So regeln Schwerter Hallenvereine den Zuschauereinlass in Coronazeiten

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Sport genießen in der Pandemie – was unter freiem Himmel eher simpel umzusetzen ist, stellt sich im geschlossenen Raum schwieriger dar. Wir haben bei Hallenvereinen nachgefragt.

Schwerte

, 02.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Holzpfosten Schwerte waren am Abend des 19. September zum einen enttäuscht, hatten sie ihre Heimpremiere in der neuen Futsalliga-West-Saison mit 4:6 verloren. Andererseits herrschte auch Erleichterung.

Denn das Zuschauer- und Hygienekonzept, das der Verein an diesem Samstag erstmals aktivieren musste, lief nahezu reibungslos – in der Corona-Zeit ist allein das eine Herausforderung. Denn es gibt klare Regeln und Bedingungen, unter denen Zuschauer bei Hallenveranstaltungen erst zugelassen werden.

Hygienekonzept mit 92 Zuschauern

Bei den Holzpfosten-Futsalern, die in der Alfred-Berg-Sporthalle spielen, segnete die Stadt das Hygienekonzept mit 92 Zuschauern Anfang September ab. Zunächst war die Einteilung der Halle in Zonen unabdingbar.

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Dadurch ergibt sich eine strikte Trennung von Zuschauern und den am Spiel beteiligten Akteuren. Im Zuschauerbereich ist die Einhaltung des Abstands und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes bis zum Sitzplatz am wichtigsten.

Von den drei Blöcken sind bei den Holzpfosten zwei mit jeweils 20 Einzelplätzen und einer mit 2x16 Zuschauern (aus einem Haushalt) versehen. Zusätzlich gibt es markierte Stehplätze am Durchgang hinter den Tribünen.

Die Regeln wurden eingehalten

Mit dem ersten Spieltag war Holzpfosten-Geschäftsführer Hendrik Ziser zufrieden. „Grundsätzlich lief alles gut. Die Regeln wurden eingehalten“, sagt er. „Verbessern werden wir uns nun noch bei der Datenaufnahme durch die neue App des Verbandes.“

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Die Vereine müssen nachvollziehen können, wer als Zuschauer in der Halle war – und besonders wie viele. Seit dieser Woche hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) seinen Vereinen eine eigens dafür konzipierte App zur Verfügung gestellt, die die Holzpfosten schon beim kommenden Heimspiel am Samstag nutzen werden.

Jeder Zuschauer kann seine Daten über einen QR-Code oder eine Internetseite digital hinterlegen, Dauerkarteninhaber sogar speichern.

75 statt 92 Zuschauer beim VV Schwerte

Beim Volleyballverein Schwerte (VVS) steht an diesem Freitagabend das erste Heimspiel der neuen Oberligasaison auf dem Plan. Zwar spielen die Oberliga-Volleyballerinnen ebenfalls in der Alfred-Berg-Halle.

Doch der Verein wird nur 75 statt 92 Zuschauern Eintritt gewähren. Das liegt daran, dass es beim Volleyball zwischen den Satzwechseln keine Halbzeitpause wie beim Futsal gibt, in der die Halle ordentlich durchgelüftet werden kann.

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Der VVS ist sich dem sehr sensiblen Thema bewusst, sieht sich aber gut gerüstet.

„Seit Mai ist unser Hygienekonzept stetig erweitert und angepasst worden. Zudem hatte unsere zweite Damen-Mannschaft bereits zwei Heimspiele. Die Abläufe sind mittlerweile routiniert“, erklärt Trainerin Sabine Rott.

Den Einlass kontrolliert der VVS über ein Bändchensystem, in der Halle weisen Bodenmarkierungen zudem allen Zuschauern den Weg. „Wir fühlen uns mit unserem Konzept im Sinne unserer Athleten und Zuschauer gut aufgestellt“, sagt Sabine Rott.

„Die einfachste und klarste Lösung“

Die Handballer der HVE Villigst-Ergste tragen ihre Heimspiele in der Gänsewinkel-Halle aus. Bei den Partien der ersten Mannschaft, die jüngst in die Verbandsliga aufgestiegen ist, sind die Tribünen meist richtig gut gefüllt. Zur neuen Saison wird das anders aussehen. Der Verein hat in seinem Hygienekonzept die Zuschauerzahl bei den ersten und zweiten Herren- sowie Damenmannschaften auf 70 begrenzt.

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Bei den Jugendteams und der dritten Herrenmannschaft liegt das Limit bei 40. Eine Mund-Nasen-Bedeckung gilt bei der HVE sogar ständig, selbst auf den Plätzen. „Im Sinne der Gesundheit ist das die einfachste und klarste Lösung“, sagt Dirk Mimberg für die HVE.

Datenerfassung über Online-Plattform

Die Datenerfassung regeln die Villigst-Ergster über die Online-Plattform GastIdent. Der Einlass beginnt frühestens eine halbe Stunde vor Spielbeginn – danach müssen die Zuschauer die Halle unverzüglich verlassen.

Auch die Basketballer der Schwerter Turnerschaft spielen in der Gänsewinkel-Halle. Zwar beginnt die Basketball-Saison erst Ende Oktober, doch STS-Geschäftsführer Dietmar Bauer glaubt schon daran nicht so recht. „Im Moment sehe ich nicht, dass die Saison stattfinden kann. In den nächsten vier Wochen werden die Infektionszahlen sicherlich nochmal steigen.“

Vereinsinterne Regel bei den Basketballern

Dennoch erstellt auch die STS aktuell ein Konzept, um Zuschauer überhaupt zu ermöglichen. Dabei will sich Bauer auch mit der HVE abstimmen. Seit Monaten gilt die vereinsinterne Regel: Steigt die Schwerter Durchschnitts-Infektionszahl über 25, stellt der Verein den Trainingsbetrieb ein. Einmal kam das schon vor, da ruhten alle Basketbälle – Bauer kann nur hoffen, dass sich das in Zukunft nicht wiederholt.

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