Morgens Vollnarkose, abends beim PSV Bork vorgestellt: Dieser Neuzugang ist hart im Nehmen

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Der PSV Bork hat drei weitere Neuzugänge vorgestellt. Das Muster: Alle waren mal verletzt und laufen deswegen unter dem Radar anderer Klubs. Aber alle sollen Potenzial haben.

Bork

, 28.05.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er sei noch etwas benommen, sagte Mathias Scherner, Neuzugang des Fußball-B-Ligisten PSV Bork. Am Morgen ist dem 26-Jährigen eine Platte aus dem Gesicht entfernt worden. Vor über einem Jahr war er im Gesicht operiert worden, nachdem ihm während einer Fahrt nach Willingen gewaltbereite Ultras von Eintracht Frankfurt bei einer Schlägerei ins Gesicht getreten hätten. Mehrere Knochen waren gebrochen. Der Täter konnte nie ermittelt werden. Scherners Anzeige führte ins Leere.

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Fußball spielte er wieder, zuletzt beim Kamener SC in der Kreisliga D mit Freunden. Dass er morgens noch eine Vollnarkose bekommen hatte, hielt ihn nicht davon ab, am Montag zu seiner Vorstellung ins Borker Vereinsheim zu kommen.

VfL Werne, Werner SC, SuS Rünthe, GS Cappenberg, VfB Lünen und Kamener SC zählen zu seinen bisherigen Stationen. Nachdem er sich beim VfB Lünen nicht ganz durchsetzen konnte, „bin ich mit meinen Freunden beim Kamener SC zusammengekommen in der vierten Mannschaft“, sagte Scherner.

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Mathias Scherner und Andre Kracker kennen sich aus Rünthe

Borks Trainer Andre Kracker kennt er aus seiner Zeit beim SuS Rünthe. Früher sei der Mittelfeldspieler zu ungeduldig gewesen, jetzt ist er gereift. „Talent hatte er schon immer. Ich habe, als wir vor drei Wochen zusammengesessen haben, gemerkt: Das ist ein anderer Mathias“, so Kracker.

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„Ich suche gerne das Eins-gegen-eins und habe die Chance gesehen, etwas höher zu spielen als Kreisliga D. Ich möchte mit 26 nicht ganz unten rumgurken“, sagte Scherner, der in Selm eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel macht, „ich hoffe, dass ich auch ein wenig Verantwortung übernehmen kann.“

Dreiergespann auf der Torhüter-Position

Der zweite Neuzugang ist Rene Peters (20), ein Preußen-Lünen-Urgestein. 14 Jahre hütete er in Horstmar das Tor, ob in der Jugend oder im Seniorenbereich. Nur ein Jahr war er weg: in Husen-Kurl. Doch die Fachkraft für Lagerlogistik kehrte schnell zurück zu seinem Heimatverein, stieg mit der Zweiten in die Kreisliga C ab.

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Beim PSV hofft man, dass Peters länger bleibt. Dass er mit 20 Jahren in Borks Torwart-Trio aus Marc Wessel und Marvin Koch der älteste Keeper ist, sieht der neue Trainer Andre Kracker nicht als Problem. „Wir kriegen einen sehr gut ausgebildeten, der verletzungsbedingt etwas Pech hatte. Ich gehe dieses Risiko ein. Man sollte den jungen Menschen was zutrauen“, sagte Kracker. Peters habe großes Potenzial, das er auch wegen einer Rückenverletzung nicht richtig habe entfalten können.

Zwei Altherrenspieler empfahlen den PSV Bork

„Das Projekt hat mich angelockt. Ich wollte einfach mal eine neue Herausforderung. Wenn du so viele Jahre in einem Verein spielst, gibt es vielleicht noch einmal einen neuen Anreiz“, sagte Peters, dessen Großeltern in Bork leben. Gut zugeredet hatten ihm zwei Altherrenspieler des PSV, die beide Preußen-Vergangenheit haben: Sanmi Ojo, der Sonntag noch in der ersten Mannschaft aushalf, und Dominik Splitthoff. „Mit Splitti habe ich dieses Jahr noch zusammengespielt. Er hat nur Gutes erzählt. Sanmi hat mir auch nur Gutes berichtet. Das hat den Ausschlag gegeben“, sagte er. Peters, 1,93 Meter groß, sieht sich als spielender Torwart.

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Eigentlich wollte der PSV auch noch Luis Brune (18) vorstellen, einen Sechser, vorstellen, der RW Ahlen in seiner Vita stehen hat. Brune spielte unter Ahlens Jugendtrainer Marcel Stöppel, den Kracker sehr schätzt. „Wem Marcel Fußballspielen beibringt...“, sagte Kracker und fügte hinzu: „Das sind Jungs, die greifbar sind und die keiner auf dem Zettel hatte. Wir müssen ja auch gucken, was wirtschaftlich möglich ist.“ Für alle drei Spieler werde der PSV eine Ablöse zahlen, wenn diese gefordert ist.

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