Kein Tennis mehr in der Halle Rettelmühle: „Tut mir im Herzen weh“

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Mit großen Plänen hatten Thorsten Horz und seine beiden Partner vor rund drei Monaten die Tennishalle Rettelmühle übernommen. Nun haben sie die Reißleine gezogen.

Westhofen

, 30.07.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schluss, aus und vorbei: Die Tennishalle Rettelmühle in Westhofen ist Vergangenheit.

Mit anderen Worten: In der Westhofener Halle, wo seit Mitte der 1970er-Jahre die gelben Filzbälle über die Netze geflogen sind, wird kein Tennis mehr gespielt. Es sei denn, es findet sich kurzfristig ein Käufer für die Halle, der weiterhin auf die Karte Tennis setzt – ein ziemlich unwahrscheinliches Szenario.

Renovierungspläne werden nicht umgesetzt

„Die Tennishalle Rettelmühle soll in neuem Glanz erstrahlen“. Gut zwei Monate ist diese Schlagzeile alt, die damals an dieser Stelle zu lesen war. Und jetzt? „Wir haben die Reißleine gezogen“, sagt Thorsten Horz.

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Anfang Mai hatte der 42-Jährige mit seinen beiden Geschäftspartnern Christian Bauer und Carsten Rutkowski die Halle übernommen – mit großen Plänen, die nun aber nicht mehr in die Tat umgesetzt werden, wie der Geschäftsführer erklärt.

„Der Versuch, das Übel möglichst klein zu halten“

„Corona schnürt uns zu, Corona macht uns Angst“, sagt Horz ganz offen. „Was passiert, wenn wir im September wegen Corona nicht öffnen dürften oder wenn wir zum Beispiel im Dezember wieder schließen müssten? Man muss sich die Schreckensmeldungen aus aller Welt doch nur mal angucken“, sagt Horz und ergänzt: „Geplant und gekauft haben wir vor Corona.“

Thorsten Horz hat die Reißleine gezogen.

Thorsten Horz hat die Reißleine gezogen. © Bernd Paulitschke

So habe man letztlich schweren Herzens die Entscheidung getroffen, einen Schlussstrich zu ziehen. „Letztlich ist es der Versuch, das Übel möglichst klein zu halten“, sagt Horz.

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Finanzielle Risiko ist zu groß

Investitionen für eine neue Kasse oder auch eine fünfstellige Anzahlung für eine neue LED-Beleuchtung habe man schon investiert, „auch der Dachdecker war schon auf dem Dach“, verrät Horz.

Aber größere Maßnahmen wie der Umbau des Gastronomiebereiches und die Renovierung der Umkleidekabinen wären jetzt erst an der Reihe gewesen. Das finanzielle Risiko, diese Investitionen zu stemmen, sei in der aktuellen Situation zu groß, sagt Horz.

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Stellt sich die Frage, wie es weitergeht – was passiert mit der Halle? „Ganz ehrlich – ich kann es absolut noch nicht sagen, dazu ist das alles noch zu frisch“, sagt Thorsten Horz.

Schwerter Vereine stehen vor einem Problem

Fakt ist aber, dass die Schwerter Tennisvereine und ihre Mitglieder plötzlich vor einem echten Problem stehen: Wo sollen sie ab September, wenn die Freiluftsaison zu Ende ist, ihren Sport betreiben?

Alternativen sind rar gesät, auf Schwerter Stadtgebiet gibt es keine andere Tennishalle – abgesehen von den beiden fast komplett ausgebuchten Traglufthallen in Schwerte-Ost, die der dort ansässige TC Rot-Weiß in Vereinsregie betreibt.

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„Auch wenn es mir im Herzen wehtut“

Thorsten Horz weiß, dass die Entscheidung, die er mit seinen beiden Partnern getroffen hat, bei den Vereinen nicht gerade auf Begeisterung stoßen wird – erst recht, weil Horz selbst ein passionierter Tennisspieler ist. Nun aber sei die Entscheidung gefallen, „auch wenn es mir im Herzen wehtut“, sagt Thorsten Horz.

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