Lohn für leidenschaftliches Pfeifen: Der Aufstieg einer Schwerter Schiedsrichterin

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Der Fußballkreis Iserlohn freut sich über zwei Schiedsrichter-Aufsteiger, die zur neuen Saison eine Liga höher pfeifen dürfen. Eine der beiden ist die Schwerterin Annika Paszehr.

Schwerte

, 11.07.2019, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Portion Stolz schwingt mit in der Stimme der 27-jährigen Unparteiischen. Sie freue sich sehr über den Aufstieg und die damit verbundene neue Herausforderung, sagt die Schwerterin. Abgesehen vom Iserlohner Moritz Petereit ist Paszehr der einzige Schiedsrichter aus dem Bereich des Kreises Iserlohn, für den der Daumen des Verbands-Schiedsrichterausschusses nach der abgelaufenen Saison hoch ging.

Spiele bis zur Männer-Westfalenliga

In ihrem konkreten Fall bedeutet dies: Paszehr pfeift ab der neuen Saison Spiele bis zur Westfalenliga und steht als Assistentin bis zur Regionalliga an der Linie - wohlgemerkt im Männerbereich. Darüber hinaus ist die für Holzpfosten Schwerte pfeifende Paszehr weiterhin als Schiedsrichterin in der 2. Frauen-Bundesliga sowie als Assistentin in der höchsten Frauen-Spielklasse im Einsatz.

„So ein Aufstieg tut schon gut. Und er zeigt mir, dass sich der hohe zeitliche Aufwand lohnt“, erzählt die 27-Jährige. Motivierter und engagierter denn je geht Paszehr ihrem Hobby nach - erst recht, nachdem sie ein komplettes Jahr an der Pfeife pausiert hatte. Denn bei ihrem einjährigen Au-Pair-Aufenthalt in den USA ruhte die Karriere als Fußball-Schiedsrichterin in der Saison 2017/18. „Ich war in New Orleans - und ich sage es mal so: Da wird Fußball nicht sehr groß geschrieben“, sagt Paszehr schmunzelnd.

Noch nicht das Ende der Fahnenstange

Aber gerade die einjährige Abstinenz habe ihr gezeigt, „dass das Pfeifen meine ganz große Leidenschaft ist.“ Sie war froh, dass sie nach ihrer Rückkehr in dem Leistungs-Segment weitermachen durfte, wo sie vorher aufgehört hatte. Und offenbar hat sie die Beobachter des Verbands, die sie in der zurückliegenden Spielzeit regelmäßig beobachtet haben, überzeugt - andernfalls wäre es wohl kaum zu diesem positiven Votum gekommen, das nach Paszehrs Vorstellung aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein soll. Zumindest die Oberliga darf es in den nächsten Jahren noch sein.

Höhere Anforderungen im physischen Bereich

Eine Priorität zwischen Einsätzen im Männer- und Frauenbereich gibt es für Paszehr nicht, sagt sie. „Beides ist nicht so richtig miteinander vergleichbar, man wird auf unterschiedliche Weise gefordert“, sagt sie. Im Männerbereich seien die Anforderungen im physischen Bereich deutlich höher, sagt sie - erst recht jetzt nach dem Aufstieg in die Westfalenliga.

Aber auch für den DFB in ganz Deutschland in Sachen Frauenfußball unterwegs zu sein, sei eine Herausforderung, zumal der Frauenfußball stetig an Bedeutung gewinnt - wenn auch für Paszehrs Geschmack noch nicht schnell genug. „Dass ARD und ZDF die Frauen-WM übertragen haben, war sicher positiv. Aber medial hätte der Frauenfußball sicherlich noch mehr Aufmerksamkeit verdient“, meint die Schwerter Schiedsrichterin.

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