Das ist Martin Klingenberg (33) - so tickt der neue Sportliche Leiter beim PSV Bork

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Martin Klingenberg übernimmt das Amt des Sportlichen Leiters beim PSV Bork. Dass er bereits früh eine Trainerlaufbahn eingeschlagen hat, lag auch an einer schweren Verletzung.

Bork

, 25.11.2019, 12:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Platz rufen ihn alle nur „Klinge“. Für die Aufgaben, vor denen Martin Klingenberg steht, braucht der neue Sportliche Leiter des PSV Bork im übertragenden Sinn auch einiges an Schärfe. Aber „einschneidend“ - um im Bild zu bleiben - sollen die Veränderungen nicht werden.

Öffentlich in Erscheinung getreten ist Martin Klingenberg organisatorisch noch nicht. Der 33-Jährige arbeitet als Finanzbuchhalter bei Logistik- und Transportkonzern Rhenus und hat einen fünf Monate alten Sohn. Einen Vorstandsposten oder ein koordinatives Amt bei einem Fußballverein hatte er bisher nicht. Von Thorsten Kühler übernahm er den Trainerstuhl der zweiten Mannschaft beim PSV, stieg im Sommer in der Verlängerung beim Relegationsspiel in die C-Liga ab.

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Als Klingenberg vor zwei Monaten ins Gespräch um den nicht besetzten Sportchef des PSV Bork kam, kam eine Doppelfunktion als Sportlicher Leiter und Trainer für ihn nicht infrage. „Das stand nie zur Debatte. Entweder konzentriere ich mich auf das Traineramt oder die Sportliche Leitung“, sagte Klingenberg im Interview am Sonntag. Und wichtig sei ihm auch gewesen, dass es eine zufriedenstellende Nachfolgeregelung gibt. Die sei mit Christian Paechnatz und Bastian Content gefunden.

André Kracker stellte ersten Kontakt her

Er bestätigte, dass die Initiative damals von Ex-Coach André Kracker ausgegangen war. Klingenberg stand mit dem vor zwei Wochen entlassenen Trainer immer wieder in Kontakt, wenn es um Personal ging.

Dabei fiel ihm auf: „Dass die Position unbesetzt war, hat man gemerkt. Es war kein Ansprechpartner da, der für das Hochschreiben der A-Jugendlichen verantwortlich war.“ Die fehlende Sportliche Leitung als Bindeglied zwischen Vorstand, Trainern und Spielern mehrere Mannschaften hinterließ einfach ein Loch.

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Das füllt nun Klingenberg aus. Der Reiz sei groß gewesen. „Der PSV Bork hat zuletzt viele Negativschlagzeilen geliefert. Ich möchte dazu beitragen, dass wieder Ruhe in den Verein kommt“, sagte Klingenberg. Seit dem Meisterjahr 2016/17 beobachtete er einen „stillen, schleichenden Prozess des Abrutschens“.

Nachdem die Borker im Sommer 2017 die Bezirksliga verpassten, brach der Kader auseinander. Im Jahr darauf gelang der Klassenerhalt mit Ach und Krach. Doch 2019 war der PSV nicht mehr zu retten.

Martin Klingenberg fühlt einen neuen Impuls

Was Klingenberg aber auch festgestellt hat: „Man hat gemerkt, dass der Trainerwechsel der Mannschaft schon einen neuen Impuls gegeben hat und eine höhere Motivation bewirkt hat. Die Trainingsbeteiligung ist wieder gestiegen.“ Das wertet er als positives Signal.

Am 1. Dezember startet Klingenberg offiziell. „Der erste Zug wird sein, mit dem aktuellen Kader zu sprechen und da ein Feedback zu bekommen“, sagte Klingenberg. Verlängerungen möchte er möglichst schnell vermelden. Zeit dafür hat er auch deswegen, weil er selbst nicht mehr Fußball spielen darf. „Ich habe mir 2016 mein Knie zertrümmert“, erzählte er.

Schwere Knieverletzung führte zum Sportverbot

Während eines Sprints in einem Meisterschaftsspiel blieb er im Rasen hängen. Fünf Operationen waren notwendig, um Kreuzbänder, Patellasehne, In- und Außenmenisken wieder „zu flicken“, wie Klingenberg selbst sagte. An Fußballspielen ist nicht mehr zu denken.

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„Aber ganz ohne Fußball geht es nicht“, so Klingenberg, der daraufhin in die Trainerlaufbahn einschwenkte und sich auch noch für American Football interessiert. Sein Ziel? „Einen Tabellenplatz möchte ich nicht ausgeben. Der Vorstand hat ja schon gesagt, dass es ein Konsolidierungsjahr ist. Wir sind aber für Neuzugänge nicht so interessant, wenn wir Elfter oder Zwölfter werden“, sagte Klingenberg.

Zwei Personalien gab Klingenberg auch bekannt: Ab sofort wird Ulrich Bischoff als Physiotherapeut fungieren. Und in Sven Schneider gibt es auch bereits einen Fitnesstrainer im Umfeld des PSV.

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