Wattenscheider Pleite lässt das Herz eines Schwerter Fußballtrainers bluten

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Dass bei der SG Wattenscheid 09 die Lichter ausgegangen sind und sich der ehemalige Bundesligist vom Regionalliga-Spielbetrieb abgemeldet hat, geht an „Kiki“ Kneuper nicht spurlos vorbei.

Schwerte

, 24.10.2019, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich war achteinhalb Jahre als Trainer in Wattenscheid – die intensivste Zeit in meiner Trainerlaufbahn. Es tut schon weh“, sagt der 66-Jährige Schwerter. Ins Tagesgeschehen bei seinem Ex-Verein war Kneuper schon lange nicht mehr involviert – die Entwicklung habe er aus der Distanz aber trotzdem akribisch verfolgt.

Von Nationalspieler Briegel übernommen

Im vergangenen Jahr, als der Verein ihn mit vielen anderen Ehemaligen zu einer Revival-Feier eingeladen hatte, hatte Kneuper nochmal engeren Kontakt zu dem Klub, für den er zunächst als A-Jugendtrainer tätig war. Danach feierte er mit der zweiten Mannschaft der Wattenscheider zwei Aufstiege, um dann von Ex-Nationalspieler Hans-Peter Briegel in der Endphase der Saison 1994/95 die Profimannschaft in der 2. Bundesliga zu übernehmen.

„Wir haben dann auch die Liga gehalten, aber alle Leistungsträger mussten danach verkauft werden“, erinnert sich Kneuper – auch damals schon war die SG Wattenscheid 09 in finanzieller Hinsicht nicht auf Rosen gebettet, was maßgeblich damit zu tun hatte, dass Klaus Steilmann, Mäzen und Macher des Vereins, sich zurückzog. „Die größte Persönlichkeit, die ich je im Fußball kennengelernt habe“ war Steilmann für „Kiki“ Kneuper, der dann nach fünf Spielen der neuen Saison als Trainer entlassen wurde – den Abstieg in die Regionalliga konnte die Mannschaft damals trotzdem nicht verhindern.

Jede Menge bekannte Fußballernamen

Die ganz große Zeit des Klubs, der es bis in die 1. Bundesliga geschafft hatte, war da schon vorbei. Zwei Jahre vorher, 1994, war Wattenscheid aus der Eliteliga abgestiegen.

Bei einem Blick auf die lange Liste der Spieler, die mal für Wattenscheid gespielt haben, fallen jede Menge bekannte Namen ins Auge. Die Altintop-Zwillinge, Thorsten Fink, Hannes Bongartz, Michael Preetz, Markus Schupp und nicht zuletzt Souleyman Sané. Dessen Sohn, Nationalspieler Leroy, hätte sicherlich die finanziellen Mittel, mit denen man den Verein in der Regionalliga hätte halten können. „Aber so weit geht die Verbundenheit dann offenbar doch nicht“, stellt „Kiki“ Kneuper ernüchtert fest.

Nur in der Liga spielen, die man sich erlauben kann

Unter dem Strich bleibt für den erfahrenen Trainer die Erkenntnis, „dass man als Verein nur in der Liga spielen sollte, die man sich auch finanziell erlauben kann.“ Das sei durchaus auch auf den VfL Schwerte zu münzen, für den Kneuper zwar nicht in offizieller Funktion, aber beratend tätig ist. „Um Himmels willen kein Harakiri“, warnt Kneuper. Dann lieber der Status quo eines soliden Bezirksligisten, wie es zurzeit am Schützenhof der Fall ist.

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