Nathalie Voß ist die neue starke Frau im Südkirchener Vorstand

hzSG Selm/Südkirchen

Während der Jahreshauptversammlung wurde die Spielerin der SG Selm/Südkirchen zur Sportlichen Leiterin im Bereich Damenfußball gewählt. Mit uns sprach sie über ihre neuen Herausforderungen.

von Nico Ebmeier

Südkirchen, Selm

, 27.03.2019, 13:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Frauenfußball ist längst im Aufschwung und auf dem Weg, dem „großen Bruder“ Männerfußball Paroli zu bieten. Sowohl was das sportliche Niveau angeht, als auch die Präsenz in den Medien. Beim SV Südkirchen hat man dies erkannt und wählte nun Nathalie Voß zur ersten sportlichen Leiterin des Bereiches Damenfußball. Ihr erstes Interview führte sie nun mit RN-Mitarbeiter Nico Ebmeier.

Nathalie Voß, Sie wurden am vergangenen Donnerstag zur Sportlichen Leiterin des Beriches Damenfußball gewählt. Wie kam es dazu?

Der Vorstand kam in den letzten Wochen auf mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, die Position der sportlichen Leitung der Damen zu übernehmen. Ehrlich gesagt, musste ich da auch nicht wirklich lange überlegen und habe schnell zugesagt. Es macht mir total Spaß, hier in Südkirchen Vereinsarbeit zu leisten und deshalb gab es da für mich gar keine Zweifel.

Das bedeutet, dass es Ihre Rolle so noch nie vorher gab?

Nein, diese Position ist komplett neu.

Was genau ist dann Ihre Rolle im Verein?

Zunächst einmal fungiere ich als Ansprechpartner für unsere eigenen Damenspielerinnen, aber auch für neue interessierte Mädels. Der Hauptgedanke war aber besonders, die Schnittstelle zwischen dem Vorstand und der Damenmannschaft zu füllen. Heißt, die Vernetzung einfach zu optimieren.

Wird auch eine engere Zusammenarbeit mit den Herrenteams angepeilt?

Natürlich liegt der Schwerpunkt auf der Damenmannschaft. Aber als Fußball-Vorstandmitglied habe ich auch mit dem Herrenbereich zu tun, aber dies überlasse ich gerne eher meinen Vorstandskollegen.

Wie stellen Sie sich Ihre ersten Wochen vor? Welche Probleme wird es geben?

Generell sind wir ja nun eine neu gegründete Damenmannschaft, beziehungsweise mit Selm eine neu gegründete Spielgemeinschaft. Deshalb geht es zunächst darum, neue Spielerinnen zu aktivieren. Ich möchte aber, wie gesagt, besonders im ersten Schritt eine gute Vernetzung zwischen Vorstand und Damenmannschaft schaffen.

Bedeutet das, dass es aus Ihrer Sicht bisher viel zu wenig Vernetzung zwischen beidem gab?

Nein, ganz im Gegenteil! Aber es ist natürlich jetzt eine Chance. Ich wüsste jetzt keinen anderen Verein hier in der Umgebung, der diese Position bekleidet und allein das zeigt, wie groß unser Ansehen hier im Verein und im Dorf ist. Aber, wenn ich nun Sportliche Leiterin bin, erleichtert es unsere Arbeit einfach sehr. Ich kann jetzt Dinge, die uns betreffen, direkt und ohne Umwege im Vorstand ansprechen.

Gerade, weil Sie auch Kapitänin Ihrer Mannschaft sind?

Genau.

Apropos, wie sehen Sie die bisherige Saison Ihres Teams und welche Ziele verfolgen Sie mit der SG Selm/Südkirchen in diesem Jahr noch?

(lacht) Wir wollen uns natürlich Spiel für Spiel verbessern, aber dabei niemals den Spaß am Fußball verlieren. Wir haben jetzt noch drei Nachholspiele und unser Ziel ist es, sich im oberen Tabellendritten zu etablieren.

Nun einmal weg von Südkirchen. Wie sehen Sie generell die aktuelle Situation des Fußballs, vielleicht besonders im Hinblick auf den Frauenfußball?

Ich sehe momentanen einen klaren Aufschwung im Frauenfußball. Es ist zwar so, dass die Frauenmannschaften es generell schwieriger haben, neue Spielerinnen zu bekommen oder alte Spielerinnen wieder zu animieren. Das sieht man allein daran, dass sich in unserem Bereich immer mehr Spielgemeinschaften bilden. Aber im Großen und Ganzen finde ich, dass es sich zuletzt klar positiv entwickelt hat.

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