Farce bei A-Jugend des PSV Bork: Nur eine Mannschaft stand auf dem Feld

hzFußball

Eigentlich sollte die A-Jugend PSV Bork am Sonntag bei der SG Bockum-Hövel um den Aufstieg in die Kreisliga A spielen. Doch dazu kam es nicht. Eine Geschichte mit Vorspiel.

von Nico Ebmeier

Bork

, 08.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor wenigen Tagen ging ein Bild aus der ersten italienischen Fußball-Liga um die Welt. Der SSC Neapel durfte coronabedingt nicht zum Auswärtsspiel nach Turin reisen, das Spiel fand trotzdem statt - ohne Gästespieler. Bei der A-Jugend des PSV Bork zeigte sich am vergangenen Sonntag ein ähnliches Bild.

Auf den ersten Blick ist diese Eintragung in den Spielberichtsbogen nichts weiter Besonderes. Die A-Jugend des PSV Bork hatte eigentlich das entscheidende Spiel um die Qualifikation zur Kreisliga A gegen die SG Bockum-Hövel zu bestreiten. Bork trat allerdings nicht an und Bockum-Hövel stieg auf.

Auf den zweiten Blick versteckt sich hinter diesem Ergebnis eine Farce, die schon vor zwei Jahren ihren Anfang fand. „Bockum-Hövel wollte die Partie unbedingt verschieben, doch in dem vollen Terminplan unserer Jugendlichen war dies einfach nicht möglich. Grund dafür waren wohl zwei Corona-Infizierte, die allerdings nie Kontakt zum Team hatten sowie mehrere Verletzte. Erst war die Sprache von einer Verlegung über mehrere Tage, dann nur auf den Sonntagabend, aber da konnte ich beruflich bedingt nicht und die Mannschaft kann ja nicht ohne Trainer dastehen“, erklärt A-Jugend-Coach Carsten Helmig.

Spitzenspiel in Bockum-Hövel wird zur Farce

Also bestanden die Borker auf die Austragung an dem angedachten Termin, während die Hammer die Partie weiter unbedingt verlegen wollten. Dabei hatte das Spiel trotz der brisanten Tabellensituation (Bork: Erster mit neun Punkten, Bockum-Hövel: Zweite mit sieben Punkten) keinen wirklichen sportlichen Wert. „Wir hätten uns gefreut, wenn wir die Gruppe gewonnen hätten, wären aber trotzdem nicht aufgestiegen. Unser Kader ist mit 18 Spielern viel zu dünn für die Kreisliga A“, so Helmig.

Jetzt lesen

Da sich beide Parteien nicht einigen konnten, wurde es völlig kurios am Sonntag. Bork entschied sich wegen des Konflikts sowie der generell extrem hohen Corona-Zahlen gegen eine Reise nach Hamm. Bockum-Hövel stand auf dem Platz - aber erst am Abend um 17 Uhr. Eine wirkliche Erklärung sucht man bei der Spielgemeinschaft dafür allerdings vergeben. „Bork ist nicht angetreten und mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, antwortete Jugendvorsitzender Andre Hähnel auf die telefonische Anfrage dieser Redaktion und legte danach postwendend auf.

PSV Bork tritt bei Spiel in Hamm nicht an

Etwas kommunikativer zeigte sich da Lukas Bartels, Co-Trainer der A-Jugend: „Wir standen dann am Abend da, waren umgezogen, der Schiedsrichter war am Platz - nur Bork nicht. Das war schon alles ziemlich komisch.“ Den Grund, wieso das Spiel unbedingt verlegt werden sollte, kannte Bartels aber selbst nicht. „Ich wurde da nicht in die Diskussion mit einbezogen und kann deshalb da leider nichts zu sagen. Justin Hermeier (erster Trainer der A-Jugend, Anm. d. Red.) kann da sicher weiterhelfen.“ Doch Hermeier war unter der auf der Internet-Seite stehenden Nummer nicht zu erreichen.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass beide Mannschaften in Konflikt miteinander gerieten. „Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen Vorfall. Damals wollte Bockum-Hövel das Heimspiel ebenfalls verlegen und wir stimmten ein. Als wir dann in Hamm waren, hatten sie das Spiel ohne unser Wissen noch eine halbe Stunde später angesetzt und ließen uns dementsprechend auch 30 Minuten vor der geschlossenen Tür stehen“, erinnert sich Carsten Helmig.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt