Niklas Heidemann: Training im Garten und Warten auf den Tag X

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Dem Schwerter Niklas Heidemann geht es nicht anders als allen anderen Fußballprofis in diesen Tagen. Der 25-Jährige in Diensten des SC Preußen Münster ist im Wartestand.

Schwerte

, 02.04.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein deutscher Fußballprofi trainiert aus eigenem Antrieb im Garten hinterm Haus – das ist Realität im Frühjahr 2020. Und bei Niklas Heidemann, Fußballer des SC Preußen Münster.

„Damit man das Fußballspielen nicht verlernt“

Das Training bei den Münsteranern ist längst gestoppt, genauso wie der Spielbetrieb in der 3. Liga. Niklas Heidemann ist ehrgeizig und professionell genug, um bei sich in Schwerte trotzdem das zu trainieren, was momentan nun mal geht.

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Das heißt: Kraft- und Stabilitätsübungen zu Hause, Laufeinheiten und eben etwas Ballspielen im Garten. „Damit man das Fußballspielen nicht ganz verlernt“, scherzt Heidemann.

Beispiellose Situation

Er und sein Verein stehen vor einer bislang beispiellosen Situation – auch im Sport. Am Montag vergangener Woche gaben die Verantwortlichen von Preußen Münster bekannt, Kurzarbeit für seine Mitarbeiter und den Profibereich beantragt zu haben. Der Verein stehe vor großen wirtschaftlichen Aufgaben, teilte Preußen auf seiner Website mit.

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„Ich hoffe, dass wir die Saison zu Ende spielen können. Aber das ist ungewiss. Keiner kann sagen, wie lange das noch dauern wird“, sagt Heidemann. Der 25-Jährige kann aktuell nicht mehr tun als abzuwarten und zu trainieren. „Hoffentlich kommen die Vereine unbeschadet durch die Situation“, sagt er.

Münsteraner Negativlauf nach passablem Start

Für seinen Klub war die Situation schon vor der Corona-Krise turbulent. Nach einem passablen Saisonstart ist Münster in einen Negativlauf gerutscht. Vor dem Winter entließ der Verein den Trainer Sven Hübscher, seit 2020 ist Sascha Hildmann der Chef.

Und es ging zuletzt mit mehreren wichtigen Siegen bergauf. Doch noch immer steckt Preußen als Tabellen-18. mit sechs Punkten zum ersten Nichtabstiegsplatz in akuter Abstiegsgefahr. „Es ist schade, dass die Saison durch das Virus zum Stehen gekommen ist“, meint Heidemann, „wir waren auf dem richtigen Weg.“

Komplizierte Saison auch für Heidemann

Auch persönlich befindet sich Niklas Heidemann in einer eher komplizierteren Saison. Lange Zeit war er als linker Verteidiger gesetzt, lieferte konstant starke Leistungen ab.

Ein schwerer Bluterguss im Oberschenkel, den er beim Training im Winter erlitt, warf den Schwerter dann aber etwas zurück.

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„Danach lief es einfach gut bei uns und ich musste mich etwas hinten anstellen. Es zählt jetzt nur, dass der Verein über den Strich kommt“, sagt Heidemann uneigennützig. Vor der Corona-Pause tastete er sich jedoch schon wieder ans Team heran, wurde nahezu immer eingewechselt – und trug so seinen Anteil zum Münsteraner Aufwärtstrend bei.

„Man guckt von Tag zu Tag“

Ob, wie und wann es mit der Drittligasaison weitergeht, ist derzeit wie so vieles unsicher. Heidemann wartet geduldig ab: „Jetzt kommt es auf die täglichen Entwicklungen an. Man guckt von Tag zu Tag.“ Und er trainiert aus eigenem Antrieb von Tag zu Tag. Als Fußballprofi im eigenen Garten für den Tag X.

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