PSV Bork ist wieder auf Trainersuche: Markus Kuhn übernimmt erneut die Frauenmannschaft

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Vor einem Jahr wurde Frauenfußball-Trainer Markus Kuhn Coach der Herrenmannschaft des PSV Bork. Nun kommt die Kehrtwende. Denn Damencoach Michael Bähre hört aus gesundheitlichen Gründen auf.

Bork

, 26.03.2019, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst Anfang Januar verlängerte Markus Kuhn als Trainer des Fußball-Kreisligisten PSV Bork. Der Sportliche Leiter Jochen Glischinski stellte dem 53-Jährigen damals eine Bleibegarantie aus, selbst wenn der abstiegsbedrohte Klub nicht die A-Liga hält und in die B-Liga runter muss. Nun aber wird Kuhn in der Saison 2019/20 doch nicht auf der Trainerbank der Herrenmannschaft Platz nehmen. Er wechselt in den Damenbereich.

Das bestätigte Glischinski am Dienstag auf Anfrage. „Er wird die Damenmannschaft betreuen“, sagte Glischinski - doch eine Strafversetzung nach der nächsten Niederlage im nächsten Kellerduell ist es nicht. Die Rotation stehe vielmehr schon länger fest. „Ich habe Markus überredet. Es ist leichter, einen Trainer für die Männer zu finden als einen richtig guten Trainer für eine Frauenmannschaft. Markus ist der Beste“, so Glischinski. Mit der Damenmannschaft war Kuhn im Sommer in die Bezirksliga - unvergesslich die Sektdusche nach dem Meisterstück in Hamm - aufgestiegen, bevor er in den Herrenbereich wechselte und die erste Mannschaft übernahm, mit der er derzeit nur Tabellen-14. ist.

Jochen Glischinski lässt nicht locker

„Jochen hat mich vor Wochen gefragt und mich immer wieder gefragt, ob ich mir nicht vorstellen kann, zurückzugehen. Er hat gebohrt und nicht locker gelassen. Ich habe hin- und herüberlegt. Es fiel mir schwer, weil die Situation in der Herrenmannschaft auch nicht rosig ist. Am Ende war es eine Entscheidung, die ich aus dem Bauch heraus gefällt habe. Es ist vielleicht für alle das Beste“, sagte Kuhn.

Er findet die neue alte Aufgabe reizvoll, zumal einige Spielerinnen aus der U19 zu der Mannschaft stoßen, die dann weiter Bezirksliga spielen möchte. Immer wieder bezeichnete er die Frauenmannschaft als „seine“ Mannschaft, an der ihm etwas liegt. Kurios: Kuhn könnte am Saisonende eine Liga höher (Damen-Bezirksliga) wechseln, während seine alte Mannschaft absteigt. Sein Ziel mit den Herren ist daher der Klassenerhalt, auch wenn Kuhn weiß: „Wir stehen schon mit anderthalb Beinen unten.“

Michael Bähre muss unters Messer

Die Rotation in Gang gesetzt hatten Michael Bähre und Achim Zabel, die ihr Engagement bei den Fußballfrauen des PSV beenden. Für Bähre sei es ein Abschied mit Wehmut. Der 49-Jährige muss sich einer Operation unterziehen. „Ich bin reif für eine neue Hüfte“, erklärte er.

PSV Bork ist wieder auf Trainersuche: Markus Kuhn übernimmt erneut die Frauenmannschaft

Michael Bähre hört als Trainer der Borker Damenmannschaft auf. © Jürgen Weitzel

Dann würde er mindestens drei Monate als Trainer ausfallen. „Und ich bin kein Typ, der zusagt und dann drei Monate ausfällt“, sagte Bähre. Sein Trainerkollege Achim Zabel könne das Team aus zeitlichen Gründen nicht alleine betreuen. Deswegen habe er dem PSV das Aus zum Saisonende mitgeteilt. „Ich hätte gerne weitergemacht. Ich sehe die Entwicklung und weiß um das Potenzial“, so Bähre. Beide Parteien, Trainer und Verein, schlossen eine erneute Trainertätigkeit nicht aus, sobald Bähre genesen ist. Glischinski: „Beide haben gute Arbeit geleistet. Der Weg zu uns steht ihnen offen - mit Sicherheit.“

Patrick Osmolski wird es nicht

Bork sucht also mit Hochdruck einen neuen Trainer für die Herrenmannschaft ab 1. Juli. Nicht leichter macht es da, dass die Ligenzugehörigkeit des PSV weiter ungeklärt ist. Auf den ersten Punkt wartet Bork im Jahr 2019 noch. Gerüchte, dass Patrick Osmolski, ehemaliger Trainer beim Lokalrivalen GS Cappenberg, in Bork einsteigt, widerlegte Osmolski selbst sofort: „Ich werde es definitiv nicht.“

Immerhin hat der PSV einen Neuzugang vermeldet. Von Westfalia Vinnum soll Routinier Daniel Rosengart die Abwehr verstärken. „Egal, wo wir spielen - er hat zugesagt“, erklärte Glischinski. Der frühere Borker wolle seine Karriere bei den PSVern ausklingen lassen.

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