Wo ist die Leistungsgrenze? Das sportliche Experiment des Vincent Bartscher

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Der Satz, Vincent Bartscher habe sich dem Triathlon verschrieben, ist fast schon eine Untertreibung. Denn für die nächsten zwei Jahre richtet Bartscher seinen Fokus komplett auf den Sport.

Schwerte

, 23.12.2019, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sei ein Experiment, sagt Vincent Bartscher. Er wolle einfach wissen, wie weit er es leistungsmäßig bringen kann. Dazu hat er sich selbst einen klar strukturierten Plan auferlegt. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Wirtschaftsingenieur-Studiums im Sommer dieses Jahres hat er sich selbst einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren gegeben, in dem er sich mit aller Konsequenz auf Triathlon konzentrieren will.

Professioneller Trainer aus Jena

Mit Franz Kohlack aus Jena hat er sich einen professionellen Coach besorgt, der ihn individuell betreut und mit dem er sein Trainingsprogramm abstimmt. Dass Kohlack nicht regelmäßig vor Ort ist, ist kein Problem – im Zeitalter zunehmender Digitalisierung sind Trainingspläne und Inhalte der Übungseinheiten via App längst keine Ausnahme mehr.

Das Tablet hat im Triathlon-Alltag längst Einzug gehalten. Vincent Bartscher und sein Trainer Franz Kohlack besprechen die Trainingsinhalte.

Das Tablet hat im Triathlon-Alltag längst Einzug gehalten. Vincent Bartscher und sein Trainer Franz Kohlack besprechen die Trainingsinhalte. © Bernd Paulitschke

Auch seine Ernährung hat Vincent Bartscher umgestellt, schon seit fast drei Jahren esse er vegan – kein Problem, sagt er: „Vegane Küche steht ja häufig als Synonym für Verzichtküche. Das stimmt aber nicht“, meint der 25-Jährige.

Auch die „erbliche Vorbelastung“ spielt eine Rolle

Als Schüler war Vincent Bartscher nicht gerade eine Sportskanone. Zum Ende der Oberstufe habe er begonnen, im Fitnessstudio zu trainieren, „aber in keiner Weise ambitioniert.“ Während eines viermonatigen Aufenthaltes in Australien, wo er 2016 ein Auslandssemester absolvierte, sei er dann aber übers Schwimmen zum Triathlon gekommen.

Und die „erbliche Vorbelastung“ hat in dieser Hinsicht ganz sicher auch eine Rolle gespielt. Denn auch Vincents Vater Ulrich Bartscher, heute Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwerte, war zu seinen aktiven Zeiten ein formidabler Triathlet.

Einmal „angefixt“, steigerte Vincent Bartscher kontinuierlich den Aufwand für seinen Sport. Dreimal war er schon im fränkischen Roth bei der Langdistanz-Challenge, Deutschlands größtem Triathlon-Event, am Start und steigerte seine Zeiten dort von 11:10 Stunden bei der Premiere 2017 auf 10:40 Stunden (2018) und auf 10:04 Stunden im vergangenen Sommer.

Eine Zeit unter neun Stunden ist das Ziel

Auch 2020 wird Bartscher wieder in Roth an der Startlinie stehen. Eine Zeit unter neun Stunden habe er sich fürs nächste Jahr vorgenommen, sagt Bartscher – die stetige Verbesserung seiner Leistungen ist auf seinem ambitioniertem Weg fest eingeplant.

Seit einem halben Jahr trainiert Vincent Bartscher unter der Anleitung des Triathlon-Coaches Franz Kohlack.

Seit einem halben Jahr trainiert Vincent Bartscher unter der Anleitung des Triathlon-Coaches Franz Kohlack. © Bernd Paulitschke

Das vorläufige Ende dieses Plans hat Bartscher für sich selbst auf das Jahresende 2021 terminiert. „Dann kommt ein Strich drunter und es wird Bilanz gezogen“, sagt er. Bei einer Zeit von 8:30 Stunden für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Rad-kilometer und den Marathonlauf (42,195 Kilometer) will Bartscher dann angekommen sei – mit solch einer Bestzeit würde er zur erweiterten deutschen Spitzenklasse zählen.

Der Einstieg ins Berudsleben hat noch Zeit

Und wenn Vincent Bartscher es in den vor ihm liegenden zwei Jahren wirklich schafft, in solche Dimensionen vorzudringen? „Wenn die Leistungen stimmen, könnte ich mir schon vorstellen, nicht nur unter professionellen Bedingungen zu trainieren, sondern es dann auch als Profi zu versuchen“, sagt er.

Und wenn nicht, sei das auch kein Problem – dann würde eben der Einstieg ins ganz normale Berufsleben erfolgen. Aber das hat noch Zeit, denn vorher will er testen, was in Sachen Triathlon für ihn möglich ist – das ganz persönliche Experiment des Vincent Bartscher.

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