Karin Schnaase will über die EM nach Rio

Badminton: Olympia-Qualifikation

Die Lüdinghauser Badmintonspielerin Karin Schnaase steht vor dem größten Erfolg ihrer Karriere. In Frankreich muss Schnaase noch die Euopameisterschaft erfolgreich überstehen – es ist das letzte Turnier, das in die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro fällt. Derzeit hält Schnaase den einzigen deutschen Startplatz für Rio.

LÜDINGHAUSEN

, 27.04.2016, 05:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als ein Jahr dauerte die Qualifikationsphase für Rio. Nun muss Karin Schnaase, die im Team von Union Lüdinghausen zu den Leistungsträgern gehört, nur noch bei der EM überzeugen und in der Rangliste vor Konkurrentin Olga Konon bleiben.

Mehr als ein Jahr dauerte die Qualifikationsphase für Rio. Nun muss Karin Schnaase, die im Team von Union Lüdinghausen zu den Leistungsträgern gehört, nur noch bei der EM überzeugen und in der Rangliste vor Konkurrentin Olga Konon bleiben.

Klar ist: Nur eine deutsche Badmintonspielerin schafft es nach Rio. Entweder fährt Karin Schnaase. Oder Olga Konon, die ihre zweite Olympiateilnahme anpeilt. Ein Jahr haben sich die beiden Konkurrentinnen nichts geschenkt. "Ich möchte es gerne schaffen, weil ich weiß, dass es mein letzter großer Versuch ist", sagte Schnaase vor ein paar Wochen. Doch der Kampf ist eng. Mit Konon hat die 31-jährige Lüdinghauserin eine knallharte Konkurrentin im Nacken.

In den vergangenen Monaten ist Schnaase durch die Welt gejettet. Eine Auswahl: Schnaase spielte Turniere in Wales, Irland, Italien, Türkei, Schweden, Thailand, Kasan, Wien, zwischendurch in Mülheim, England, der Schweiz, Frankreich, Finnland und Malaysia. Mal gewann sie, so wie vergangene Woche in Peru. Das bedeutet dann wichtige Ranglistenpunkte für Schnaase, die in der Weltrangliste auf Platz 26 steht.

Konon holte aber immer weiter auf, ist mittlerweile 31. der Weltrangliste. "Es ist weiterhin knapp und ich bin nur einen Hauch vor", weiß Schnaase. In der Endabrechnung gehen nämlich nicht alle Turniere in die Wertung ein, sondern nur die zehn besten.

Nun entscheidet sich im französischen La Roche-sur-Yon, ob Schnaase das Ticket nach Rio verteidigt oder nicht. "Wir wissen um die Situation. Der Bessere fährt", sagte Schnaase. Bei den Europameisterschaften (27. April bis 1. Mai) mit 47 Starterinnen in einem 64er-Feld hat sie ein Freilos in der ersten Runde. Dann trifft sie entweder auf die Ungarin Laura Sarosi oder die Kroatin Dorotea Sutara.

Dass Schnaase jetzt kurz vor der Olympia-Teilnahme steht, ist eigentlich ein Produkt des Zufalls. 2014 hatte sie ihre Nationalmannschaftskarriere eigentlich schon beendet. Damals dominierte Juliane Schenk das deutsche Damen-Badminton. "Ich bin irgendwie nicht so richtig an den anderen vorbeigekommen. Habe mir die Frage gestellt, was meine Ziele sind", erzählte Schnaase, die sich 2007 von einem Kreuzbandriss erholt hatte. Sie konzentrierte sich vor zwei Jahren vornehmlich auf die berufliche Laufbahn. Nur um Verträge zu erfüllen, spielte sie noch weiter und "komischerweise wurde ich besser."

Traum von Olympia lebt

Nach Olympia soll dann Schluss sein, nicht als Bundesligaspielerin für Union Lüdinghausen, aber in der Nationalmannschaft. Der Traum von Rio könnte bis zum 1. Mai wahr werden - dann steht das Finale an. "Letztes Jahr hatte ich Auf und Abs, aber jetzt bin ich noch einmal mehr motiviert", sagte Schnaase.

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