Von Achterbahnfahrten, goldenen Händchen und ersten Saisonpunkten

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Das Bezirksliga-Derby zwischen dem Geisecker SV und dem VfL Schwerte musste ausfallen. Dagegen waren der ETuS/DJK Schwerte, der SC Berchum/Garenfeld und der SC Hennen am Ball.

von Michael Doetsch, Uwe Wiemhoff, Linus Jäger

20.09.2020, 21:06 Uhr / Lesedauer: 4 min

Bezirksliga 8

ETuS/DJK Schwerte - Blau-Weiß Alstedde 3:7 (1:3)

Wenn der Trainer sich schon in der 42. Minute auf den Weg zur Kabine macht, dann kann die eigene Mannschaft keine gute Leistung zeigen. Dieser Fall traf bei ETuS/DJK-Trainer André Haberschuss zu, der spätestens nach dem Gegentor zum 1:3 (40.) im Spiel gegen Blau-Weiß Alstedde mehr als bedient war.

Dabei war die Gefühlslage in der 15. Minute noch eine ganz andere, als Kadir Yilmaz per Bogenlampe zur 1:0-Führung traf. Nachdem Lindner in der 22. Minute zum 1:1-Ausgleich traf, vergab Kapitän Körner kurz darauf die Großchance zur erneuten Führung (26.) der „Östichen“.

Es sollte der Wendepunkt der ersten Halbzeit sein, denn Alstedde ging per Doppelschlag mit 3:1 in Führung: Erst traf Hermes nach einem Ballverlust der Gastgeber in der Vorwärtsbewegung (38.), ehe Ost nach einer Ecke einköpfte (40.).

Die Halbzeitansprache und die Wechsel schienen Wirkung zu zeigen.

Die „Östlichen“ waren offensiv viel aktiver und hatten durch den eingewechselten Smajlovic die erste Chance (51.). Jedoch waren die Gäste per Konter gefährlich: ETuS-Keeper Huber-Marzolla verhinderte gegen Hermes das vierte Gegentor (59.). Vier Minuten später verwertete der Gästestürmer eine Ecke per Kopf – 1:4 (63.).

Spätestens als Cicek in der 70. Minute einen Konter zum 1:5 abschloss, war für die meisten Zuschauer das Spiel vorbei.

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Jedoch bäumte sich die Haberschuss-Elf auf und kam innerhalb von 60 Sekunden zurück ins Spiel: Zuerst traf Smajlovic nach einem langen Ball zum 2:5 (75.), dann verwandelte Arslan einen selbst herausgeholten Elfmeter sicher – 3:5 (76.).

Die Gastgeber drängten nun auf den Anschlusstreffer, vergaßen dabei aber die Konterabsicherung. Alstedde konterte, und Hermes gelang zum 3:6 die Vorentscheidung (85.). Für das Ende des Torfestivals sorgte Audehm vom Elfmeterpunkt – 3:7 (89.).

Nach dieser Achterbahn-Fahrt der Gefühle saß Coach Haberschuss bedient im Trainerstuhl und meinte: „Fußballerisch war Alstedde nicht wirklich besser. Aber wir wurden siebenmal ausgekontert. Nach dem 3:5 habe ich noch an den Ausgleich geglaubt, der aufgrund der ersten Halbzeit aber nicht verdient gewesen wäre.“

Schwerte: Dennis Huber-Marzolla, Yannik Körner, Mijo Martinovic (65. Serkan Arslan), Milos Bratic, Kevin Loke, Marcel Neumann (46. Tobias Felgner), Nouri Bah, Kevin Kinach, Filipe Barreto Ferreira, Elizier Gaston-Mbunga (46. Jasmin Smajlovic), Tim Mühlhof (8. Kadir Yilmaz).

Tore: 1:0 Yilmaz (15.), 1:1 (22.), 1:2 (38.), 1:3 (40.), 1:4 (63.), 1:5 (70.), 2:5 Smajlovic (75.), 3:5 Arslan (76., Foulelfmeter), 3:6 (85.), 3:7 (89., Foulelfmeter).

Landesliga 2

TuS Langenholthausen - SC Berchum/Garenfeld 1:3 (1:1)

Spätestens nach dem 3:1-Auswärtssieg beim TuS Langenholthausen darf man feststellen: Aufsteiger SC Berchum/Garenfeld ist in der Landesliga angekommen.

Trotz des ersten Landesliga-Gegentores der Vereinsgeschichte sah Trainer Fabian Kampmann vor allem die stabile Defensive als Garanten für den Erfolg.

„Langenholthausen hatte bis auf das Tor und einen Elfmeter, den Dominik Hollmann gehalten hat, keine echte Torchance. Insgesamt hatten wir das Geschehen im Griff und haben verdient gewonnen“, stellte Kampmann fest.

