Fußballkreis äußert sich zu Corona-Anstieg in Hamm

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Der Fußballkreis Unna-Hamm beobachtet die Lage zum Coronavirus in Hamm sehr genau. Steht eine Spieltagsabsage bevor? Dazu äußerte sich Kreischef Michael Allery.

Selm

, 25.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nirgendwo in Deutschland ist der Anstieg der Corona-Zahlen so prekär wie in der Stadt Hamm. Der Oberbürgermeister hat wieder Einschränkungen für das öffentliche Leben verhängt, nachdem die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner nach unterschiedlichen Angaben mit mindestens 80 deutlich den Grenzwert von 50 Fällen überschritten hatte. Auch die Sportwelt ist davon betroffen.

Für Michael Allery (49), Kreisvorsitzender des Fußballkreises Unna-Hamm, waren die vergangenen Tage anstrengender als sonst. Täglich hielt der Fußballkreis Korrespondenz mit dem OB-Büro in Hamm. „Gerade in den letzten Tagen hat sich die Sachlage täglich bis stündlich geändert“, so Allery.

Gesonderte Maßnahmen wird der Kreis für den am Wochenende anstehenden vierten Spieltag der Amateurfußballsaison nicht einführen. „Wir halten uns streng an die politischen Vorgaben, eine Generalabsage wird aber nicht erfolgen“, erklärte Allery, der selbst Hammer Bürger ist.

Spiele dürfen aus Sicherheitsgründen schneller abgesagt werden

Der Kreisvorsitzende hatte sich regelmäßig mit seinen Vorstandskollegen und dem Kreisfußballausschuss abgestimmt. Tritt ein Verdachtsfall in einer Mannschaft auf, werde nach der Spielordnung verfahren. Die besagt: Bescheinigungen müssen her. Aber der Kreis werde sich bei Spielverlegungen kulant zeigen. „Wenn Mannschaften Angst haben, wegen eines Verdachtsfalls zu spielen, und die Vereine sich einig sind, dann sind wir gerne bereit, das Spiel abzusetzen“, sagte Allery.

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Das Kreisgebiet teilt sich weitestgehend in zwei Bereiche: In den ersten Staffeln der Kreisligen A bis D spielen größtenteils die Teams aus der Stadt Hamm. In den parallelen zweiten Staffeln Mannschaften von Fröndenberg bis Selm, aus dem politischen Kreis Unna. In Hamm sind nun bei Sportveranstaltungen nur noch 150 Zuschauer zugelassen, während ansonsten deutlich mehr Zuschauer kommen dürften - ein Ungleichgewicht, über dessen wirtschaftliche Auswirkungen sich Allery kein Urteil erlauben wollte, aber anmerkte, dass viele Amateurteams nicht viele Zuschauer anziehen würden.

Hammer Derby fast vor einer Geisterkulisse

Allerdings wies Allery bereits frühzeitig darauf hin, dass die Regelungen in den Kommunen nicht einheitlich waren, etwa was Lockerungen und die Rückkehr auf die Sportplätze anging. „Wir hatten versucht, eine gemeinsame Regelung zu finden, wenigstens für unseren Fußballkreis. Das war leider nicht möglich“, sagte Allery.

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Am Donnerstag, 1. Oktober, soll in Hamm übrigens das Oberliga-Derby zwischen der Hammer SpVg und Westfalia Rhynern steigen. Es ist davon auszugehen, dass die Zuschauerobergrenze auch dann bei 150 Menschen liegt - sie gilt zunächst bis 6. Oktober. Für das Lokalduell, das in den vergangenen Jahren geschätzt 2.000 bis 2.500 Zuschauer anlockte, sind die Tickets dann rar.

Ob das Derby aber wirklich stattfinden kann, ist offen. Das Spiel von Westfalia Rhynern, das für Mittwochabend geplant war, musste bereits abgesagt werden.

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