Stark im Sand: So lief der Saisonstart für Beachvolleyballerin Anna Hoja

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Vor der Saison träumte Anna Hoja von Halbfinal-Teilnahmen bei der wichtigen „Techniker Beach Tour“. Doch zunächst schien dieses Ziel weit weg zu sein.

21.06.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als die Saison an diesem 10. Mai in Münster gerade erst losgeht, sitzen Anna Hoja und Stefanie Hüttermann abends zusammen und grübeln. Mit einer ernüchternden 1:2-Niederlage sind sie in die „Techniker Beach Tour“ gestartet. Diese Beach Tour entscheidet mit ihren acht Stopps über die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand (29. August bis 1. September). Doch Hoja und Hüttermann resignieren an diesem Freitag nicht, modifizieren ihre Taktik für den nächsten Tag. Es folgen: drei Siege. Das Duo, das für die DJK TuSA 06 Düsseldorf startet, steht im Halbfinale.

Unglaubliche Wende

Hier wartet am Sonntag das Nationalteam um Kim Behrens und Cinja Tillmann. Im dritten Entscheidungssatz führt das favorisierte Duo mit 14:9, es fehlt noch ein Punkt fürs zu erwartende Finale. Anna Hoja und ihre Partnerin haben keine Chance mehr. Und genau in diesem Nichts-zu-verlieren-Modus starten sie eine fast unglaubliche Serie von sieben Punkten in Folge. Sie drehen das Spiel. Die erste Finalteilnahme überhaupt ist sicher.

Dass das Endspiel gegen das nächste Nationalteam Karla Borger/Julia Sude verloren geht, ist nicht weiter verwunderlich und dramatisch. „Das war dann eine Nummer zu groß. Die spielen Volleyball hauptberuflich und wollen zu Olympia“, erklärt Hoja. Der Coup in ihrer Wahlheimat Münster macht sie immer noch etwas ungläubig und stolz.

Vor dem Tourstart träumte die 27-jährige Schwerterin von ein paar Halbfinal-Teilnahmen bei den acht Stopps. Das hatte sie erst einmal, 2017 in Sankt Peter-Ording, geschafft. 2019 starteten Hoja und Hüttermann jetzt mit einer Finalteilnahme. Noch überraschender ist allerdings, dass die beiden ihren Erfolg eine Woche später in Düsseldorf wiederholt haben. Auch hier mussten sie sich erst im Finale gegen Melanie Gernert und Elena Kiesling geschlagen geben. Mit dem erneuten zweiten Platz hatte Hoja nie gerechnet. Das Heimturnier in Düsseldorf war sehr anstrengend – körperlich und drumherum. Denn das Duo hatte in Düsseldorf frappierend viele Pressetermine zu erfüllen. „Da mussten wir uns am Ende unseren Körpern geschlagen geben“, sagt Hoja lachend.

„Sind selbst verwundert“

„Insgesamt können wir mit dem Start sehr zufrieden sein. Das hätten wir uns so nicht vorstellen können und hat uns selbst etwas verwundert“, gibt sie zu. Zumal: Die beiden zweiten Plätze sind kein Zufalls-Ausreißer nach oben. Auch beim dritten Tour-Stopp in Nürnberg preschte das Düsseldorfer Duo bis ins Halbfinale vor. Das verloren sie, am Ende stand Platz vier. Da wirkt das Viertelfinalaus beim vierten Stopp am vergangenen Wochenende in Dresden fast schon ernüchternd. Was es nicht ist.

In der Qualifikationsliste für das große Saisonfinale Timmendorf stehen Hoja und Hüttermann auf dem fünften Platz. Bei den noch ausstehenden vier Stopps ist ihnen die Teilnahme eigentlich nicht mehr zu nehmen. Jetzt geht es darum, die gute Platzierung zu halten (oder zu verbessern), um bei der Deutschen Meisterschaft den starken Teams am Anfang zu entweichen.

Der nächste Stopp in Sankt Peter-Ording steht erst Ende Juli an. Die Pause, die mit zwei kleineren Turnieren in Münster und Borkum gar keine richtige ist, haben Hoja und ihrer Partnerin nötig. Die anstrengende Vorbereitung und die ersten Turniere haben ihre Körper arg beansprucht. Zudem wollen sich die beiden weiter verbessern. Sie haben ihre Leistungen genau analysiert und kleine Schwachpunkte ausgemacht, die sie nun justieren wollen.

Es gibt gute Gründe

Dass der starke Start überraschend, aber nicht sensationell ist, weiß Hoja. In der Vorbereitung haben Hüttermann und sie gezielt an der Schlaghärte und -variabilität gearbeitet. Ein Grund für die Erfolge im Sand ist auch, dass Stefanie Hüttermann nicht mehr so akut an ihren Schulterschmerzen wie in der vergangenen Saison laboriert. Und ein letzter: „Wir haben – und das ist ausschlaggebend – einfach Spaß und Freude daran, zusammenzuspielen“, meint Hoja.

Jetzt, da man so gut gestartet sei, seien die Ansprüche für den Rest der Saison auch gestiegen, fügt die Schwerterin selbstbewusst hinzu. Ansprüche, an die das Erfolgs-Duo an diesem einen Abend zum Saisonstart in Münster noch nicht denken konnte.

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