellen sportlichen Auseinandersetzungen? „Wir haben alle ungefähr das gleiche Niveau, aber mein Vater ist schon etwas besser“, gibt Adrien zu und ergänzt mit einem Lächeln: „Wir spielen im Training gegeneinander, dann geht es aber um die Ehre. Und abends diskutieren wir dann über die jeweiligen Leistungen.“

3:0 für Vater und Sohn

Anfang Oktober aber ging es einmal über ein familiäres Trainingsduell hinaus. Zum Spiel der 1. Kreisklasse bei der TTVg Schwerte 2 hatte sich die „Vierte“ des TuS Holzen-Sommerberg, eigentlich eine Herrenmannschaft, mit der weiblichen Tschirbs-Fraktion verstärkt. Im Doppel behielt das Vater-Sohn-Gespann mit 3:0-Sätzen die Oberhand. „Nach dem Match haben wir zuhause noch lange etwas zu hören bekommen“, erinnert sich Amelie Tschirbs eher ungerne zurück. Dafür konnte sie ihren Bruder Adrien im Einzel mit 3:2-Sätzen in die Knie zwingen.

Richtig zufrieden mit dem Verlauf der Hinrunde können dagegen alle vier Tschirbs´ sein. Denn in der Damen-Bezirksliga steht Holzen-Sommerberg mit Mutter Stéphanie und Tochter Amelie ebenso an erster Stelle wie die TTVg-„Zweite“ mit Vater Stefan und Sohn Adrien in der 1.Kreisklasse.

Gerne wieder Verbandsliga

„Ob wir im neuen Jahr an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen können, müssen wir abwarten“, äußert sich Stéphanie Tschirbs zu den Holzener Ambitionen zurückhaltend. Tochter Amelie würde jedoch gerne wieder in der Verbandsliga spielen würde, wie sie das in der in Aplerbeck schon mal getan hat.

Dagegen sagt Stefan Tschirbs nach der verlustpunktfreien Hinrunde seines Teams: „Natürlich wollen wir aufsteigen, und das Potenzial dazu haben wir definitiv.“ Und wie sieht die Zukunft seines Sohnes im Tischtennis aus? „Auf lange Sicht gesehen, gehört Adrien sicherlich in die erste Mannschaft. Im Moment ist er aber in der Zweiten gut aufgehoben“, sagt der Papa.

Reiten und Badminton

Die sportliche Konzentration der Zwillinge gilt aber nicht ausschließlich dem Tischtennis. Denn während Amelie Tschirbs noch einmal wöchentlich reitet, spielt Bruder Adrien zur Abwechslung noch Badminton. Für die anderen sportlichen Hobbys der Eltern sind die beiden dagegen offenbar nicht zu begeistern. „Wir fahren gerne Fahrrad oder gehen joggen, aber dazu können wir unsere Kinder nicht unbedingt zu motivieren“, sagen die Eltern.

Begeistern kann Stéphanie Tschirbs die beiden dagegen für ihre Muttersprache. „Zuhause rede ich mit meinen Kinder Französisch, sodass sie zweisprachig aufwachsen“, verrät sie – im Hause Tschirbs gibt es also spannende Unterhaltungen über den gemeinsamen Lieblingssport Tischtennis, und das auch noch in zwei Sprachen.

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