Noch keine Sekunde in der Liga gespielt, doch ein Torwart-Talent gibt nicht auf

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Der Sprung von der Bezirksliga in die Westfalenliga ist riesig. Das muss auch ein junger Torwart erfahren, der vom Geisecker SV zum FC Brünninghausen wechselte. Und dort auf der Bank sitzt.

Schwerte

, 13.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch hat er kein Meisterschaftsspiel für seinen neuen Klub FC Brünninghausen absolviert, dazu noch ein Bruch der Mittelhand mit anschließender Operation. Quasi der Super-Gau für einen Torwart. Auf dem ersten Blick könnte es durchaus besser laufen für den 21-Jährigen. Der dennoch zuversichtlich bleibt: „Ich bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Und ich bin froh, beim FC Brünninghausen zu sein. Das ist ganz wichtig für meine persönliche Entwicklung. Ich weiß, dass meine Chance kommen wird und ich diese dann auch nutzen möchte.“

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Die Rede ist von Tim Helmdach. Von Frust oder Missmut, dass er in Brünninghausen hinter Stammkeeper Leon Broda die Nummer 2 ist und noch keine Minute in der Meisterschaft im Tor des FCB stand, absolut keine Spur. Selbst von seinem Ex-Verein Geisecke erhält er Rückendeckung für seinen Wechsel. „Die Reaktionen waren alle positiv. Niemand hat sich kritisch geäußert, auch im Nachhinein nicht.“

Tim Helmdach ist keiner, der etwas schönredet

Wenn Helmdach über seine Situation spricht, klingt das glaubhaft und überzeugend. Der 21-Jährige ist keiner, der sich die Situation schön reden will. Natürlich sei das alles etwas ernüchternd, zuerst die eigene sportliche Situation, dann die Verletzung an seiner Hand, erklärte Helmdach: „Aber ich konnte ja nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ich aus der Bezirksliga zwei Klassen nach oben wechsle und dann sofort im Tor eines Westfalenligisten stehe. Das wäre nicht realistisch gewesen.“

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Und auch seine Aussage, die beim Abschied in Geisecke die Runde machte („ich wechsel nicht nach Brünninghausen, um mich auf die Bank zu setzen“) erscheint in einem anderen Licht. „Das habe ich natürlich langfristig gemeint, alles andere wäre unglaubwürdig gewesen“, so der Lehramtsstudent für Sport und Deutsch an der TU Dortmund: „Die Gespräche mit Trainer Rafik Halim sind immer sehr offen und positiv. Auch was meine Entwicklung angeht. Natürlich ärgere ich mich, wenn ich nicht spiele, was aber wohl normal ist, da ich ein sehr ehrgeiziger Mensch bin.“

Als Stammtorwart auf die Bank

Helmdach, mit seinen 21 Jahren für einen Torwart noch ausgesprochen jung, klingt abgeklärt und zielbewusst, wenn er über seine Situation spricht. Der Schwerter, der in der Jugend für den TuS Holzen-Sommerberg kickte und dann für ein Jahr beim Bezirksligisten Geisecker SV Stammtorwart war, hofft Anfang Dezember wieder fit zu sein, um dann wieder voll ins Training einzusteigen.

Anfang Oktober hatte er sich im Training bei einem Zweikampf die Mittelhand gebrochen, wurde anschließend im Schwerter Marienkrankenhaus operiert und befindet sich aktuell in der Reha. „Der Gips ist längst ab, die Fäden sind gezogen, Schmerzen habe ich auch nicht mehr“, kommentiert der Torwart seine Gesundheitssituation.

Schneller, härter, genauer

Sportlich soll es dann auch wieder aufwärts gehen. In der Vorbereitung im Sommer hatte er gegen Hombruch, Westfalia Huckarde und Westfalia Rhynern im Tor gestanden. „Natürlich habe ich den Unterschied von Bezirksliga zur Westfalenliga gespürt. Es wird schneller, genauer und härter gespielt. Die Stürmer antizipieren viel mehr als in der Bezirksliga“, kommentiert Helmdach seine Erfahrungen.

Und auch seine Erfahrungen mit Brünninghausens Kapitän und Stammkeeper Leon Broda sind äußerst positiv. „Wir kommunizieren viel, sind im Austausch. Von Leon kann ich viel lernen, wir sind keine Konkurrenten im klassischen Sinn“, so Helmdach: „Das bringt mich nach vorn, im Training macht sich das alles positiv bemerkbar.“ Jetzt muss Tim Helmdach nur noch gesund werden - und die Corona-Maßnahmen lassen ein Training im Dezember wieder zu.

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