Auch der Fußballkreis Unna/Hamm: Die Fußballszene solidarisiert sich gegen Homophobie

#ihrkoenntaufunszaehlen

Diese Aktion geht gerade viral: Hunderte Fußballprofis solidarisieren sich derzeit im Internet mit homosexuellen Kolleginnen und Kollegen. Auch der Fußballkreis Unna/Hamm bezieht Stellung.

Unna

, 21.02.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch das Deutsche Fußball-Museum in Dortmund solidarisierte sich mit der "11Freunde"-Aktion.

Auch das Deutsche Fußball-Museum in Dortmund solidarisierte sich mit der "11Freunde"-Aktion. © Döring

Es ist eine große Welle der Solidarität, die zurzeit durch das Internet schwappt: Hunderte Kicker und Vereinsvertreter aus dem Profifußball haben sich in den vergangenen Tagen der vom Fußballmagazin „11Freunde“ initiierten Aktion „Ihr könnt auf uns zählen“ angeschlossen, um homosexuellen Fußballerinnen und Fußballern öffentlich den Rücken zu stärken - und dem Thema Homophobie im Profifußball entgegenzutreten.

Hitzlsperger sieht „einen Schritt in die richtige Richtung“

Das Medienecho war gewaltig - und fiel im In- sowie Ausland durchweg positiv aus. So nahm auch Thomas Hitzlsperger die Aktion mit Wohlwollen auf: „Wieder ein Schritt in die richtige Richtung“, kommentierte er die Solidaritätsbekundungen auf Twitter. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler ist mit seinem Coming-out im Jahr 2014 - also nach seiner aktiven Spielerkarriere - der bislang prominenteste deutsche Fußballer, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat.

Auch im Amateurfußball wird die Aktion zunehmend aufgegriffen. Landauf, landab teilt so mancher Spieler, Trainer und Verein die Aktion über die sozialen Netzwerke oder lichtet sich mit einem Plakat und den Worten „Ihr könnt auf uns zählen“ als Solidaritätsbekundung ab. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat ebenfalls reagiert und ruft seine Vereine dazu auf, sich unter dem Hashtag #ihrkoenntaufunszaehlen an der Aktion teilzunehmen.

Fußballkreis Unna/Hamm sichert Unterstützung zu

Und auch der Fußballkreis Unna/Hamm sichert seine Unterstützung zu: „Natürlich unterstützen wir eine Aktion gegen Homophobie und für mehr Toleranz ausdrücklich und gerne. Niemand sollte aufgrund seiner Herkunft, seiner Religion oder seiner sexuellen Orientierung Ausgrenzung erfahren. Dafür stehen wir auch im Kreis Unna/Hamm - auf und neben dem Platz“, sagt der Kreisvorsitzende Michael Allery auf Nachfrage.

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In der Öffentlichkeit sei das Thema Homosexualität im Jahr 2021 mittlerweile selbstverständlich, im Fußball hingegen leider nicht, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. Ob der Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten bei dem Thema hinterherhinke und ob das Thema Homophobie im Herrenbereich ein größeres Problem sei als im Frauenfußball, darüber könne und wolle er nicht spekulieren, so Allery weiter.

„Am besten wäre es, jemand würde sich trauen“

Was in Zukunft passieren müsse, um weitere Barrieren im Bereich Homosexualität und Homophobie im Fußball abzubauen? Es gäbe bereits Arbeitsgruppen bei den Fußballverbänden, die sich mit der Thematik befassen, so Allery. Doch den größten Effekt würde aus seiner Sicht ein Präzedenzfall mit sich bringen. „Am besten wäre es, jemand würde sich trauen und sagen: Ich gehe voran, ich oute mich.“

Doch wie schwierig dieser Schritt nach wie vor sei, darüber ist sich Allery im Klaren. Denn: „Nach Thomas Hitzlsperger kam schließlich auch niemand mehr nach.“ Und so trifft ausgerechnet der Ex-Nationalspieler wohl den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt, dass die Aktion „Ihr könnt auf uns zählen“ ein Schritt in die richtige Richtung ist. Der Weg hin zu einer Homophobie-freien Fußball-Welt scheint hingegen auch im Jahr 2021 noch ein weiter zu sein.

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