Kein Verständnis für das Fußballverbot: „Es ist absolut lächerlich“

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Fußball-Bezirksliga 8, sechster Spieltag: Nur drei der acht Spiele sind über die Bühne gegangen, die anderen fünf Partien sind dem Kontaktsportverbot des Kreises Unna zum Opfer gefallen.

Schwerte

, 12.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch das Schwerter Bezirksliga-Trio war von den Spielabsagen betroffen - und man kann nicht behaupten, dass die drastischen Maßnahmen des Kreises bei den Vereinsverantwortlichen auf ungeteilte Zustimmung treffen.

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„Das Ganze ist absolut lächerlich.“ André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK Schwerte, findet die deutlichsten Worte. Es sei nachweislich so, „dass die Ansteckungsgefahr auf Sportplätzen bei 0,01 Prozent liegt“, sagt Haberschuss. Er wünsche sich, dass man bei den eigentlichen Corona-Hotspots genauer hingucke und konsequent durchgreife. „Aber dass der Sport darunter leidet, wenn sich irgendwo anders die Leute nicht an die Bestimmungen halten, kann doch wohl nicht richtig sein.“

Kamal Hafhaf (VfL Schwerte): „Finde es komisch“

Auch Kamal Hafhaf, Sportlicher Leiter des VfL Schwerte, kann die Vorgehensweise der Kreis-Verantwortlichen nicht ganz nachvollziehen. „Ich finde es komisch. In Schwerte dürfen wir nicht trainieren und spielen. Und dann fährst du nach Dortmund - und da sollst du spielen. Das passt doch irgendwie nicht zusammen.“

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Hafhaf weist darauf hin, dass gerade die Vereine in der Bezirksliga 8 in der Vergangenheit sehr sorgfältig mit der Corona-Problematik umgegangen seien. Der VfL selbst, aber auch der Geisecker SV und der Königsborner SV haben in den ersten Saisonwochen Verdachtsfälle gemeldet, was zu einigen Spielabsagen geführt hat. Ein positives Testergebnis ist anschließend bei keinem dieser Verdachtsfälle herausgekommen.

Nach zwei Wochen ohne Training in Dortmund?

Und noch etwas hat Hafhaf am zurückliegenden Spieltag irritiert: Das auf Samstag vorgezogene Lüner Derby zwischen Blau-Weiß Alstedde und Westfalia Wethmar ging ganz normal über die Bühne - vor knapp 500 Zuschauern. „Und am nächsten Tag darf nicht mehr gespielt werden - diese Logik verstehe ich nicht“, meint Hafhaf und spinnt den Faden noch weiter. „In zwei Wochen müssten wir beim TuS Hannibal in Dortmund spielen - nach zwei Wochen ohne Training. Das kann ja wohl nicht richtig sein.“

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In derselben Situation wie die Blau-Weißen befindet sich der Geisecker SV, der laut Spielplan am 25. Oktober bei der DJK TuS Körne zu Gast ist. „Wenn es dabei bleibt, müssten wir zumindest darüber nachdenken, ob wir das machen“, sagt Thomas Redel, Sportlicher Leiter der „Kleeblätter“. Er erwarte auch eine Reaktion von Staffelleiter Lothar König auf die außergewöhnliche Konstellation.

Keine Geisecker Anfrage bei Nachbarklubs

Nicht in Frage kommt für die Geisecker nach Redels Aussage, bei benachbarten Vereinen für ein gemeinsames Training anzufragen, wie man es zum Beispiel aus dem Lager zweier Lüner Klubs am Montag gehört hat. Dass man auf der heimischen Anlage nicht trainieren dürfe, außerhalb des Kreises Unna aber sehr wohl, „das macht normalerweise von der Logik her keinen Sinn“, meint Redel - und schiebt einen Satz hinterher, die die aktuelle Situation für alle Beteiligten auf den Punkt bringt: „Was ist in der jetzigen Situation schon normal?“

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