Das sind die Gründe für das Aus von André Kracker - Nachfolger ist eine Überraschung

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Es begann mit ordentlichen Auftritten, dann verlor der PSV Bork den Schwung. Die Stimmung wurde schlechter in der Mannschaft. Am Montag gingen Klub und Coach dann getrennte Wege.

Bork

, 12.11.2019, 23:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kapitel André Kracker (45) ist beim PSV Bork Geschichte. Am Montagabend saßen der Vorstand des Fußball-B-Ligisten und der Trainer zusammen. Am Ende einigten sich beide Seiten auf die sofortige Trennung - „in gegenseitigem Einvernehmen“, wie es in der Pressemitteilung des Vereins vom Dienstagvormittag hieß. Dabei ist Krackers Bilanz so schlecht nicht: 21 Punkte nach 14 Spielen, mehr Siege (6) als Niederlagen (5), ein ausgeglichenes Torverhältnis (37:37), Platz neun.

Bereits einen Tag vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. Juli 2019 hatte Borks neuer Trainer André Kracker die Vorbereitung des erst vier Wochen zuvor abgestiegenen Fußball-B-Ligisten aufgenommen. Die Hoffnungen in den neuen Mann waren groß, als Kracker Anfang April im Vereinsheim des PSV Bork vorgestellt wurde. „Für mich war Fußball eigentlich abgehakt, aber diese Aufgabe reizt mich schon. Einfach kann jeder“, sagte Kracker damals.

Das sind die Gründe für das Aus von André Kracker - Nachfolger ist eine Überraschung

André Kracker (l.) und Marcel Michl bei der Vorstellung im Frühjahr 2019. © Sebastian Reith

Der werdende Chefcoach war daraufhin bei diversen Spielervorstellungen dabei, bevor es überhaupt richtig losging. Der Umbruch des Kaders schien zu funktionieren. Die Ergebnisse nach ordentlicher Vorbereitung und gutem Saisonstart waren dann aber immer öfter durchwachsen.

André Kracker wollte beim PSV Bork etwas aufbauen

Trotzdem bekräftigte Kracker, der vor vier Wochen zum Interviewtermin in der Redaktion saß, dass sich seine Arbeit beim PSV Bork nicht in die kurzen Wirkungszeiträume seiner letzten Klubs einreihen sollte. In Rhynern und Ahlen war Kracker ebenfalls nur halbes Jahr Trainer.

Er betonte, dass er sich wohl fühle, das Umfeld super sei. „Das ist eine Basis für eine langfristige Zukunft“, sagte Kracker damals. Und auch Geschäftsführer Dietmar De Sacco sah auf Nachfrage keine Veranlassung für einen Rücktritt oder einen Rauswurf des Angestellten.

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Am 11. November folgte doch die Trennung. Nur 134 Tage, nachdem Kracker beim Auftakttraining erstmals vor der Mannschaft eine Ansprache gehalten hatte. Bei der 0:2-Niederlage beim SuS Lünern am vergangenen Sonntag saß Kracker zum letzten Mal auf der Bank.

Trennung hat nichts mit dem Fall Schickentanz zu tun

Am Montag folgte dann das Trennungsgespräch am Platz, das - wie alle Beteiligten sagen - vor dem Lünern-Spiel vereinbart war und das unabhängig von der 0:2-Niederlage sowie von der Suspendierung von René Schickentanz und Joshua Schubert in der Vorwoche ausgemacht war.

Das sind die Gründe für das Aus von André Kracker - Nachfolger ist eine Überraschung

Marcel Michl © Wilco Ruhland

„Losgelöst von der Punktedarstellung, sondern hinsichtlich der Frage, wo die Mannschaft steht, sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass André die Mannschaft aus welchen Gründen auch immer nicht mehr erreicht hat.“
Marcel Michl, Vorstand des PSV Bork Fußball

„Um Spekulationen vorzubeugen, teilen wir mit, dass diese Entscheidung nicht im Zusammenhang mit den suspendierten Spielern René Schickentanz und Joshua Schubert steht. Das Trainerteam wird die notwendigen Gespräche mit den Spielern und der Mannschaft teamintern führen“, hieß es in der Pressemitteilung vom Dienstagvormittag.

Es gab Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft

Zu den Gründen sagte Marcel Michl, Vorsitzender der Borker Fußballer, dass es Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft gegeben habe. „Losgelöst von der Punktedarstellung, sondern hinsichtlich der Frage, wo die Mannschaft steht, sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass André die Mannschaft aus welchen Gründen auch immer nicht mehr erreicht hat“, sagte Michl.

Dienstagabend präsentierte der Verein dann etwas überraschend Marco Logemann als Nachfolger. Das Training fiel aus, weil die B-Juniorinnen ein Pokalspiel bestritten. Die Zeit nutzte der Klub für Gespräche mit der Mannschaft.

„Marco Logemann steht für den PSV. Er hat gesagt, dass er sich der Sache annimmt, um wieder positiven Schwung in die Mannschaft zu bekommen. Unser Ansinnen ist, die positive Grundstimmung zurückzubekommen“, sagte Vorstand Marcel Michl im Telefonat am späten Dienstagabend. Die Vereinbarung mit Logemann sei zeitlich nicht begrenzt. Michl: „Es gibt kein Haltbarkeitsdatum.“ Christian Voßschmidt bleibt spielender Co-Trainer.

Das sind die Gründe für das Aus von André Kracker - Nachfolger ist eine Überraschung

Marco Logemann stand einmal vertretungsweise an der Linie. Ab sofort coacht er den PSV Bork. © Jura Weitzel

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