Mitgemacht: Verdammt gut gezielt

SÜDKIRCHEN Volle Konzentration und eine ruhige Hand braucht man als Sportschütze. Das mussten auch die drei RN-Mitarbeiter erfahren, die am Schießstand des SSV Südkirchen auf Ringejagd gingen. Nach dem Training stellten sie sich dem Duell mit den Spezialisten.

von Von Tobias Limberg

, 18.01.2008, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Hoffentlich treffen wir die Scheibe überhaupt", schoss es uns durch den Kopf, als wir an der Schießanlage des SSV Südkirchen in der Kattenbeck eintrafen und sahen, aus welcher Entfernung wir die Kugel im Schwarzen versenken sollten.

Wir waren zu dritt ausgeschwärmt. Drei Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten, die die Künste des Sportschießens lernen wollten. Und obwohl wir bisher höchstens mal im wackeligen Zustand auf dem Rummel zur Waffe gegriffen hatten, sollten wir uns verdammt gut schlagen...

Aber der Reihe nach ...

Erstmal wies uns SSV-Geschäftsführer Helmut Middrup in die Geheimnisse des Sports und der zwölf Schießstände ein, die im Südkirchener Vereinsheim beheimatet sind. Er erklärte uns zum Beispiel, dass wir gar nicht mit Kugeln, sondern mit einer kelchförmigen Munition, den sogenannten Diabolos, schießen würden. Dazu die hochmoderne Anlage, die nach Abgabe eines Schusses blitzschnell das Ergebnis bis auf das Zehntel genau auswirft. "Auf Zehntel kommt es aber nur im Stechen an", so Middrup, "sonst zählen in einem Mannschaftswettkampf die ganzen Ringe."

Ein Team besteht aus jeweils fünf Schützen. Jeder Schütze bekommt in vier Serien zehn Schuss, so dass er insgesamt 40 Wertungsschüsse mit der möglichen Maximalpunktzahl von 400 erringen kann. In der Verbandsliga, der deutschlandweit dritthöchsten Klasse, in der die erste Mannschaft des SSV derzeit schießt, sind dabei Ergebnisse von über 390 Ringen keine Seltenheit.

Nachdem uns schließlich auch noch gezeigt wurde, wie wir mit der Waffe umgehen müssen, wie wir die Munition nachzulegen haben und welche Sicherheitsvorschriften wir beachten müssen, ging es auch schon los. "Wichtig ist, dass das Gewehr locker mit der Schulter abschließt und du dabei möglichst gerade und bequem stehst. Wenn du dann noch auf die Mitte zielst, klappt das schon", machte mir David Schlütermann Mut. Schnell wurde uns von den SSV-Nachwuchsschützen, die sich uns zum Gegner stellten, noch die individuelle Höhe des Schießblocks eingestellt. Wir schossen natürlich "nur" aufgelegt, während die meisten Schützen des SSV-Nachwuches freistehend ihr Glück versuchten - was ungleich schwerer ist.

Dann der erste Probeschuss. Kaum den Abzug berührt, leuchtete auch schon eine Sechs auf. Nicht schlecht für den Anfang, doch als bei Kollege Kevin Kohues sogar neun Ringe angezeigt wurden, war klar: "Da ist noch mehr drin..."

Schließlich, nachdem sich unsere Probeschüsse meist zwischen sechs und neun Ringen eingependelt hatten, wurde es ernst. Christina Middrup, David Schlütermann und Nils Fechte stellten sich uns zum Duell. Middrup, die in der Bundesliga für die Schießgesellschaft Hamm auf Ringe-Jagd geht, traf auch freistehend konstant die zehn Ringe und ließ unserem Kollegen Daniel Schlecht keine Chance. Punkt eins für den SSV.

Doch Kevin und ich nutzten unseren Vorteil, dass wir aufgelegt schießen durften, trafen sogar auch mal die zehn Ringe und gewannen überraschend unsere Duelle, so dass wir am Ende sogar als 2:1-Sieger den Stand verließen.

Im Finalschießen, einem Ausschießen, bei dem der Letzte der jeweiligen Runde rausfliegt, setzten sich dann aber die SSV-Schützen durch, allen voran Christina Middrup. Zweiter wurde ihr Bruder Manuel Middrup, Dritter Johannes Schulze Twenhöven. Kevin erreichte mit Platz fünf unter neun Schützen aber ein respektables Ergebnis.

Ruhige Hand

Doch die Ergebnisse waren an diesem Abend nur Nebensache, der Spaß stand natürlich im Vordergrund. Und am Ende wunderten wir uns dann doch, wie viel Spaß so ein Sportschießen machen kann und wie viel es jedem Einzelnen abverlangt. Denn ohne volle Konzentration, ruhige Hand und Kontrolle der Bewegungsabläufe landet die Kugel schnell weit jenseits der Mitte. Am Ende war unsere Meinung klar: Schießen ist zwar ein ganz anderer Sport als Fußball oder Handball, verdient aber trotzdem viel Respekt.

  

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