Der Lohn für den zweiten Sieg in Folge: Berchum/Garenfeld gehört zu einem Quartett punktgleicher Mannschaften, das nach drei Spieltagen hinter Tabellenführer Lüdenscheid mit je sieben Punkten in Lauerstellung liegt.

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Die erste echte Torchance der gestrigen Partie in Balve nutzte der SC zur Führung: Marcel Grzondziel steckte durch auf seinen Stürmerkollegen Tobias Neynaber, der Ball über Keeper Grete ins Netz lupfte (25.). Doch nach einem überflüssigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kassierten die Gäste noch vor der Pause den Ausgleich. Falk Fischer, herausragender Spieler des TuS Langenholthausen, traf zum 1:1 (42.).

Aus der Spur bringen ließ sich das Kampmann-Team von diesem Treffer aber nicht – im Gegenteil: Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff schloss Luca Becker einen Konter im Anschluss an eine Langenholthausener Ecke zur 2:1-Führung ab.

Dann bewies Trainer Kampmann ein goldenes Händchen: Der eingewechselte Nico Hryn war gerade eine Minute auf dem Feld, als er die Weichen mit seinem Tor zum 3:1 endgültig auf Sieg stellte. Und als Hollmann dann eine Viertelstunde vor Schluss auch noch einen Elfmeter parierte, war der Widerstand der Gastgeber endgültig gebrochen.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Luca Becker (88. Bruno Falcone), Patrick Borchert, Marcel Grzondziel (70. Nico Hryn), Vladimir Kunz, Alexander Rüster (72. Gazmen Sala), Daniel Wanderer (85. Rafael Agacinski), Marek Kulczycki, Christian Deuerling, Manuel Pais, Tobias Neynaber.

Tore: 0:1 Neynaber (25.), 1:1 (42.), 1:2 Becker (52.), 1:3 Hryn (71.).

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Bezirksliga 6

Sinopspor Iserlohn - SC Hennen 2:4 (1:2)

Nun darf auch endlich der SC Hennen jubeln: Die ersten Punkte wurden eingefahren. Am Iserlohner Seilersee setzten sich die „Zebras“ völlig verdient mit 4:2 bei Sinopspor durch. Der Sieg hätte sicher auch noch höher ausfallen, da Hennen noch dreimal ans Aluminium traf.

Bereits nach sechs Minuten ging das Stemmann-Team in Führung. Marcel Rudzinksi versenkte einen Abpraller aus 16 Metern im linken Winkel.

Dann wurde es bitter: Keeper Jonas Krause verschätzte sich bei einem langen Ball und brachte seinen Gegenspieler Khalaf im Strafraum zu Fall. Krause musste behandelt werden und schied anschließend verletzt aus. Für ihn kam Idris Chamdin, der dann auch gleich das 1:1 per Elfmeter kassierte.

Dass es dann doch noch mit einem Vorsprung in die Pause ging, lag an Luca Bühren, der aus 18 Metern den schlecht postierten Sinopspor-Torwart Vishal Singh überwand (45.).

Die Iserlohner steckten das aber ganz gut weg. Dmitrij Gikst gelang fünf Minuten nach dem Wechsel das 2:2 mit einem schönen Seitfallzieher. Hennen war da in Unterzahl, weil Hassan Boulakhrif draußen an der Hand behandelt wurde.

Dann erhitzten sich die Gemüter, weil Schiedsrichter Kranzbühler auf indirekten Freistoß entschied – Iserlohns Keeper hatte den Ball zu lange in der Hand gehalten. Dominik Essmann war‘s egal, er vollendete überlegt in die rechte untere Ecke – Hennen hatte zum dritten Mal die Nase vorn (54.).

Daran sollte sich auch bis zum Ende nichts mehr ändern, da Hennen auch noch die Gelb-Rote Karte gegen Gikst in die Karten spielte (70.). Den Sack machte dann Luca Bühren zu – wieder war es ein Fernschuss, der den Weg ins Tor der Iserlohner fand.

Hennen: Jonas Krause (22. Idris Chamdin), Haris Elezovic, Joshua Quardt (90. Nick Weinrich), Luca Bühren (80. Moritz Batze), Hassan Boulakhrif, Kevin Rudzinski, Dominik Essmann, Mohamed Ahraou, Marcel Rudzinski, Vincent Kemper, Niclas Palmer (59. Tayfun Öztürk).

Tore: 0:1 Marcel Rudzinski (6.), 1:1 (22., Foulelfmeter), 1:2 Bühren (45.), 2:2 (50.), 2:3 Essmann, 2:4 Bühren (80.).

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