Zahlen Vereine die Spielerprämien in der Corona-Krise weiter?

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Viele Fußballvereine zahlen ihren Mannschaften Prämien. Die können völlig unterschiedlich geregelt sein, teilweise sogar innerhalb einer Mannschaft. Jetzt ist Spielpause. Und wie gehen die Klubs damit um?

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 08.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Fünfer pro einen Punkt - in der Kreisliga ist das ein gern genommenes Beispiel, um zu veranschaulichen, wie das Prämiensystem bei Fußballvereinen funktioniert. Je höher die Mannschaft spielt, desto höher fällt meist auch die Punktprämie aus, zu der je nach Verhandlungsgeschick des Amateurkickers auch noch Sieg-, Auflauf- oder Torprämien hinzukommen können. Auch bei den heimischen Fußballvereinen in Selm, Olfen und Nordkirchen sind Prämien üblich, die Gestaltung ist aber völlig unterschiedlich. Wir haben die Vereine nach ihren Vereinbarungen und Modellen befragt, wozu sie in der Corona-Krise verpflichtet sind und wie sie mit Prämien in dieser spielfreien Zeit umgehen. Nicht jeder Klub zeigte sich dabei aber auskunftsfreudig und bot einen Einblick.

SuS Olfen: Spielerbezogene Prämien gebe es beim SuS Olfen nicht. Am Saisonende erhalte die Mannschaft eine Prämie, die sich nach der Zahl der geholten Punkte richtet, um die Abschlussfahrt zu finanzieren. „Derzeit liegt alles auf Eis. Wie die Prämie aussieht, hängt davon ab, wie der Verband entscheidet, wie es mit der Saison weitergeht, und wie die Vereinsfinanzen sich insgesamt entwickelt haben“, sagte Vorstandsmitglied Werner Sander, der sich über die Zukunft der SuS-Fußballabteilung aber keine Sorgen macht. Zahlen zur Höhe der Prämie nannte Sander nicht. Nur so viel: „Es ist eine Jahressumme, die manche Vereine im Monat für ihre Spieler ausgeben.“

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Westfalia Vinnum: Sportchef Patrick Roser sagte, dass Vinnum das Thema nicht öffentlich thematisieren wolle. Wie der Verein mit Aufwandsentschädigungen, Prämien und Spritkosten seiner Spieler und Trainer umgeht, sei nach Aussage von Geschäftsführer Michael Asemann nicht final abgeklärt. Details nannte Asemann auch nicht.

SG Selm: Prämien mit Spielern und Fahrtkosten seien beim Münsteraner A-Kreisligisten SG Selm erfolgsabhängig, wie Vereinschef Georg Hillmeister verriet. Keine Spiele bedeuten auch keine Erfolge - hier spart die SG. Und da es auch kein Grundgehalt für Selmer Fußballer gebe, würden Ausschüttungen an einzelne Akteure daher aktuell wegfallen. Anders sehe das bei acht Vereinsmitarbeitern mit Arbeitsverträgen aus: Reinigungskräfte, Platzwart und Trainer, die auf Basis geringfügiger Beschäftigung angestellt sind.

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PSV Bork: „Das betrifft uns nicht, weil hier kein Spieler Geld bekommt“, antwortete Geschäftsführer Dietmar De Sacco. Auch Trainer erhielten keine Erfolgsprämien. Der Verein wolle die weiteren Entwicklungen und die Länge der Krise abwarten, um dann mit den Trainern eine Lösung erarbeiten, die „gangbar ist und bei der sich jeder wiederfindet.“

GS Cappenberg: Präsident Thorsten Garber ist bemüht, die laufenden Kosten soweit runterzufahren. Die erste GSC-Mannschaft erhalte aber eine Prämie am Saisonende, die leistungsabhängig ist. Wie die Vereinbarung mit dem Mannschaftsrat aussieht, wollte Garber nicht sagen, außer, dass die Abrechnung pro Punkt ausgelegt ist. Daher erhalte die Mannschaft auch einen Zuschuss, die sich am derzeitigen Saisonfortschritt bemisst. Der Trainerstab verzichtet auf Geld.

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FC Nordkirchen: Der FC Nordkirchen wollte sich nicht an unserer Umfrage beteiligen. Alle Vereinbarungen seien intern. Über Vereinsfinanzen mache der Verein keine Angaben. Abteilungsleiter David Handrup verriet auch nicht, ob Spieler des Bezirksliga-Kaders ein Grundgehalt bekommen oder nur prämienbasiert spielen. Schweigen beim FCN.

SV Südkirchen: Laut Abteilungsleiter Franz-Josef Dornhege bezuschusst B-Ligist SV Südkirchen Abschlussfahrten, Prämien gebe es aber nicht. Die Trainer aller Seniorenmannschaften verzichten freiwillig auf ihre Bezüge.

SC Capelle: Auch beim SC Capelle würden keine Gelder fließen, so der Sportliche Leiter Sebastian Schimschewski. Wie beim SV Südkirchen hätten die Trainer angeboten, auf Bezahlung zu verzichten.

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