13 fehlende Spieler: Bei GS Cappenberg fällt eine ganze Mannschaft aus

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Die Fußballer von GS Cappenberg haben zu kämpfen, nicht etwa um den Tabellenplatz, sondern um fehlende Spieler. 13 waren es am vergangenen Sonntag. Das hat für den Trainer extreme Folgen.

von Leonie Freynhofer

Cappenberg

, 05.12.2019, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elf Spieler auf dem Platz, vier auf der Bank und 13 auf der Ausfallliste, eine Horrorvorstellung für die meisten Mannschaften. Doch für die Kreisligafußballer von GS Cappenberg wurde das Szenario in der Partie gegen den SV Langschede am vergangenen Sonntag Realität. Es wäre ein Leichtes gewesen, aus den fehlenden Spielern eine zweite Mannschaftsaufstellung zu planen.

Durch Langzeitverletzungen, Urlaube und kurzfristige Krankheitsfälle musste GS Cappenberg schlussendlich auf die zweite und dritte Mannschaft zurückgreifen, um überhaupt mit genügend Männern auf dem Platz auflaufen zu können.

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„Ich habe echt Respekt vor den Jungs, die schon viele Minuten hinter sich hatten, und dann noch bei uns mitspielen“, lobt Cappenbergs Trainer Pascal Harder den Einsatz der Spieler.

Kaum vernünftiges Training möglich

Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf der Bank sah es für die Mannschaft mau aus. Zwar saßen vier Spieler als Ersatz neben dem Feld, doch nur zwei wären auch fit genug gewesen. „Da hofft man schon, dass die Jungs die Partie gut überstehen und währenddessen nicht doch noch durch Verletzungen ausfallen“, sagt Cappenbergs Trainer, der selbst durchspielen musste.

Personalnot

Die Ausfallliste beim GSC

Mats Lange gehört mit einem Bandscheibenvorfall zu den Langzeitverletzten. Schon seit dem Sommer hat Fabian Wißmann mit Probleme am Becken zu kämpfen. Rückkehr im Winter.
Direkt im ersten Spiel der Saison war für Marian Kuhn durch einen Mittelfußbruch Schluss. Wie er ist auch Maximilian Stasch nach einem Schlüsselbeinbruch noch im Aufbautraining.
Rafael Felsberg pausiert nach einem kleinen Eingriff eine Woche. Krankheitsbedingt fehlten Alexander Lohölter und Jens Heinrich. Durch seinen Schichtdienst ist Lukas Nagel immer wieder stark eingeschränkt.
Julius Becker ist bis Mai 2020 im Auslandssemester in Australien. Max Hane ist gerade erst aus England zurück, wird beruflich aber nach Stuttgart ziehen.
Ein Barcelona-Trip haben Julian Helmus und Kevin Klink daran gehindert auf dem Platz zu stehen. In den kommenden Spielen fehlt Helmes wegen einer Wurzelbehandlung. Auch Jonas Osterkemper fehlt (Zerrung).

Nicht in einem einzigen Spiel der Saison konnte Harder aus dem Vollen schöpfen. Immer wieder hinderten ihn zwischen neun und zwölf Ausfälle daran, die Aufstellung frei zu planen. Somit müssen die Spieler auf dem Platz zu Allroundern werden. Kaum einer besetzt mehr die Position, die er gerne und auch gut spielt. Das verlangt Harder viel Improvisationstalent ab. „Ich werde jedes Mal zum Zauberer“, scherzt der Trainer.

Auch im Training kann er meist nur auf acht bis neun Spieler zurückgreifen. Vernünftige und umfangreiche Einheiten sind so für den 31-Jährigen nicht möglich. „Wir können für die Spiele nichts einstudieren, die Abläufe passen nicht und auch das Gemeinschaftsgefühl bleibt auf der Strecke.“

Hinzu kommt, dass Torwart Bendix Wagner oft durch Kurse an der Universität zum Training nicht auf dem Platz auflaufen kann. Für Harder ist es verständlich, dass einige Spieler dann wenig Lust haben, eine halbe Stunde auf ein leeres Tor zu schießen.

Mannschaftsgefühl zurück auf den Platz bringen

So extrem unbeständig wie in diesem Jahr war die Spielersituation beim GS Cappenberg für den 31-Jährigen selten. „So krass habe ich das noch nie erlebt und auch von andere Vereinen nichts Vergleichbares gehört.“ Vorwürfe macht er seinen Spielern aber nicht, wenn die Motivation während der Saison auf der Strecke bleibt. „Das ist ein ganz normaler Prozess.“

Für den personellen Mangel bewertet er die Position auf Platz acht in der Tabelle als ziemlich gut. Auch wenn sich Harder mit seiner Mannschaft mehr vorgenommen hat. Im Fokus steht für ihn jetzt erst einmal, dass GS Cappenberg sich wieder als Team präsentiert und das Mannschaftsgefühl auf den Platz zurückbringt.

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