Schluss mit Larifari: Wie der Trainer der Schwerter Turnerschaft den Aufschwung erklärt

hzBasketball

Von Aufbruchstimmung zu sprechen, ist fast schon eine Untertreibung: Bei den Basketballern der Schwerter TS geht es steil bergauf. Wir haben mit Trainer Manuel Boruch darüber gesprochen.

Schwerte

, 18.10.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den vier souveränen Siegen zum Auftakt in die Landesligasaison ließen die Schwerter Korbjäger am vergangenen Samstag einen 96:86-Erfolg im Westdeutschen Pokalwettbewerb gegen die zwei Klassen höher spielenden Iserlohn Kangeroos folgen – der vorläufige Höhepunkt einer positiven Entwicklung, über die wir uns mit Trainer Manuel Boruch unterhalten haben.

Herr Boruch, vor etwa einem halben Jahr sah es gar nicht gut aus für die STS. Als Schlusslicht der Tabelle war die erste Mannschaft eigentlich aus der Landesliga abgestiegen. Was ist dann passiert?

Wir konnten in der Tat nur in der Landesliga bleiben, weil sich mit der TSG Schüren eine Mannschaft freiwillig aus dieser Liga zurückgezogen hat und damit ein Platz frei geworden ist. Wir mussten praktisch bis zum letzten Tag der Meldefrist, das ist der 31. Mai, mit der Saisonplanung warten. Wenn wir nicht in der Landesliga geblieben wären, wären bei uns die Lichter ausgegangen. Für die Bezirksliga hättest du keine neuen Leute gekriegt, schon gar nicht mit dieser Qualität, wie wir sie jetzt haben.

Damit sind wir schon beim Hauptgrund für den Aufschwung: Die Neuzugänge sind der entscheidende Faktor, richtig?

Die Spieler, die neu zu uns gekommen sind, sind absolute Volltreffer – sportlich, aber auch charakterlich. Mit Antoine Hosley, der in der vergangenen Saison für Soest in der Oberliga gespielt hat, fing es an. Er ist nach dem Ende der vergangenen Saison auf mich zugekommen und hat Möglichkeiten ausloten wollen, wie wir in Schwerte planen. Da mussten wir aber erstmal abwarten, wie es sich mit der Ligazugehörigkeit entwickelt. Antoine hatte sofort große Lust, die Entwicklung des Vereins zu begleiten. Gleiches gilt für Shaun Fenner, der zuletzt in England gespielt hat.

Jetzt lesen

Sie sind nicht die einzigen hochkarätigen Neuzugänge...

Auch Darko Dimkovski, der aus Derne gekommen ist, hat sich trotz anderer Angebote für uns entschieden. Micky Petrovski, der vorher in Lüdenscheid gespielt hat, ist sein bester Freund, der zudem auch noch in meiner Nachbarschaft in Berghofen wohnt. So ist diese Konstellation mit den Neuzugängen ein Stück weit auch eine glückliche Fügung.

Wie lockt man Spieler solcher Qualität nach Schwerte?

Natürlich gehört dazu, dass wir uns im Sponsoren-Umfeld breiter aufgestellt haben. Ich möchte aber betonen, dass es nicht nur um die erste Mannschaft geht. So betreuen Antoine Hosley und Shaun Fenner auch die neue U10-Mannschaft – es liegt mir sehr am Herzen, dass sich auch im Jugendbereich etwas entwickelt. Ganz wichtig ist dabei, dass wir unsere Jugendteams qualitativ hochwertig ausbilden, um in Zukunft im Seniorenbereich davon zu profitieren. Darin werden wir uns von anderen Vereinen unterscheiden. Ein Anfang ist mit dem ersten Jugendcamp gemacht. Weitere Jugendcamps sind in Planung. Im gesamten Verein ist Euphorie zu spüren. Unser Projekt ist nicht nur auf eine Saison ausgelegt.

Zurück zur ersten Herrenmannschaft. Was hat sich im Vergleich zur Vorsaison verändert?

Grundsätzlich gibt es diese Larifari-Einstellung nicht mehr, nach dem Motto „Wir treffen uns am Wochenende und spielen ein bisschen Basketball“. Wir haben jetzt 18 Leute im Kader, die alle richtig Bock auf Basketball haben. Das sorgt für eine ganz andere Qualität.

Vor der Saison war die Zielsetzung noch etwas vorsichtig formuliert. Aber kann es nach diesem Saisonstart mit vier deutlichen Siegen, zum Teil gegen Mannschaften, die zu den besseren Teams der Landesliga gehören, überhaupt noch Zweifel am Aufstieg geben?

Es ist eine Phrase, aber es ist wirklich so: Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Das nächste Spiel, am 2. November gegen den Mitfavoriten TV Gerthe, der ebenfalls noch verlustpunktfrei ist, wird wegweisend. Ich hoffe, dass die Halle dann noch voller wird als im Pokalspiel gegen Iserlohn. Da waren es auch schon 160 Zuschauer – auch das ist ein Zeichen für die Aufbruchstimmung im Verein.

Wo kann diese Aufbruchstimmung bei der Schwerter Turnerschaft denn noch hinführen?

Da will ich mich gar nicht festlegen. Grundsätzlich haben wir uns keine Grenzen gesetzt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt