GS Cappenberg darf auf den Platz - Genehmigung von der Stadt nicht erforderlich

hzCoronavirus

GS Cappenberg bereitet alles für die Öffnung vor. Das erste Training soll nächste Woche stattfinden. Ursprünglich war der Zeitplan ein anderer. Die Stadt erklärt, dass große Konzepte nicht notwendig seien und auch nicht genehmigt werden müssten.

Selm

, 03.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wann ist ein Hygienekonzept gut und ausreichend? Ist es überhaupt notwendig und welche Behörden durchläuft ein solches Papier, wenn es angefertigt ist? Seit Samstag hat auch die Stadt Selm die Sportanlagen wieder freigegeben und den Vereinen die Nutzung freigestellt. Hygienekonzepte, stellte der städtische Pressesprecher Malte Woesmann klar, müssen von der Stadt nicht genehmigt werden und seien auch nicht vorgeschrieben.

„Dies ist den Vereinen auch so mitgeteilt worden. Es muss lediglich dargelegt werden, welche Maßnahmen zur Einhaltung der Hygienevorschriften usw. getroffen wurden“, schreibt Woesmann. Die bisherige Nichtfreigabe der Sportstätten, mit der Selm im Umkreis fast alleine dastand, sei im Einvernehmen mit den Vereinen erfolgt.

Jetzt lesen

Auch der Landessportbund Nordrhein-Westfalen veröffentlichte im Zuge der neuen Version der Corona-Schutzverordnung ein Schaubild, wonach spezielle Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte weder für Kontaktsport noch für Nicht-Kontaktsport notwendig seien. Allgemeine Hygienevorschriften seien für viele Vereine ausreichend, sagt Pressesprecher Frank-Michael Rall und erläutert: „Wie so oft ist es nicht möglich, für die abwechslungsreiche Sportlandschaft in einem Satz alles festzuhalten.“

Eine Regelansammlung ist kein Hygienekonzept

Damit meint er, dass kommunale Verwaltungen unterschiedlich aufgebaut sind und es unterschiedliche Beziehungen zwischen Stadt und Vereinen geben kann. Das zeigte sich auch in der redaktionellen Umfrage in der vergangenen Woche. Dabei antworteten einige Kommunen, dass Sportvereine aufgrund von Nutzungsvereinbarungen selbst für die Einhaltung verantwortlich ist. Andere gaben an, dass Vereine für kommunale Sportanlagen ein Konzept benötigten und die Verwaltung dieses auch als Bedingung für eine Sportplatzöffnung macht.

„Wichtig ist uns, dass ein Verein sich handlungssicher fühlt, die gesetzlichen Vorgaben auch umzusetzen“, sagt Rall. Die Grenze zwischen allgemeinen Regeln und Konzept sei dabei oftmals fließend. Ein Verein, der Regeln zur Selbstkontrolle aufschreibt, hat oft nicht die gesetzliche Pflicht dies auch zu tun. Deswegen kommt es umgangssprachlich oft zu vertauschten Begrifflichkeiten. Eine Regelsammlung muss nicht immer gleich ein Hygienekonzept sein.

Einen Maßnahmenkatalog gibt es in Selm nicht

Auch die Stadt Selm hält fest, dass geeignete Maßnahmen zu Hygiene und Infektionsschutz notwendig seien. „Diese sind jedoch individuell je nach Gegebenheit vor Ort. Einen festen Katalog hat die Stadt Selm dafür nicht“, sagt Woesmann. Maßgeblich sei unter anderem die Beschränkung der Kontakte auf bis zu zehn Personen (bei Kontaktsportarten) oder auch bei Nichtkontaktsportarten der einzuhaltende Abstand von 1,5 Metern.

Jetzt lesen

Die Stadt begutachtet aber die vorgelegten Hygienekonzepte und die getroffenen Maßnahmen zur Einhaltung der geforderten Hygienestandards und legt sie wiederum dem Kreisgesundheitsamt in Unna „zur Kenntnis“ vor. Die Vereine können starten, sobald die Maßnahmen der Stadt bekannt sind. Zuletzt wartete der PSV Bork aber noch auf ein Signal von den Behörden und erhielt dieses am Mittwoch auch.

Dietmar de Sacco gab am Nachmittag bekannt, dass der Verein grünes Licht bekommen hat. Am Donnerstag werden also die ersten Teams auf den Sportplatz gehen, darunter auch die erste Mannschaft ab 20 Uhr. Die Frauen-Bezirksliga-Mannschaft startet am Freitag.

Am Mittwoch gab GS Cappenberg dann bekannt, dass das Konzept des Vereins nun eingereicht ist. Ursprünglich wollte das gesamte Präsidium erst nächste Woche tagen, zog die Besprechnung nun aber ohne Vereinschef Thorsten Garber vor.

Jetzt lesen

GS Cappenberg will in der kommenden Woche mit Training starten

„Die Stadt braucht das Konzept nur an Ordnungsamt und Gesundheitsamt weiterleiten, es muss aber nicht weiter genehmigt werden. Von daher ging jetzt alles schneller als gedacht. Wir dürfen den Platz ab sofort nutzen. Wir werden diese Woche nutzen, um entsprechend am Platz alles vorzubereiten und um einen neuen Trainingsplan zu erstellen. Vermutlich starten wir dann in der nächsten Woche mit dem Trainingsbetrieb“, erklärte der GSC-Hygienebeauftragte Fabian Bomholt.

Lesen Sie jetzt