Erstmals Fairness-Auszeichnung bei den Vinnumer Reitertagen - Auch ein Zuschauer räumt ab

hzVinnumer Reitertage

Bei den Vinnumer Reitertagen wurden in diesem Jahr erstmals Fairness-Preise vergeben. Auf welche Kriterien achtete die Jury, wer hat gewonnen und wie kam die Auszeichnung bei den Reitern an?

von Marcel Schürmann

Vinnum

, 05.08.2019, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pia Cordes war bei den Vinnumer Reitertagen in der Fairness-Jury und musste mit fünf weiteren Jugendlichen zusehen, dass bei den Wettbewerben „alles fair zugeht“, wie sie sagt. „Wir haben uns auf dem Turnier in Vinnum am Samstag bei einem A-Dressurreiterwettbewerb die Reiter angeguckt, wie sie mit ihren Pferden umgehen - vor, nach und während der Prüfung. Wir schauen auf vermeintliche Kleinigkeiten und achten darauf, ob sie harmonisch reiten, ob sie dem Pferd was zu fressen und zu trinken geben, ob sie das Pferd auch mal loben zwischendurch.“

Fairness-Preis geht nach Lüdinghausen

Am Ende entschied sich die sechsköpfige Jury - auch ein Reitsport-Außenstehender vom Deutschen Roten Kreuz war dabei - für Antonia Höcke vom RV Lüdinghausen, die den Fairness-Preis gewann. „Ich finde es eine gute Aktion, die sehr gut angekommen ist“, sagt Pia Cordes. Damit solle den Reitern ans Herz gelegt werden, „dass es wichtig ist, mit dem Pferd gut umzugehen, denn Pferde sind Tiere und keine Maschinen.“

Dem pflichtete auch Franz-Josef Schulte im Busch, Vorstandsmitglied im RV Lützow Selm-Bork-Olfen, bei. „Tierschutz wird immer größer geschrieben, daher begrüße ich diese Aktion. In der Region sind wir auch der erste Verein, der eine solche Auszeichnung vergeben hat“, sagt er stolz.

Für jemanden entschieden, „der besonders hervorragte“

Und der Preis sei bei Zuschauern und Reitern sehr gut angekommen. „Das soll nicht heißen, dass alle anderen Reiter in der Prüfung nicht verantwortungsvoll mit ihrem Pferd umgegangen sind. Die Jury hatte am Ende viele Kandidaten auf dem Zettel und musste sich eben entscheiden. Das hat sie getan - und zwar für jemanden, der besonders hervorragte“, so Schulte im Busch weiter.

Bei den anderen Reitern seien keine negativen Auffälligkeiten gewesen. Das bestätigte auch Tierarzt Dr. Marc Dahlkamp: „Wir haben nach Zufallsprinzip Pferd und Reiter kontrolliert. Alle Reiter waren sehr darauf erpicht, dass es den Pferden gut geht. Einen Ausnahmefall hatten wir bisher zum Glück sehr selten.“ Und in Vinnum eben gar nicht.

Zuschauerpreis bleibt beim Gastgeberverein

Am Sonntag gab es dann noch einen Zuschauerpreis. „Unser Publikum wurde aufgefordert, Verbesserungsvorschläge für unser Turnier auf einen Zettel zu schreiben“, sagt Esther Lobeck vom RV Lützow-Selm-Bork-Olfen. Gewonnen hat hier ein Vereinsmitglied: Steffen Stegemann, der sich über einen 500-Euro-Geldpreis freuen durfte.

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Sein Vorschlag: Das Gelände muss sicherer werden. „Der Weg vom Hängeplatz führt immer über den Abspringplatz, auch die Zuschauer müssen am Rand vorbeilaufen. Da gibt es keinen abgeteilten Bereich. Das wollen wir jetzt angehen, aber auch die anderen Vorschläge werden wir uns ansehen und dann schauen wir, was wir demnächst alles berücksichtigen können“, so Lobeck weiter.

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