Pascal Harder: „Jetzt kommen Ausreden wie: Mein Hamster hat sich verschluckt“

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Cappenbergs Trainer Pascal Harder musste sich bei Amtsantritt an so manche Ausrede gewöhnen. Spaß hat er trotzdem an seiner Arbeit bei den Grün-Schwarzen. Plötzlich steht auch die Defensive.

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, 13.08.2019, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach einer Vorbereitung, in der er nur wenige Spieler zur Verfügung hatte, ist Trainer Pascal Harder (31) mit GS Cappenberg positiv in die Saison in der Kreisliga A gestartet. Nach dem 1:0 über den SV Langschede weiß man am Kohuesholz allerdings noch nicht, wohin die Reise in dieser Spielzeit hingehen könnte. Neben dem Saisonziel haben wir mit Harder über die GSC-Defensive, Schwierigkeiten zu Beginn seiner Tätigkeit und die Selmer Nummer eins gesprochen.

Herr Harder, in den Testspielen hat Ihre Mannschaft einige Gegentore kassiert. Wie kam es jetzt, dass zum Ligaauftakt gegen Langschede (1:0) plötzlich die Null stand?

Das ist eine gute Frage. In der Vorbereitung war es so, dass wir auf dem Zahnfleisch gingen. Ich hatte im Schnitt nur zehn, zwölf Spieler. Das habe ich noch nie erlebt. Gerade in der Abwehr mussten wir immer wieder umbauen.

Waren Sie nun überrascht von der guten Defensivleistung gegen Langschede?

Jein. Ich war schon überrascht, dass wir es trotz der semi-optimalen Vorbereitung so gut gemacht haben. Aber ich weiß ja auch, was die Jungs können.

Der erste Spieltag ist positiv verlaufen. Was kann GS Cappenberg in dieser Saison erreichen?

Das ist extrem schwer zu sagen. Es gibt einige Mannschaften, die sich extrem verstärkt haben, ob es der Kamener SC oder Königsborner SV sind. Wenn wir komplett als Mannschaft fit und zusammen bleiben, denke ich, dass wir an das Ergebnis der Vorsaison anknüpfen können.

Pascal Harder: „Jetzt kommen Ausreden wie: Mein Hamster hat sich verschluckt“

Die Zusammenarbeit mit dem Sportlichen Leiter Philipp Wiesmann (r.) lobt Pascal Harder. © Sebastian Reith

Da wurde GSC Tabellenfünfter. Was fehlt noch für ganz oben?

Da müssen viele Rädchen ineinander greifen, man muss Spielglück und Glück mit Ausfällen haben. Das spielt eine große Rolle. Was wir hier aus eigener Kraft machen können, ist jedes Spiel Gas zu geben.

Sie sind etwas über ein Jahr Trainer in Cappenberg. Wie fällt das Fazit aus?

Sehr, sehr positiv. Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und ich glaube die Leute sind hier auch zufrieden mit mir, sonst hätten wir nicht frühzeitig verlängert. Die Jungs kennen nun meine Art, dass ich mal etwas lauter und ruppiger bin und ziehen gut mit. Mit Philipp Wiesmann (Cappenbergs Sportlicher Leiter, d. Red.) arbeite ich sehr gut zusammen. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.

Cappenberg ist Ihre erste Station als alleinverantwortlicher Trainer im Seniorenbereich. Welche Herausforderungen, mit denen Sie anfangs nicht gerechnet hätten, gab es da?

Es ist schon ein enormer Schritt, wenn du früher selbst Oberliga gespielt hast und dort weißt, du hast immer mindestens 15,18 Spieler, die immer mitziehen. Jetzt kommen so Ausreden wie: Meine Oma hat das achte Mal Geburtstag oder mein Hamster hat sich verschluckt. Das sind die typischen Kreisliga-Probleme, die hat jeder. Das sind aber Kleinigkeiten, an die musste ich mich gewöhnen.

Die SG Selm ist ja aufgestiegen und spielt nun ebenfalls wieder in der Kreisliga A. Allerdings in einem anderen Kreis, deswegen gibt es kein Derby. Sehen Sie sich als Nummer eins in Selm?

Puh... (überlegt). Selm war ja bei uns auf dem Turnier, hat sich dort sehr gut geschlagen. Deniz (SG-Trainer Deniz Sahin, d. Red.) hat eine richtig gute Truppe und eine Einheit. Damit kann man in der Kreisliga manchmal mehr reißen als mit vier, fünf guten Einzelspielern. Eine klare Nummer eins weiß ich nicht.

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